Die frechen Viecher klauen Pässe, Brieftaschen und Pausenbrote!

Neuseeland hat ein Herz für Federvieh! Erst kürzlich trauerte man um den verstorbenen Tölpel "Nigel" (NOIZZ berichtete), jetzt gibt's neue tierische Nachrichten vom Inselstaat!

Im Mittelpunkt: Keas! Mit ihrem grünen Gefieder sehen die Keas aus wie normale Papageien. Doch die Vögel haben es faustdick hinter den Federn! Auf Neuseelands Südinsel sind die Keas für ihre kreativen Streiche gefürchtet. Mit ihren kräftigen Schnäbeln schnappen sie ständig zu – und klauen Pässe, Brieftaschen, Pausenbrote.

In solchen "Road Side Gyms" sollen sich die Keas künftig austoben

Sogar im Straßenverkehr und Baustellen machen die fiesen Vögel Faxen: Im November 2016 hatten die gefiederten Inselbewohner täglich die Verkehrshütchen an einer Baustelle umgestellt. Zum Spaß und – nach Meinung einiger Experten – um den Verkehr zu stoppen und bei den Touristen um Nahrung zu betteln!

Jetzt greifen Naturschützer und Straßenverkehrsbehörden durch: Sie haben drei spezielle Spielplätze am Straßenrand gebaut, um die Keas bei Laune zu halten!

Die Kea-Fitnesstudios am Straßenrand sind "mit Leitern, sich drehenden Schwimmvorrichtungen, Schaukeln und Klettergerüsten", erklärt das Bauunternehmen Downer, das die Fernstraße in Schuss hält. Zusätzlich werden die Vögel nun von Kameras beobachtet und von Forschern der Universität Canterbury analyisiert.

"Die Kea-Turnstätten sind so konzipiert, dass sie Keas von gefährdeten Bereichen, wie zum Beispiel Straßen, weglocken», sagt Tamsin Orr-Walker von der Kea-Schutzstiftung. Die Tierschützer hoffen, dass die Keas bald nicht mehr Jagd auf menschliches Eigentum machen. Obwohl Keas nicht wie einige andere Papageienarten sprechen können, soll ihre Intelligenz etwa der von Menschenaffen entsprechen.

Wegen ihres frechen Gemüts entzweien die grünen Flattermänner die Einwohner der Südinsel: 2017 wählten die Neuseeländer den Kea zum "Vogel des Jahres". Aber: "Mindestens 150.000 Keas wurden nach der Aussetzung einer Regierungsprämie aufgrund von Konflikten mit Hochlandschafzüchtern getötet, bis sie 1986 unter vollen Artenschutz gestellt wurden", erklärt Orr-Walker.

Die Bergpapageien mit dem smaragdgrünen Gefieder gelten landesweit als gefährdet. Schätzungen zufolge leben nur noch rund 5000 Keas in freier Wildbahn.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de