Jaden Smith hat sein Rap-Album auf Instagram veröffentlicht

Sabine Winkler

Indie, Kaffee & Liebe
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Er hat die Haare schön – und ein neues Album draußen: Jaden Smith. Foto: Hubert Boesl / dpa picture alliance

„SYRE: The Electric Album“ kannst du nur auf IGTV hören.

Jaden Smith ist der Sohn von Rapper und Schauspieler Will Smith. Wie seine Schwester Willow Smith macht auch der 20-jährige Sprössling Musik. Über seinen Style (er ist Modedesigner und Model) oder seine Schauspielkunst (u.a. das Remake von „Karate Kid“ von 2010) lässt sich streiten, seine Musik ist aber merkwürdigerweise ganz gut.

Mit seinem Song „Icon“, der bisher über 81 Millionen Klicks auf YouTube hat, landete er im vergangenen Jahr sogar einen Hit in den USA.

Nicht einmal ein Jahr nach dem Release seines Debüts überrascht uns Smith Junior schon mit neuer Platte – na ja, fast. Auf Instagram droppt der Rapper nun fünf Neuversionen aus „SYRE“. Versehen mit dem Zusatz „The Electric Album“, ist eigentlich alles gesagt. Die Stücke „B,” „Icon,” „Fallen,” „Ninety,” und „Lost Boy” haben ein paar freshe Beats und Electro-Sounds bekommen. Klingt gut, aber auch ein bisschen so wie das, was im Moment am Start ist – und gut in den Charts ankommt. Gelernt hat er vom Auto-Tune-Mastermind Kanye West. Richtig neu ist das aber eben nicht.

Viel interessanter ist dann aber die Art, wie er das sogenannte Album (früher hätten wir fünf neue Songs doch einfach EP genannt) mit uns teilt. Auf Smiths Insta-Profil selbst gibt es jeweils nur Eine-Minuten-Snippets zu hören. Die Songs in voller Länge gibt es aber nicht auf Spotify, Tidal oder Apple Music, sondern: nur auf IGTV.

Die Video-Channel-Abteilung von Instagram gibt es ja noch gar nicht so lange. Erst seit Ende Juni ist sie verfügbar, der Wunsch, die neue Plattform zu nutzen und Reichweite aufzubauen dafür umso größer. Dass Jaden Smith sein neues Album nicht auf anderen Plattformen vertreibt, scheint die logische Konsequenz und Steigerung von digitalem Musikvertrieb zu sein.

Bereits 2017 nahm laut Bundesverband der deutschen Musikindustrie der digitale Vertrieb von Musikinhalten fast 50 Prozent ein. Tendenz steigend. Wer da was an wen bezahlt, ist momentan aber genauso wenig einsehbar wie manch ein Influencer-Gehalt.

Neu ist Instagram als Plattform für moderne Musikvermarktung aber nicht. Seit gut einem Jahr spielt sich hier unter Teenagern die Erweckung der Boybands ab. Bands wie Why Don’t We (2,9 Millionen Abonnenten), CNCO (2,5 Millionen) oder Prettymuch (517.000) haben ihren Fame – und wohlmöglich auch ihr Einkommen – Instagram zu verdanken. Ihre Fans teilen und klicken alles, was die zusammen gecasteten Mitglieder machen. Das bringt natürlich irgendwann auch lukrative Werbeangebote. Selbst wenn die Musik nicht in den Charts landet.

Hinter den Bands steckt übrigens der allseits bekannte britische Musikproduzent Simon Cowell, der sonst eher als fieser Juror von X-Factor auftritt. Die Einkommens-Lücke durch die Trennung der Boyband One Direction hat er mit dieser neuen und zeitgemäßen Marketingstrategie wohl mehr als gut kompensiert.

Apropos Einkommen: Ist jemandem das Tesla Modell X in den wahnsinnig schön gedrehten, entschleunigten rosa-farbenen Instaclips von Jaden Smith aufgefallen? Ein Zufall ist das wohl kaum …

Quelle: Noizz.de