Wir haben ausgerechnet, wer sein Quartier am dümmsten gebucht hat.

Von der kuhrischen Nehrung an der Ostsee bis zur Großen Diomedes-Insel im Beringmeer: Russland ist das größte Land der Welt. Und auch wenn sich die WM-Austragungsorte auf den europäischen Teil beschränken, wird es für die Spieler weite Strecken zurückzulegen geben.

Da kann es nicht schaden, in der Gruppenphase ein strategisch günstiges Camp für die Mannschaft zu wählen. Schließlich sind die Flüge unnötiger Stress. Und stundenlanges Sitzen ist für den Sportlerkörper vielleicht auch nicht das Beste.

Wir haben daher für euch ausgerechnet, wer während der Gruppenphase die meisten Kilometer zurücklegen muss:

  1.  Ägypten (4.583 km)
  2. Nigeria (4.295 km)
  3. Saudi-Arabien (3.720 km)
  4. Dänemark (3.696 km)
  5. Brasilien (3.689 km)
  6. Südkorea (3.636 km)
  7. Polen (3.554 km)
  8. Schweden (3.560 km)
  9. Schweiz (3.319 km)
  10. Peru (3.293 km)
  11. England (3.267 km)
  12. Kroatien (3.262 km)
  13. Spanien (3.261 km)
  14. Serbien (3.021 km)
  15. Marokko (2.822 km)
  16. Senegal (2.620 km)
  17. Uruguay (2.596 km)
  18. Belgien (2.450 km)
  19. Mexiko (2.377 km)
  20. Costa Rica (2.316 km)
  21. Island (2.242 km)
  22. Frankreich (2.137 km)
  23. Deutschland (2.081 km)
  24. Japan (1.924 km)
  25. Portugal (1.873 km)
  26. Iran (1.867 km)
  27. Australien (1.808 km)
  28. Panama (1.494 km)
  29. Russland (1.492 km)
  30. Tunesien (1.426 km)
  31. Argentinien (1.037 km)
  32. Kolumbien (604 km).

Ihr seht: Die Ägypter um Mo Salah werden die meisten Meilen sammeln: 4.583 Kilometer entsprechen fast der Strecke von Berlin nach Kabul. Kolumbien kann dagegen mit schlappen 604 Kilometern fast schon aufs Fahrrad umsteigen.

Die Wahl Ägyptens ist tatsächlich etwas kurios: Das nordafrikanische Team wird in Grosny unterkommen, der Hauptstadt der Region Tschetschenien, die von ihrem Präsidenten Ramsan Kadyrow weitgehend autonom verwaltet wird. Ein möglicher Grund für die Entscheidung: Tschetschenien ist eine streng islamisch geprägte Region, hier steht sogar eine der größten Moscheen Europas.

Die ebenfalls sunnitischen Ägypter müssten also zumindest den Ruf des Muezzins nicht missen. Allerdings ist Grosny trotz pompösen Stadions nicht Austragungsort der WM. Und in die umliegende Kaukasus-Region, wo immerhin ein paar Gruppenspiele stattfinden, müssen Mo Salah und Co. auch nicht ausrücken, dafür in die viel weiter nördlich gelegenen Städte Jekaterinburg, Sankt Petersburg und Wolgograd.

Und apropos Mo Salah: Besagter Präsident Kadyrow, dem unter anderem Folter und Internierung von Schwulen vorgeworfen werden, lud ihn zu einer Ehrenrunde im Stadion ein. Salah saß auf dem Weg sogar in Kadyrows Wagen. Die Bilder mögen ein wenig an den unglücklichen Auftritt von Mesut Özil und Ilkay Gündoğan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan erinnern. Die größte Hoffnung für sein Team ist Salah natürlich trotzdem.

Die Kolumbianer machen's geschickter

Kolumbiens Nationalteam kommt in einem Ski-Ressort in der Nähe von Kasan unter, wo auch gleich das zweite Gruppenspiel stattfinden wird. Die übrigen Partien werden in Saransk und Samara ausgetragen, die beide nicht zu weit von Kasan entfernt sind. Spätestens im Achtelfinale stünde allerdings mit Moskau oder Rostow am Don eine längere Reise an.

Das deutsche Team hat ebenfalls den Luxus, einmal in der Gruppenphase ohne Flug auszukommen. Eines seiner Spiele findet in Moskau statt, unweit des Quartiers in Watutinki. Mit 2.081 Kilometern ist die Mannschaft im Mittelfeld der Meilensammler.

Quelle: Noizz.de