Sportlerin, Mutter, Ikone und Heldin slammt alle.

Nachdem ein alter weißer Mann, zuständig für eine alte weiße Schnöselsportart, Serena Williams vorschreiben wollte, dass sie nicht in ihrem "Black Panther"-Catsuit bei den French Open auf dem Platz stehen darf, spielte diese die U.S. Open jetzt im schwarzen Tüll-Tutu.

And she slayed: Williams erzielte in ihrer "Arbeitskleidung" auch noch den Sieg im Match – und das ohne großartige Anstrengung, aber in großartigem Aufzug. In your face, Bernard Giudicelli!

Kann dem French-Open-Chef mal jemand erklären, was Respekt ist?

Der Präsident des Französischen Tennisbunds griff kürzlich so richtig schön in die sexistische Mottenkiste: Er ließ in einem Interview verlauten, man habe in der Vergangenheit zu viel zugelassen, was den Dresscode der bedeutenden Tennis-Turniere angeht. Man müsse den Platz und das Spiel respektieren. Aha, ja. Und das geht am besten, indem ein alter Sack einer Frau vorschreiben möchte, was sie anziehen soll? Kann sich mal bitte jemand darum kümmern, dass Giudicelli von einem Kindergartenkind erklärt bekommt, was "Respekt" bedeutet und dass das Konzept auch etwas mit Gegenseitigkeit zu tun hat?

Williams jedenfalls ließ sich nicht beirren und war - wie immer - großartig auf dem Platz. Nicht umsonst ist die 23-fache Grand-Slam-Siegerin eines der wichtigsten Gesichter von Nike. Die Marke hatte auch ihren "Black Panther"-Catsuit und nun besagtes Tüll-Tutu zusammen mit Virgil Abloh (Kult-Designer bei Louis Vuitton und Off-White-Chef) zu verantworten.

Die Geschichte Williams' scheint auch für die Werbe-Köpfe von Nike Inspirationsquelle zu sein. Tennis ist nun mal ein sehr weißer, sehr "ordentlicher" Sport, der in teuren Countryclubs betrieben wird. Aufstrebende Talente finden sich eher in kostspieligen Internaten als auf dem "Bolzplatz".

Williams wuchs im L.A.-Problemvorort Compton auf und steht auf dem Platz seit sie drei Jahre alt ist. Trainiert hat sie ihr Vater. Auf Tennisturnieren waren Serena und ihre Schwester Venus Außenseiter: Aufgrund rassistischer Kommentare anderer Eltern reduzierte Papa Williams die Stunden seiner Töchter auf dem Tennisplatz. Außerdem sollten die Mädchen genug Zeit für Schule und Bildung haben. Seit 1998 kämpft Williams sich nun durch die Turniere und weiß durch ihren Stil, ihre Kraft und vor allem dadurch, dass sie eine verdammte Göttin ist zu überzeugen.

Nicht umsonst sehen Nike-Adverts derzeit so aus:

Nike stellt sich hinter seine Sportlerin

Auch nach der Diskussion um den Catsuit von Williams und inwiefern es nun okay sei, dass sie eben nicht im weißen kleinen Röckchen normenkonform herumhüpft, um Ewiggestrige wie Giudicelli glücklich zu machen, stellt sich Nike mit folgendem Post hinter seine Sportlerin:

Die Geschichte Williams ist die andere Geschichte des Tennis

Klar sollte man bei Nike-Werbung nicht vergessen, dass es hierbei vor allem darum geht, für Geld und verkaufte Produkte zu sorgen. Allerdings darf man nicht verleugnen, dass der Spot um Serena Williams verdammt gut gemacht ist und einem sehr nahe geht.

Im Zentrum stehen Williams und ihr Vater. Wir sehen eine junge Serena, die als Kind ihr Training absolviert und wir hören ihren Vater, der ihr sagt, dass sie stets groß denken sollte. Die Message: Träume können wahr werden, wenn du hart arbeitest und an dich glaubst. Hat geklappt:

Serena Williams hat einmal mehr bewiesen, dass Rasse, Kleidung und Geschlecht egal sein sollten, wenn man großartig ist.

Quelle: Noizz.de