Auch dich hat die Corona-Quarantäne zum plötzlichen Sport-Freak gemacht? Sei schlau und vermeide diese Anfängerfehler, die ich (unfreiwillig) ausgetestet habe. Das spart dir Geld, Zeit – und vor allem Scherzen.

Kurz nach dem Aufstehen ein Morgen-Work-out, in der Mittagspause Joggen und am Abend ein paar Sit-ups – vor zwei Monaten hätte ich einen solchen Tagesplan noch als Albtraum bezeichnet. Doch dann kamen vier Wochen selbstgewählte Corona-Quarantäne – und mit ihr die Langeweile.

Klar, anfangs dachte ich: "Was gibt es Schöneres, als endlich Zeit für die zwanzigtausend aufgeschobenen To-Dos zu haben?" Doch irgendwann war jede Mail beantwortet, jeder Uni-Aufsatz geschrieben und jede Klamotten-Schublade sortiert. Normalerweise hätte ich an diesem Punkt zur Fernbedienung gegriffen, um den neusten Netflix-Stoff auszuchecken. Doch irgendetwas hielt mich zurück – und drängte mich stattdessen zur gerade sortierten, aber sonst unangetasteten Schublade mit Sportklamotten. Im Wohnzimmer rumhüpfen anstatt mit Serien zu entspannen? Amüsiert gab ich diesem neuartigen Impuls nach – und fand mich eine halbe Stunde später mitten auf einer Yoga-Matte wieder, wie ich mir bei einem Hardcore-Full-Body-Work-out die Seele aus dem Leib hampelte. Glaubt es oder nicht: Seit diesem Moment habe ich keinen einzigen Tag mehr ohne Sport verbracht.

Versteht mich nicht falsch: Mich nerven Quarantäne-Tipps à la: "Wenn du nicht mindestens ein Buch schreibst und zwei Fremdsprachen lernst, bist du ein fauler Sack". Sehr sogar. Aber wenn ihr aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen plötzlich auch Lust auf Sport bekommt, lasst euch eines gesagt sein: Ich habe so gut wie alle Anfängerfehler begangen – und ihr könnt sie dank mir vermeiden, wenn ihr diesen Text lest. Gern geschehen.

1. Fehler: Mit dem Hardcore-Full-Body-Work-out beginnen

Ich verstehe schon – wenn einen die Sportlust überkommt, traut man sich alles zu. Eine Stunde lang Bauch-Beine-Po mit einer fünfsekündigen Pause zwischen den Übungen ist aber nichts, was IRGENDJEMAND ohne eine starke Grundmuskulatur einfach so über die Bühne bringt. Du. musst. das. auch. nicht. Wenn du ein solches Work-out unbedingt machen willst, setz es dir als Ziel, das du nach einigen Tagen oder Wochen erreichen willst. Vorher ist es einfach nur kontraproduktiv. 1.: Wenn du zwischendurch auf Pause drückst und damit deine Erwartungen nicht erfüllst, demotiviert dich das total (selbst probiert). 2.: Am nächsten Tag wirst du so starken Muskelkater haben, dass jede weitere Übung sich anfühlt, wie der sichere Tod. Regelmäßiges Training kannst du damit vergessen.

Lass es mit dem Sport langsam angehen

2. Fehler: Wahllos irgendwelche Übungen machen

Auch wenn es klischeehaft und peinlich wirkt – am meisten Spaß macht es, wenn du die Workouts nach dem Vorbild von Fitness-YouTuber*innen machst. Einige von ihnen sind gar nicht mal so unsympathisch, motivieren dich, bis an deine Grenze zu gehen und haben sich bei der Zusammenstellung ihrer Übungen etwas gedacht. Schnaufend ein paar Sit-ups zu machen, bis du nicht mehr kannst, beruhigt zwar dein Fitness-Gewissen. Ein durchdachtes Work-out, das deinen ganzen Körper stärkt, bringt dir letztendlich aber viel mehr.

