Und der spanische Liga-Verband blamiert sich gerade richtig!

Der Profi-Fußball erlebt eine nie dagewesene Dimension. Der Brasilianer Neymar soll für unglaubliche 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris St. Germain wechseln.

Am Mittwoch verabschiedete sich Neymar von seinen spanischen Team-Kollegen, sein Berater organisierte bereits die letzten Details des Mega-Deals in Paris. Selbst Bald-Ex-Mitspieler Lionel Messi verabschiedete sich via Instagram vom Brasilianer. Der Deal schien perfekt.

Doch am Donnerstag platzte die nächste Bombe im Transferwahnsinn: Wie die Bild berichtet, lehnte die spanische Liga das Geld der Franzosen ab.

Javier Tebas, Chef der spanischen Liga LFP, sagte: „Wir werden das Geld eines solchen Klubs wie PSG nicht akzeptieren. Dieser Klub bricht Regeln und Gesetze, nämlich das Financial Fairplay (FFP) der Uefa und die Gesetze der Europäischen Union sowie die Wettbewerbsregeln aus der Schweiz.“

Ist der Mega-Wechsel in Gefahr?

Nein! Die LFP macht sich Sorgen um die Attraktivität der Liga. Mit Neymar würde einer der schillerndsten Kicker das Land verlassen. Der Wechsel vom Superstar zu einem sportlich schwächeren Team wie Paris wird als Affront gesehen.

ABER: Die LFP hat überhaupt nicht die Kompetenz, den Wechsel platzen zu lassen. Dieser Versuch wirkt lächerlich und zeigt, wie sehr der spanische Fußball vom Mega-Transfer getroffen ist.

Die Neymar-Seite hat jetzt den Weltverband (FIFA) eingeschaltet. Die werden der LFP deren Befugnisse verdeutlichen und den Wechsel durchwinken.

Verstöße gegen das Financial Fairplay können von nationalen Verbänden gemeldet werden, die Untersuchung steht aber der Europäischen Fußball Union (UEFA) zu. Und auch die könnten den Wechsel nicht verhindern, sondern nur Sanktionen gegen Paris aussprechen.

Zum Hintergrund:

In Spanien ist jeder Profifußballer mit einer Ausstiegsklausel ausgestattet. Im Fall des Brasilianers Neymar liegt diese bei 222 Millionen Euro (Weltfußballer Cristiano Ronaldo kostet per Ausstiegsklausel übrigens eine Milliarde Euro, Weltmeister Toni Kroos 500 Millionen).

Bezahlt ein Verein diese Klausel und ist sich mit dem wechselwilligen Spieler einig, muss nicht mit dem abgebenden Verein verhandelt werden. Heißt: Kohle auf den Tisch, Spieler ins neue Trikot.

Die LFP begründet ihr Transfer-Veto mit der Verletzung des FFP. Die Regel der UEFA verbietet den Klubs deutlich mehr auszugeben, als sie einnehmen. Paris hat aber offenbar eine Lücke im System gefunden.

Damit die irren Zahlen nicht in der Bilanz des Scheich-Clubs auftauchen, erhält Neymar vom Paris-Sponsor (Quatar Sports Investments) einen Werbevertrag als Botschafter für die WM 2022 in Katar – über 300 Millionen Euro.

Mit diesem Geld kauft sich der Brasilianer selbst aus dem Vertrag beim FC Barcelona. In Paris steht dann „nur“ das Jahresgehalt Neymars in den Büchern – immerhin zwischen 30 und 40 Millionen Euro netto pro Jahr.

Quelle: Noizz.de