Eigentlich dachte sie, es seien "nur" Doping-Mittel ...

Eine Story wie aus dem Drehbuch: Die niederländische Top-Sprinterin Madiea Ghafoor wollte angeblich Dopingmittel über die deutsch-niderländische Grenze schmuggeln. Erwischt wurde sie dann aber mit über 50 Kilo Drogen – shit happens. Dafür ist die 27-Jährige nun zu langer Haft verurteilt worden, und ihre Profi-Sportkarriere ist wohl Geschichte.

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Insgesamt hat das Landgericht Kleve hat die 27-Jährige wegen Einfuhr von Drogen und Beihilfe zum Drogenhandel zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Niederländerin habe im Juni wissentlich rund 50 Kilogramm Ecstasy und rund zwei Kilogramm Crystal Meth im Auto über die Grenze gebracht. Die Behauptung der Angeklagten, sie habe nichts von den Drogen gewusst, sei unglaubwürdig.

Immerhin hatten die Drogen einen Straßenverkaufswert von 1,5 Millionen Euro. Niemand würde einem Kurier Drogen in der Höhe überlassen, fanden die Richter: "Ein solches Risiko geht kein Drogenhändler ein." Ghafoor habe zumindest billigend in Kauf genommen, die "gewaltige Menge" Drogen über die Grenze zu bringen. Mit dem Urteil lag das Gericht über dem von der Anklage geforderten Strafmaß. Die hatte auf sieben Jahre und sechs Monate Haft plädiert.

Die Drogen wurden in einer Ikea-Tüte geschmuggelt. Foto: ZOLL Andreas Wegener

Für seine Mandantin hatte er in einer Stellungnahme eine ganz andere Version vorgetragen: Vor der WM in Doha hatte Ghafoor, die in der 4 mal 400 Meter Staffel starten sollte, ein Formtief. In ihrer Verzweiflung entschied sie zu dopen. Sie wandte sich an "zwielichtige Gestalten", die als Referenz Kontakte in der niederländischen Radsport- und Leichtathletikszene angaben.

Im Gegenzug sollte sie Dopingmittel auch für andere Sportler über die Grenze bringen, wie ihr Anwalt erklärte. Ohne Wissen seiner Mandantin hätten Unbekannte aber Drogen in das Auto gepackt. Die junge Frau wolle sich nicht weiter äußern, weil sie ansonsten um ihr Leben und das ihrer früheren Lebenspartnerin und deren Kinder fürchten müsse.

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Das Auto war der Läuferin nach Angaben eines Zollbeamten vom niederländischen Olympischen Komitee gestellt worden. Seine Kollegen schilderten vor Gericht, wie sie den Wagen im Juni routinemäßig bei Emmerich im Kreis Kleve überprüften. Sie sei auf dem Weg nach Düsseldorf zum Training, erzählte die Sprinterin den Beamten demnach. Im Gepäck im Kofferraum seien Laufschuhe. Stattdessen fanden die Leute vom Zoll in Koffer, Sporttasche und Kartons zum Teil doppelt eingeschweißte Drogenpäckchen und Bargeld.

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de