Es passieren komische Sachen auf dem Transfermarkt – wir erklären dir warum!

Ein deutscher Nationalspieler wechselt von einem Champions League- Teilnehmer zu einem Abstiegskandidaten. BVB-Legende Nuri Sahin verlässt Dortmund nach Bremen. Das Transferfenster in Deutschland schließt heute! Manch einer verliert da schnell die Nerven ...

Die Zeit tickt...

Um 18 Uhr müssen heute alle Verträge bei der Deutschen-Fußball-Liga vorliegen. Nur dann ist der Transfer offiziell. Bei der Einhaltung der Fristen sind die Damen und Herren der DFL genau so gnadenlos wie die Universitäten bei der Abgabe der Bachelorarbeiten. Während einige Studenten da schon verzweifelt sind, haben auch in den vergangenen Jahren manche Manager die Krise bekommen.

Doch warum wechseln so viele erst heute?

Eigentlich könnte man denken: Die Vereine und Spieler haben doch vom Ende der Bundesliga-Saison bis zum 31. August Zeit, sich zu einigen. So ist es nicht. Zwar können die Vereine mit den Spielern schon Monate zuvor sprechen. Doch richtig Tempo in den Markt kam dieses Jahr erst nach der Weltmeisterschaft. Erst Mitte Juli war die WM vorbei. Das Turnier ist die größte Bühne für Fußballer, sich zu präsentieren, die es gibt. Vorher möchten die Vereine in Deutschland (die chronisch klammer sind als die in England) nicht unbedingt ihr ganzes Budget ausgeben.

Qualifikation nach Europa spielt eine Rolle

Schon im Juli starten die Qualifikationsrunden zur Champions League und Europa League. Die meisten Spieler möchten unbedingt in den europäischen Wettbewerben spielen. Daher bleiben sie auch mal bei einem kleineren Verein. Aber die endgültigen Qualifikationsspiele fanden erst diese Woche statt. Beispiel Red Bull Salzburg: Die Österreicher sind mit vielen talentierten Spielern am Mittwoch gegen Roter Stern Belgrad in der Champions League gescheitert.

Auch Pannen sind möglich!

Heute wechselte Eric-Maxim Choupo-Moting ablösefrei von Stoke City (England) zu Paris Saint-Germain. 2011 scheiterte sein Transfer vom Hamburger SV zum 1.FC Köln an einem defekten Faxgerät. Das Fax mit der gültigen Unterschrift von Choupo-Moting kam 13 Minuten zu spät bei der DFL an. Transfer geplatzt.

Von Liga zwei in die Champions League Foto: dpa dpa Picture-Alliance

Ohne Champions League lieber zweite Liga in Deutschland

Ohne Qualifikation nach Europa ist Salzburg für junge Spieler nicht interessant und lukrativ genug. So wollte der südkoreanische WM-Teilnehmer Heechan Hwang mit Red Bull Salzburg Champions League spielen. Ohne die Königklasse wollte Hwang aber weg. So wechselte er heute per Leihe zum Hamburger Sport-Verein.

Trapp will lieber spielen Foto: dpa dpa Picture-Alliance

Zocken und Warten beim Konkurrenten

Der deutsche Nationalspieler Kevin Trapp wechselt von Champions League Teilnehmer Paris Saint Germain zu Eintracht Frankfurt. Trapp hatte in Paris alles, auch sein üppiges Millionen-Gehalt: Seine hübsche Model-Freundin Izabel Goulart wohnt dort, er war beliebt in der Mannschaft und Paris ist eine wunderschöne Stadt.

Warum also dieser Wechsel?

Trapp war nur die Nummer drei bei den Torhütern in Paris. Hinter Torwart-Legende Gianluigi Buffon und dem Franzosen Alphonse Areola. Also hätte ihm die Tribüne in Paris gedroht. Das wäre für seine Nationalmannschafts-Karriere das Ende. Trapp hatte wohl darauf gehofft, dass Areola Paris auch noch verlässt. So hätte er mehr Chancen auf Einsätze gehabt. So musste Trapp jetzt handeln.

Es gibt nur Gewinner

Eintracht Frankfurt bekommt einen klasse Torwart. Kevin Trapp spielt wieder regelmäßig und kann sich in der Bundesliga präsentieren. Dazu hat er keine finanziellen Einbußen. Das Gehalt teilt sich Frankfurt mit Paris. PSG spart sich dadurch etwa die Hälfte des Gehalts (ca.3 Millionen Euro) und hat keinen unzufriedenen Keeper, der nicht spielt. Frankfurt konnte sich diesen Transfer aber erst leisten, weil sie wussten ,wie viel sie noch ausgeben konnten. Dazu war eben kein anderer Wunschspieler mehr zu kriegen. Statt Champions League eben Europa League mit der Eintracht.

Domino-Effekt

Weil Olympique Lyon nicht seinen Wunschspieler Moussa Dembele von Celtic Glasgow bekommen hat, durfte Lyon-Stürmer Maxwel Cornet nicht zum VFL Wolfsburg. Borussia Dortmund verpflichtete vor zwei Wochen den belgischen WM-Star Axel Witsel. Das schaute sich Nuri Sahin jetzt zwei Wochen an. Er sah so keine Chance mehr auf genügend Spielzeit und flüchtete heute zu Werder Bremen. Er will eben nur spielen, statt als die Champions League von der Tribüne zu verfolgen.

Quelle: Noizz.de