Eine Frau, die ihren Sport bekannter machen will – mit ihrem Print-Magazin „DogDays“.

Ende Juni 2018 kam die zweite Ausgabe von „DogDays“ auf den Markt, Europas erstem Magazin für Aggressives Rollerskating. Die perfekte Gelegenheit, um mit Herausgeberin Marta Popowska über die Hintergründe und Inhalte des Magazins zu sprechen.

Die Sportart ist wahrscheinlich noch nicht jedem ein Begriff. Letztendlich meint Aggressive Rollerskating aber nichts anderes als das Rollschuhfahren in Skateparks - Grinds und Airs inklusive!

Anders als die üblichen Verdächtigen in Skateparks, die Skateboarder, die BMXer und Scooter-Fahrer ist Aggressive Rollerskating jedoch stark frauendominiert. Es tut sich also was in Deutschlands Skateparks!

Mit dem DogDays-Magazin hat die Sportart nun auch sein erstes Magazin erhalten. Um was es dabei genau geht, wieso Print nicht tot ist und wie es zu all dem kam, hat Marta dem Blog Sidestreet Hero erzählt.

Sidestreet Hero: Hi Marta. Erzähl doch mal, wie bist du denn überhaupt zum Aggressive Rollerskating gekommen?

Marta Popowska: Wie bei den meisten Frauen hat alles mit Roller Derby angefangen. Ich habe hier mit ein paar Mädels vor circa 12 Jahren die „Stuttgart Valley Rollergirls“ gegründet, als damals ersten deutschen Roller-Derby-Verein. Ende letzten Jahres habe ich Derby an den Nagel gehängt, um Zeit für das Magazin, aber auch für das Ramp- und Bowlskaten zu haben, das ich vor etwas mehr als zwei Jahren angefangen habe.

Hast du das Gefühl, dass Aggressive Rollerskating in Deutschland an Bedeutung gewinnt?

Marta: Ja, das tut es definitiv! Das kriegt man auch sehr gut mit, wenn man in diesem Mikrokosmos unterwegs ist. Aktuell ist es so, dass ganz viele Frauen angefangen haben, die Skateparks für sich zu entdecken. Es ist weit mehr als nur ein bisschen Sport. Es hat auch viel mit Community und Identität zu tun. Vor allem auf Instagram und über Social Media im Allgemeinen sieht man, wie stark die Szene auch weltweit am wachsen ist.

Und wie kamst du dann überhaupt auf die Idee mit dem Print-Magazin?

Marta: Ich hatte vor Jahren, als ich noch Roller Derby gespielt habe, bereits mit dem Gedanken gespielt, ein Print-Magazin übers Skaten zu machen. Damals aber hatte ich einfach keine Zeit und daher die Idee erstmal verworfen. Ich habe dann mit meinem Freund Jonas vor circa eineinhalb Jahren eine Skate-Tour durch Mexiko gemacht und gleichzeitig für unsere Freunde unsere Erlebnisse auf einem kleinen Blog festgehalten. Anschließend haben wir uns gedacht: Hey, lass uns das Print-Magazin einfach machen! Bis auf ein paar Fanzines gibt es kein anderes Print-Magazin für Aggressive Rollerskating. So ist das dann alles ins Rollen gekommen.

Warum ist es jetzt genau ein Print-Magazin geworden und nicht ein Online-Blog?

Marta: Weil es online viel gibt aber kaum was Gedrucktes und weil Jonas und ich Print-Fans sind. Wir hoffen, es gibt da draußen noch mehr Leute, die so denken. Es wird wahrscheinlich schwierig, überhaupt die Kosten zu decken. Print ist aber etwas, das bleibt, das hat man in der Hand. Auf Instagram und Co. wird man täglich mit super Fotos bombardiert, aber es ist einfach so viel, dass nichts nachhaltig hängenbleibt. Sein Foto aber in einem Magazin zu sehen, das man immer wieder hervorholen kann, ist doch viel geiler. Gedruckte Fotos haben einen emotionalen Wert.

Hattest du vorab schon Erfahrung im Print-Bereich?

Marta: Ich bin zwar Journalistin, aber es ist doch nochmal was ganz anderes, wenn man ein eigenes Magazin auf die Beine stellt. Wenn ich als Autorin arbeite, ist das nur ein ganz kleiner Teil von dem, was ich jetzt für das Magazin machen musste. Da kommen ganz andere Herausforderungen auf dich zu. Erstmal alles Rechtliche abchecken. Eine Menge an E-Mails schreiben, immer hinterher sein, um alle Texte, Infos und Fotos zu bekommen – und das Ding vor allem an die Leute zu bringen. Das macht mehr Arbeit als das Schreiben.

Um was genau geht es eigentlich im Magazin?

Marta: Wir wollen uns da eigentlich alles offenhalten und schauen, wie wir es zeitlich schaffen. Das Konzept ist in erster Linie, dieser wachsenden Szene eine Plattform zu geben und eine gute Mischung aus Reisegeschichten, Interviews und natürlich Skate-Fotos zu haben. Interviews sowohl mit Vorbildern und Stars der Szene als auch mit Newcomern, die gerade entdeckt wurden oder wo man denkt: Die machen einfach geile Sachen.

Gibt es ein höheres Ziel, das du mit dem Magazin erreichen willst?

Marta: Nein, so weit würde ich jetzt nicht gehen. Ich lasse das eher auf mich zukommen. Es war sehr schwer, einzuschätzen, ob Leute überhaupt an einem Printmagazin interessiert sind. Im Moment haben wir einfach nur Bock, das zu machen, und viele Leute finden es gut. Von daher: Mal gucken, wo das Magazin in einem Jahr steht.

Wie oft soll das Magazin rauskommen?

Marta: Wir haben uns ein ambitioniertes Ziel gesetzt und uns auf vierteljährig festgelegt. Es ist schon sehr knackig, alle drei Monate ein 50-seitiges Magazin rauszubringen, das ich praktisch fast alleine schreibe und das Jonas alleine gestaltet und viele der Fotos macht. Ich hoffe, dass da in Zukunft auch ein paar Autoren dazukommen. Die Zeit wird zeigen, ob wir das schaffen.

Wie kamst du eigentlich auf den Namen „DogDays“?

Marta: Es sollte nicht sofort nach Skate-Magazin klingen. Zudem hatten Jonas und ich damals unseren Blog über unsere Skate-Tour in Mexiko auch „Hundetage“ genannt, und diese „DogDays“, also die heißen Sommertage, wo man nur so in den Tag hineinlebt, passen ja auch irgendwie zum Skaten. Zudem ist der Name einfach catchy und bleibt gut hängen.

Mehr zum Thema Action Sports und Lifestyle könnt ihr auch auf dem Blog "Sidestreet Hero" lesen!

Quelle: Noizz.de