In Zeiten des Coronavirus' müssen Lover sich neue Methoden einfallen lassen, um Zeit mit dem/der Liebste*n zu verbringen. Wie man es gerade aber NICHT tun sollte, zeigen Vampir-Fledermäuse. *Würg*

Na, schon mal im Hostel gewesen und zum Warmwerden die fremden Schlafnachbarn mit Zungenkuss begrüßt und dabei frisches Blut in deren Mund erbrochen? Nein? Im Land der Vampirfledermäuse wärst du dann wahrscheinlich ziemlich einsam. Wie neue Forschungen nämlich zeigen konnten, gehen die Tiere soziale Bindungen ein, indem sie frisch abgezapftes Blut mit unbekannten Mitgliedern ihres Schlafplatzes teilen. Was für uns ziemlich ekelhaft klingt, zeigt, so die Wissenschaftler, dass es sich bei Vampirfledermäusen um unglaublich prosoziale Tiere handelt. Aha.

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Vampirfledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die sich von Blut ernähren. Das Blut stammt dabei ausschließlich von anderen Säugetieren oder Vögeln. "Die Nahrungsteilung bei Vampirfledermäusen ist so, wie viele Vögel Nahrung für ihre Nachkommen wiederkäuen. Aber das Besondere an Vampirfledermäusen ist, dass sie dies auch für andere Erwachsene tun, eventuell sogar für einige zuvor Fremde", sagte Gerald Carter, Hauptautor der neuen Studie und Assistenzprofessor für Evolution, Ökologie und organismische Biologie an der Ohio State University, in einer Erklärung.

Der wohl schrecklichste Zungenkuss ever

Das Forscherteam isolierte Paare und kleine Gruppen von Vampirfledermäusen, die sich vorher noch nie getroffen hatten, und fand so heraus, dass die Tiere enge Verbindungen zu ihren Schlafkameraden aufbauen, indem sie gegenseitig ihr Fell pflegen und anschließend Blut mit unterernährten Mitbewohnern teilten, indem sie in einer Art schrecklichem Zungenkuss Blut in ihren Mund erbrachen. Na prost.

Der Gemeine Vampir (Desmodus rotundus) ist eine auf dem amerikanischen Kontinent lebende Fledermausart.

Wie "IFLSience" berichtet, müssen Vampirfledermäuse alle drei Tage Blut fressen oder sie laufen Gefahr zu verhungern. Der Nahrungsaustausch kann also eine lebensrettende Aktivität sein. Dasselbe gilt für die gegenseitige Fellpflege. Die hilft dabei, die Haut der Fledermäuse von Parasiten zu befreien und die Verbreitung von Krankheiten zu verlangsamen. Doch die Forscher glauben, dass dieses Verhalten sogar einen noch viel tieferen Sinn hat.

"Selbst wenn man alle Ektoparasiten aus ihrem Fell entfernt, pflegen sie sich gegenseitig mehr, als für die Hygiene nötig ist", erklärt der Wissenschaftler Carter. "Wir betrachten die soziale Pflege als eine Art Währung – eine Möglichkeit, um von den anderen toleriert zu werden und eine Bindung aufzubauen". Na gut. Scheint als ob man selbst den gruseligen Vampirfledermäußen mit ihren wundersamen Praktiken doch noch etwas Süßes abgewinnen kann.

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  • Quelle:
  • Noizz.de