Vor allem eine Szene sorgt für Zündstoff.

Es sollte ein großer Werbe-Coup werden. Als erstes Model seit Cindy Crawford 1992 drehte Kendall Jenner den neuen Spot für Soft-Drink-Hersteller Pepsi. Die Halbschwester von Kim Kardashian konnte ihre Euphorie darüber kaum verbergen. „Ich bin begeistert, mich in die legendäre Liste von Ikonen, die ihre Generation repräsentiert und mit Pepsi zusammengearbeitet haben, einreihen zu dürfen", sagte Jenner dem US-Portal „People Style“. Von Jenners „Aufstieg in den Model-Olymp“ war die Rede. Aber der Schuss ging nach hinten los.

Im neuen Werbespot, der am Dienstag in einer langen (2:30 Minuten) und einer kurzen Version (30 Sekunden) vorgestellt wurde, schließt sich Jenner während eines Fotoshootings kurzerhand einer Friedensdemo an. Sie streift ihre blonde Perücke ab und schnappt sich eine Pepsi. Alle jubeln, am Ende gibt das Model einem Polizisten eine Pepsi-Dose. Der kann gar nicht anders, nimmt einen Schluck und grinst seine Kollegen an.

Kernaussage der Werbung: Wer braucht schon Proteste und Demos? Trinkt doch einfach Pepsi und freut euch.

Über diese Botschaft ärgern sich viele Amerikaner. Seit mehreren Gewalttaten von Polizisten gegenüber Schwarzen und der Wahl von Donald Trump häufen sich Protestaktionen in den USA. Dass Pepsi diese Bewegungen nun als Werbe-Inszenierung mit Kendall Jenner als Friedensaktivistin nutzt und alles mit einer Dose Cola geradebiegen will, sorgt für einen mittelschweren Shitstorm.

Besonders eine Szene macht die Amerikaner wütend. Den Moment, als Jenner dem Polizisten die Pepsi reicht, sehen viele als Anspielung an ein berühmtes Foto aus den „Black Lives Matter“-Protesten Schwarzer Bürger gegen Polizeigewalt. Dort ist Ieshia Evans zu sehen, die friedlich gegen rassistische Gewalt protestiert – und von den schwer bewaffneten Polizisten festgenommen wird.

Hier ist der komplette Werbe-Spot:

Quelle: Noizz.de