Kommt Leute: So schlimm war die Halftime-Show von Maroon 5 nicht

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Adam Levine während der Halftime Show des Super Bowls 2019 Foto: Mark Humphrey / dpa

Nein, ich bin kein Fan.

„Die schlechteste Half time show ever. [...] das ist ja schon Körperverletzung“, schreibt ein Super-Bowl-Zuschauer auf Twitter. Er ist nicht der Einzige, der über die Halftime-Show von Maroon 5 online ab-rantet. Das Netz ist erbost, und wie!

Eigentlich wird schon seit November 2018 im Netz gehatet. Als es vor wenigen Monaten hieß, die Pop-Rock-Band solle 2019 auf der großen Super-Bowl-Bühne die Halftime-Show übernehmen, fragten sich viele zu Recht: Why tho?! Warum versüßt uns am Austragungsort Atlanta kein Hip-Hop-Artist die Halbzeit? Schließlich gilt die Hauptstadt des US-Bundesstaates Georgia als Brutstätte des Genres.

>> Niemand will mit Maroon 5 auf der Super-Bowl-Bühne stehen

Aber nicht nur das: Künstler wie Rihanna oder Cardi B schlugen das Angebot der NFL, in der Halftime-Show aufzutreten, aus, um den ehemaligen Football-Profi Colin Kaepernick zu unterstützen. Der NFL-Star wurde aus der Liga geschmissen, weil er aus Protest gegen US-Präsident Trump und die Polizeigewalt gegenüber Minderheiten in den USA, die Nationalhymne im Stadion nicht mitsang und auch nicht – wie vorgesehen – auf die Knie ging. Mit ihrer Zusage machte Maroon 5 also ein deutliches Statement. Nämlich keins gegen Polizeigewalt.

Kurzum: Diese Halftime-Show war schon gelaufen und mit null von fünf Sternen bewertet, bevor sie überhaupt angefangen hatte.

Let’s be honest: So schlecht war es am Ende trotzdem nicht

Zugegeben: Mit Madonnas Einritt auf einem goldenen Cleopatra-Thron oder Beyoncés bis zur Perfektion durch inszenierte Show konnten die sieben Jungs von Maroon 5 nicht mithalten. Warum sich darüber irgendwer wundert, bleibt schleierhaft. Maroon 5 beglückt uns zwar seit über zehn Jahren regelmäßig mit Radiohits, ein Madonna-Level hat diese Boyband aber bei Weitem noch nicht erreicht. Von Beyoncé ganz zu schweigen. Hier wird obviously mit dem falschen Maß gemessen.

Die Show startet mit einem bombastischen Feuerwerk und dröhnendem Schlagzeug-Getrommel. Das könnte theoretisch riesige Stimmung erzeugen. Tut es im Stadion anscheinend auch: Fans vor Ort warfen die Hände vor der Bühne in die Luft, Gekreische! Im Netz weht allerdings ein anderes Lüftchen. Vor den heimischen Bildschirmen mit Madonnas Cleopatra-Thron im Hinterkopf und dem Hass der letzten Wochen auf der Zunge, kommt das Ganze nur halb so gut an. „Laaaangweilig“, hört man die Twitter-Gemeinde tippen.

Trotz Netzhass: Adam schlägt sich wacker

Eines muss man Adam Levine lassen: Der Frontmann ließ sich von dem Halftimeshow-Shitstorm der letzten Wochen nicht beeindrucken. Selbstbewusst trällerte er die Hits seiner Band ins Millionenpublikum. An der ein oder anderen Stelle legte er sich verstärkt ins Zeug: Gitarren-Solo, besonders hohe Töne mit Gospel-Chor im Hintergrund. Alleine dafür bitte einmal Applaus. Auch, wenn es nur Mitleids-Applaus ist: Der arme Mann wird von Halb-Amerika und Dreiviertel-Europa für diesen Auftritt gehasst, und liefert trotzdem ab.

>> Fans fordern: Maroon 5 sollen nicht beim Super-Bowl auftreten

Es folgte Unterstützung aus dem Hip-Hop-Sektor: Während sich die meisten Travis Scott wohl als alleiniger Headliner des Abends gewünscht hätten, raste der Rapper nur für seinen Song „Sicko Mode“ über die Bühne. Ein weiteres Bonbon für alle Hip-Hop-Fans: Big Boi von OutKast kam für einen halben Song aus der Versenkung, und zwar in style: auf der Rückbank einer fetten Karre mit einem pompösen Pelzmantel um die Schultern.

Und dann das, womit Adam wohl alle entschädigen wollte, die sich im Vorhinein über seinen Auftritt beschwert hatte: eine Oben-ohne-Show. How cheap, fragt man sich. Die Fans im Stadion kreischten trotzdem.

Mittendrin gab Maroon 5 den Fans auch noch das, wonach sie in der Petition verlangt hatten: Spongebob schaffte es auf die Bühne der Halftime-Show. Über eine Million Menschen unterzeichneten. Ihre Forderung: Als Erinnerung an den verstorbenen Schöpfer der Zeichentrickfigur sollte der Schwamm einen Auftritt in der NFL-Halbzeit haben. Die bekam er. Allerdings nur als Intro für Rapper Travis Scott. Die Fans? Zeigten sich erneut enttäuscht.

Am Ende gab und gibt es genug Gründe den Auftritt von Maroon 5 zu verteufeln. Wenn man das Ganze aber ohne Hasskappe und mal ganz realistisch beurteilt, muss man zugeben: Es war halt doch okay. Lol.

Quelle: Noizz.de