Mach es wie diese Kinder: Trainiere mit Fitness-YouTuber*innen

3. Fehler: Zu wenig Gedanken über Sportbekleidung machen

In die Leggings schlüpfen, ein T-Shirt überstreifen und dann mit den ausgelatschten Sneakern zum Joggen? Habe ich ausprobiert – und bin jetzt seit einigen Tagen laufunfähig. Denn auch wenn du sofort loslegen willst, tust du dir keinen Gefallen damit, zu den nächstbesten Sportklamotten zu greifen, gerade beim Joggen. In meiner Riesenmotivation steigerte ich mich innerhalb weniger Tage von zwei auf zehn Kilometer Joggen – und konnte am nächsten Morgen kaum mit den Füßen auftreten. Glaub mir: Laufschuhe haben ihre Daseinsberechtigung und sind in meinem Fall schleunigst bestellt worden.

Diese Joggerin hat wohl an Laufschuhe gedacht

4. Fehler: Zu viele Gedanken über Sportbekleidung machen

Nein, dieser Punkt widerspricht nicht komplett dem vorangegangenen. Denn, dass du eine Yoga-Matte, Laufschuhe und einen perfekt sitzenden Sport-BH besitzen solltest, stelle ich gar nicht infrage. Ein klassischer Anfängerfehler ist es jedoch, sich komplett neu einzudecken und zu glauben, dass die teueren Neuanschaffungen einen zum Sport motivieren. Auch das habe ich selbst getestet und kann dir sagen: Tun sie nicht. Wenn sie unbenutzt in der Ecke herumstehen, machen sie dir einfach ein schlechtes Gewissen, woraufhin du Sport nur noch aus einer negativen Motivation heraus treibst. Nicht gerade die beste Voraussetzung für langfristigen Sport-Spaß. Die alte Leggings und das Schlabber-Shirt reichen für den Anfang.

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5. Fehler: Deine Leistung nicht tracken

Einfach drauflos joggen und am Ende schätzen, wie weit du es geschafft hast? Kann man machen – dann bleibt aber der Spaß auf der Strecke. Denn neben dem berauschenden Gefühl, das du verspürst, wenn du an deine Grenzen gehst, ist vor allem eines super motivierend: Am Ende des Tages zu sehen, was du geleistet hast – und diese Leistung am nächsten Tag zu überbieten. Beim Joggen eine Handyapp mitlaufen zu lassen, hat bei mir außerdem Effekt, dass ich während einer Runde immer wieder kleine Motivations-Schübe habe: Bei jedem Kilometer unterbricht die Tracking-App kurz meine Musik und teilt mir mit, wie weit, wie lange und mit welchem Durchschnittstempo ich schon gelaufen bin. So wird die Strecke in kleine kleine Etappen eingeteilt und ich denke nicht die ganze Zeit "Boaah, weit weit noch!".

Ich tracke meine Leistung mit der App "Runtastic" von Adidas.

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6. Fehler: Keine Pausen machen

Was gibt es Nervigeres, als jeden Tag Sport zu treiben – und einfach keine Erfolge zu sehen? Für plötzliche Sport-Lover in Quarantäne wahrscheinlich so gut wie nichts. Folgt auf dein tägliches Training kein Muskelaufbau, könnte es daran liegen, dass du deinem Körper einfach keine Pause gönnst. Denn Muskelwachstum findet nicht etwa während des Trainings statt, sondern in den Pausen dazwischen. Wenn du dir die gönnst und auch auch noch genug Nährstoffe reinpfeifst, sollte es auch kein Problem mehr geben. Ein simpler Trick, wenn du nicht ganze Tage komplett pausieren möchtest: Trainiere an verschiedenen Tagen verschiedene Muskelgruppen.

Et voilá: Das waren alle Anfänger-Fallen, in die ich seit Beginn der Quarantäne getappt bin. Seid schlau und macht es von Anfang an richtig.

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  • Quelle:
  • Noizz.de