Bei NOIZZ spricht sie außerdem darüber, welche Rolle gutes Aussehen und die Persönlichkeit spielen.

Es war für den Verein das bis dahin größte Spiel der laufenden Saison und die verletzte Julia Simic musste von der Tribüne zugucken. Mehr so semi-geil für Julia, auch weil der VfL Wolfsburg die Partie mit 0:2 gegen Olympique Lyon verlor.

Vor dem Spiel hatte sie noch Zeit für ein Interview, in dem sie unter anderem erzählt, dass gutes Aussehen auch eine wichtige Rolle spielt.

NOIZZ: Julia, ausnahmsweise hören wir von dir in einem Interview; sonst schreibst du selbst für Noizz, dazu bist du ziemlich aktiv in den sozialen Medien. Ist es auf eine Art deine Aufgabe, den Frauenfußball mal anders zu präsentieren?

Julia Simic: Wir haben insgesamt wenig Plattformen, um uns zu zeigen. Wie bei anderen Sportarten auch, abgesehen vom Männerfußball natürlich, wird über Frauenfußball eher wenig geschrieben und wenig gezeigt.

Da ist so ein Spiel wie gegen Lyon im Fokus. Aber es wird keine großen Schlagzeilen in den großen Tageszeitungen über uns geben.

Deswegen glaube ich, dass soziale Medien eine gute Sache sind, um sich selbst zu präsentieren. Aber natürlich auch, um sich über seinen Sport zu informieren, über Ergebnisse, wann mal was ansteht.

Und klar, es ist auch cool irgendwo, Fans zu sammeln. Das ist jetzt keine Competition, wie viel hat die, wie viel hat der; das macht aber natürlich auch Spaß, wenn die Seite wächst.

In früheren Interviews meintest du sinngemäß, dass Fußballerinnen aus der unattraktiven Ecke geholt werden sollen. Ist das besser geworden?

Man ist da weiter. Es gibt ja diese Sprüche, die man an den Kopf geknallt bekommt: 'Krass, du siehst ja gar nicht aus, als ob du Fußball spielen würdest.'

Da fragt man sich dann schon: ‚Was hättest du dir denn vorgestellt?‘ Und dann denken die Leute an dieses klassische Bild: männlich, vielleicht unweiblich.

Insgesamt befinden wir uns im Fußball immer noch in einer Männerdomäne und solche Sprüche werden wohl nie aufhören. Aber ich finde, die Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft ist insofern gestiegen, als dass man kein klassisches Bild einer Fußballerin mehr präsentieren kann.

Das sind alles junge, athletische Mädels und Frauen und wenn die Bock haben, Fußball zu spielen, dann spielen sie halt Fußball, ohne, dass man daran ein bestimmtes Klischee ausmachen sollte.

Ich glaube, so nach und nach werden die Strukturen auch geöffnet, für die Frauen und Mädchen, die Fußball spielen wollen und können. Es wächst langsam, aber es wächst.

Und wir können uns über die Akzeptanz auch nicht beschweren im Vergleich zu vielen anderen Sportarten. Trotzdem wird es alles noch sehr männlich gesehen.

Bei eurem Gegner Lyon spielt neuerdings Alex Morgan (27, USA), die wohl bekannteste Spielerin weltweit. Wird der Sport in den USA stärker gefördert als hier in Deutschland?

Der Frauenfußball hat einfach einen anderen Stellenwert. In den USA wird der Fußball vielleicht auch nicht als typisch männlich angesehen, weil es mit dem American Football eine populäre Sportart gibt, bei der es deutlich härter zur Sache geht. Da ist es dann völlig normal, wenn Mädchen Fußball spielen.

Aber es ist typisch: Männer vor allem und insgesamt die Leute, die im Fußball unterwegs sind, kennen jetzt natürlich eher Alex Morgan als Carli Lloyd, die Weltfußballerin – auch, weil Alex Morgan einfach gut aussieht.

Erfolg ist natürlich immer die Basis, aber da ist es, wie in vielen anderen Bereich auch, leichter die Popularität zu steigern, wenn noch eine gehörge Portion gutes Aussehen oder eine aufsehenerregende Persönlichkeit dazukommt.

Julia Simic, 27, kommt aus Nürnberg und spielt seit über zehn Jahren in der Bundesliga. Dazu studiert sie momentan Sportwissenschaften. Letzten Herbst hat die Mittelfeldspielerin ihr erstes Länderspiel gemacht.

Quelle: Noizz.de