Bei den Buschfeuern in Australien zu Beginn des Jahres wurde nicht nur etwa ein Fünftel der gesamten Waldfläche des Kontinentes zerstört, auch rund eine Milliarde Tiere kamen in den Flammen um. Das trifft vor allem bereits gefährdete Arten wie den Koala sehr. Mithilfe von künstlicher Intelligenz will man nun alle überlebenden Koalas ausfindig machen.

Wir alle erinnern uns an die schrecklichen Bilder: Zwischen Oktober 2019 bis in den Februar 2020 hinein wütete ein Flammeninferno durch das australische Outback. Der Bundesstaat New South Wales war besonders stark betroffen. Schätzungen zu Folge sollen alleine auf den Kangoroo Islands etwa 45.000 Koalas dabei ums Leben gekommen sein. Das entspricht etwa 90 Prozent der Gesamtpopulation dort. Auch die Hauptnahrungsquelle der plüschig-schläfrigen Bären, die Eukalyptusbäume, wurden durch die Feuer zu einem Großteil zerstört.

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Dass besonders viele Koalas sterben mussten, liegt daran, dass sie keine Fluchttiere sind und einen Großteil des Tages verschlafen. Viele Tiere haben das Feuer einfach zu spät bemerkt, um ihnen zu entkommen. Einige der überlebenden Koalas wurden gefunden und in Naturschutzreservaten wieder aufgepäppelt – wie viele Tiere es aber genau gibt, weiß keiner. Wissenschaftler wollen nun Licht ins Dunkle bringen – und nutzen dazu künstliche Intelligenz, wie die Queensland University of Tehcnology mitteilte.

Koalas zählen 2.0 – wie, siehst du hier:

Um so viele Koalas wie möglich zu entdecken, wollen die Wissenschaftler eine neue Methode anwenden, die Drohnen, Infrarot-Kameras und künstliche Intelligenz nutze. Das ganze Konzept stellten sie im Fachmagazin "Ecology and Evolution" vor. Das obige Video gibt uns schon einmal einen kleinen Einblick, wie die Forscher vorgehen wollen, um alle überlebenden Koalas ausfindig zu machen.

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Wie ein Rasenmäher-Roboter grasen die mit Infrarotkameras ausgestattete Drohnen die Landschaft ab – und halten dabei vor allem Ausschau nach der Körperwärme von Tieren. Die Daten werden dann durch einen Algorithmus mit der Körperwärme von Koalas abgeglichen – hier kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel. So können die Koalas viel genauer ausfindig gemacht werden, als bisher. Erste Tests waren vielversprechend. Die neue Methode sei außerdem schneller, billiger und greift weniger in die Natur ein.

Menschliche Koala-Spotter würden gerade einmal 70 Prozent aller Tiere entdecken, sagen die australischen Forscher. Die Drohnen kommen auf einen Wert von etwa 86 Prozent – aller ausgerechneten Wahrscheinlichkeiten nach. So sollen die putzigen Koalas zukünftig in ihren neuen Zufluchtsorten besser geschützt werden – und sich der Artenbestand hoffentlich wieder etwas erholen können.

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Quelle: Noizz.de