Überfahren, verstümmelt, vergewaltigt.

Die Bilder dieser Tiere sind nichts für Zartbesaitete: fehlende Beine, blutige Verletzungen, traurig dreinblickende Hundeaugen. In der Türkei ist Tierquälerei oft bitterer Alltag. Banu Bahcekapili, 21, möchte genau dem entgegenwirken und den Tieren helfen, wieder auf die Beine zu kommen.

Die Studentin aus Essen konnte dieses Leid und die Gewalt an den Hunden nicht mehr ertragen. „Seit ich 13 bin, helfe ich, wo ich nur kann. Die Zustände in der Türkei sind unfassbar schlimm, fast niemand unternimmt etwas gegen diese Ungerechtigkeit“, sagt Banu.

Um besser helfen zu können, eröffnet Banu ein Paypal-Spendenkonto, macht auf ihrem privaten Instagram-Account (@xbanusu) darauf aufmerksam und hätte nie gedacht, dass sie so viel Zuspruch erhält: „Ich wollte eigentlich nur meine Freunde damit erreichen. Plötzlich wurde mein Spendenaufruf wieder und wieder geteilt und erreichte zum Schluss sogar Sophia Thomalla!

Sophia Thomalla ist einer jener Stars, der ein Herz für Tiere hat. In ihrer Insta-Story macht sie auf Banu aufmerksam, schreibt: „Diese junge Dame kümmert sich um misshandelte Hunde, sammelt Spenden, um ihnen zu helfen. Finde das wahnsinnig toll! Vielleicht hat ja der eine oder andere das Interesse da mal drauf zu schauen.“

Thomalla hat selbst zwei Hunde aus dem Tierheim gerettet. „Es gibt so viele arme Hunde, die ein Zuhause suchen. Man muss nicht zum Züchter rennen. Meiner Meinung nach Quatsch“, sagt die Schauspielerin zu NOIZZ.

Instastory: Sophia Thomalla bat ihre Fans um Unterstützung für Banu

Insgesamt wurden bereits mehr als 5000 Euro gespendet, auch Thomalla spendete.

„Ich bin einfach nur überwältigt. Ich konnte mehreren Hunden Gehhilfen bestellen, hunderte Kilogramm Futter kaufen oder Tierarztrechnungen bezahlen, für die sonst niemand aufgekommen wäre“, sagt Banu.

Das Thema Straßenhunde ist in der Türkei kein Neues. Gabriele Breitner rettet seit 18 Jahren Hunde in Antalya. Sie weiß, warum so viele Hunde auf den Straßen ums Überleben kämpfen. Gabriele: „Die Tiere werden hier nicht so gehalten und versorgt, wie in Deutschland. Das größte Problem hier sind die vielen Unkastrierten.“

Aber warum die gesammelten Spenden nicht einfach einem Tierheim oder einer Tierschutzorganisation in der Türkei zukommen lassen? „Den meisten Organisationen kann man meiner Erfahrung nach nicht trauen. Ich habe schon so viele Anfragen von Tierheimen bekommen, die auf die Spendenaktion aufmerksam geworden sind und sich jetzt an dem gesammelten Geld bereichern wollen.“

Banu (r.) mit einer Tierärztin

Die gebürtige Türkin hilft nicht nur Hunden. Denn in der Türkei sind auch Katzen häufige Opfer brutaler Tierhasser. „Sie werden mit Stöcken zusammengeschlagen, mit Steinen beworfen und gejagt. Wer dabei erwischt wird, bekommt höchstens eine Geldstrafe. Die Gesetze müssen sich schnell ändern“, fordert die Psychologie-Studentin.

Große Unterstützung erhält sie dabei von ihren Eltern. Banu: „Ich kann mich glücklich schätzen, so tolle Eltern zu haben, die mir dabei helfen weiterzumachen. Wir dürfen nicht wegsehen!“

Quelle: Noizz.de