Wenigstens ein schöner letzter Abend.

Sie ist so niedlich, wie sie tragisch ist: die Geschichte des betrunkenen Waschbären vom Erfurter Weihnachtsmarkt. Denn der feuchtfröhliche Abend des Kleinen endete nicht etwa im warmen Bett – wie bei den meisten Weihnachtsmarkt-Besuchern. Das Leben des Waschbären endete jäh durch die Hand eines Stadtjägers. Doch eins nach dem anderen:

Der betrunkene Waschbär war am Samstag über den Erfurter Weihnachtsmarkt getorkelt. Passanten riefen das Ordnungsamt, weil der Waschbär unter einem Mülleimer an einer Straßenbahnhaltestelle lag. Das Tier rappelte sich noch einmal auf, um über die Schienen zu torkeln, sich am Fuß einer Passantin zu reiben und schließlich in einem Hauseingang wieder einzuschlafen. Dort wurde er dann eingefangen. Das kleine Tier sei "offensichtlich alkoholisiert" gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei. "Ein Atemalkoholtest wurde mit dem Tier aber nicht durchgeführt", scherzte der Beamte.

Hier ist Video des betrunkenen Waschbären:

Doch zu Lachen hatte der Wachbär nicht mehr viel an besagtem Abend. Zwar fing die Feuerwehr das Tier ein und Sicherheitsleute kümmerten sich um es. Doch die zunächst berichtete Nachricht, dass es in ein Tierheim gebracht worden sei, war eine Lüge. Tatsächlich wurde es von einem Jäger erschossen. Das berichtete zunächst das Tierheim Erfurt auf seiner Facebook-Seite, nahm den viel kommentierten Post aber schnell wieder offline. Der Sprecher der städtischen Einrichtung bestätige den Waschbären-Mord gegenüber dem "MDR" Thüringen.

Aber warum?!

Waschbären stammen ursprünglich aus Nordamerika und gelten in Deutschland als invasive Art. Invasiv wird eine Art genannt, wenn sie durch ihre Ausbreitung die biologische Vielfalt andere Tier- und Pflanzenarten und damit auch die heimischen Ökosysteme gefährdet. Aus diesem Grund dürfen Waschbären nicht ausgewildert werden. Laut Tierschutzbund ist deshalb unklar, was Tierheime oder Auffangstationen mit eingefangenen Tieren dieser Arten tun sollen. Deshalb musste der kleine Waschbär sterben.

Quelle: Noizz.de