Nach der historischen Niederlage gegen Mexiko muss unsere deutsche Mannschaft ihre Einstellung komplett ändern.

Die ganze Welt blickte am Sonntag auf das Weltmeister-Team Deutschland. Was sie sahen: Ein Özil, der nicht die Hymne mitsingt, einen über den Platz irrenden Müller und einen willigen Reus, dessen Einsatz viel zu spät kam. Gefehlt hat vieles. Vor allem eine gut funktionierende Mannschaft. Alle enttäuschen.

Jedes Spiel ein Endspiel

Vor dem nächsten Gruppenspiel am kommenden Samstag gegen Schweden gilt jetzt alles oder nichts. Der Druck für die deutsche Mannschaft ist enorm. Ein Sieg MUSS her, um die Gruppenphase zu überstehen. Noch nie ist eine deutsche Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft in der Gruppenphase ausgeschieden.

Auch bei einem Weiterkommen hat man nun das Problem, dass man wahrscheinlich auf Brasilien im Achtelfinale treffen wird.

Der Fluch des Weltmeisters

"Mexiko? Was sollte da schon passieren?" Nur so kann die Einstellung dieser Elf gewesen sein, um die grottige Einstellung zurechtfertigen.

Drei der letzten vier Titelträger sind in der Vorrunde ausgeschieden. Zur Erinnerung: 2014 hatte Spanien mit 1:5 gegen die Niederlande verloren, 2010 schaffte Italien gegen Paraguay nur ein Remis. Dennoch ist Bundestrainer Joachim Löw zuversichtlich: "Uns wird das nicht passieren, wir werden es schaffen. Wir haben alle Möglichkeiten, das zu korrigieren. Aber wir müssen Korrekturen anbringen."

Leistungen der Abwehr waren einfach peinlich

Erstmals seit 36 Jahren verloren wir ein Auftaktspiel bei einer Weltmeisterschaft. Nur 1982 gegen Algerien verloren wir das erste WM-Spiel. Zwar kamen wir damals noch ins Finale aber das ist kein Trost zudem wie sich die aktuelle Nationalmannschaft in Russland präsentiert.

Mats Hummels rutschte vor dem Gegentreffer zum 0:1 aus, Joshua Kimmich stand dazu auch noch falsch, Jérôme Boateng sortierte seine Abwehr nicht richtig.

Erst nach etwa einer Stunde mit der Einwechslung von Marco Reus kam endlich etwas mehr Dynamik und Aggresivität ins Spiel. Aber deutlich zu spät!

Man wollte den Fernseher anschreien

Der Auftritt in der ersten Halbzeit war eines Weltmeisters unwürdig. Man hatte den Eindruck als wüssten vereinzelte Spieler nicht, dass sie sich hier gerade bei der Fußball-Weltmeisterschaft befinden und es um die Mission Titelverteidung geht!

Wie im Freundschaftsspielmodus taumelten Hummels & Co. über den Rasen. Viele Konzentrationsfehler führten zu fatalen Ballverlusten. Die Einstellung und die Ausstrahlung der Spieler war beängstigend.

Mexiko dagegen war aggressiver und spielfreudiger. So eine Leistung hat die deutsche Nationalmannschaft lange nicht gezeigt. Die Leidenschaft, der Wille und vor allem der Biss erneut alles zu geben, um den Titel zu verteidigen, haben komplett gefehlt. Die Spieler wirkten schlaff und mutlos.

Was beim Confed Cup 2017 souverän gegen Mexiko gelang, wurde im Moskauer Luschniki-Stadion zur Blamage.

Die deutsche Mannschaft kann noch immer zum fünften Mal Weltmeister werden. Sehr wahrscheinlich ist es nach diesem Spiel allerdings nicht mehr!

Quelle: Noizz.de