Den Drang, ihre Sucht zu befriedigen, haben nicht nur Menschen.

Viele Tiere saufen oder gönnen sich den ein oder anderen Drogentrip. Der Biologe Dr. Mario Ludwig erforscht den Alkohol- und Drogenkonsum in der Tierwelt. Ein besonderer Härtefall: der Igel.

Ludwig stellt den Vergleich auf: „Ein Igel trinkt so viel Alkohol und ist so besoffen, da müsste ein Mensch zehn Liter Schnaps trinken, um das gleiche Level zu erreichen.“ Komasaufen in der Tierwelt – nicht ganz ohne menschliche Unterstützung. Wir sind der Barkeeper. Die Kneipe ist unser Garten: Um Nacktschnecken einzufangen, werden häufig Bierfallen aufgestellt. Die Igel futtern die Schnecken und trinken das Bier. Was sich witzig anhört, ist für die Säugetiere gefährlich. „Die schlafen sturzbesoffen ein und sind leichte Beute für Greifvögel oder Katzen“, sagt Ludwig.

Während Igel beiläufig auf den Alkohol stoßen, suchen andere Tiere gezielt nach dem Rausch. Rentiere wühlen unter der Schneedecke nach Fliegenpilzen. Die sogenannten Magic Mushrooms haben eine halluzinogene Wirkung. „Das ist wie ein LSD-Trip. Die Tiere sind high“, erklärt Ludwig.

Dreister sind da Meerkatzen in belebter Strandnähe. „Die klauen den Menschen die Cocktails von der Strandbar“, sagt Ludwig. Nach etwa drei Drinks sind die Affen voll, was sie nicht davon abhält, immer wiederzukommen. „Man kann da schon von einer Alkoholsucht sprechen – wie bei Menschen“, sagt Ludwig.

Die trinkfestesten Tiere in dieser Liste sind überraschenderweise die kleinsten: Singvögel. Ein Star isst häufig vergorenes Obst – und bleibt dabei nüchtern. „Singvögel haben das Enzym zum Alkoholabbau – Alkoholdehydrogenase – in einer 14 Mal höheren Konzentration als Menschen“, sagt Ludwig. Umgerechnet auf menschliche Körpermaßstäbe könnte ein Star alle acht Minuten eine Flasche Wein trinken – ohne ins Torkeln zu geraten.

Auf den Geschmack gekommen sind auch Delfine. Die Meeressäuger trinken zwar keinen Alkohol, dröhnen sich trotzdem gerne mal zu. „Delfine kiffen Kugelfische“, sagt Ludwig. Dabei kauen sie zart auf dem Fisch herum, der dadurch das Nervengift Tetrodotoxin absondert. Anscheinend eine absolute Premiumdroge. „Der Kugelfisch wird rumgereicht wie ein Joint. Dann treiben die Delfine bekifft an der Wasseroberfläche“, sagt Ludwig.

Eine weitere Besonderheit: Nur junge, männliche Delfine gönnen sich den Trip.

Quelle: Noizz.de