Bei der Flandern-Rundfahrt am Sonntag steht Belgien Kopf. Das Rennen ist so wichtig, dass John Degenkolb extra sein eigenes Rad dafür bekommen hat.

Wer als Deutscher an Belgien denkt, denkt an Pommes, Bier und Schokolade. Wenn Belgier an Belgien denken, denken sie an Radsport. Für unsere Nachbarn sind die großen Radrennen landesweite Festtage.

„Wie ein Rockkonzert und wir sind die Band”

Natürlich ganz besonders bei ihrem großen Heimrennen, der Flandern-Rundfahrt. Am Sonntag machen sich die Radprofis auf eine 260 Kilometer lange Runde durch den Westen Belgiens.

200 Fahrer auf der Strecke, Millionen vor dem Fernseher (bis zu 70 (!) Prozent Einschaltquote) und am Straßenrand. John Degenkolb, der ausgesprochen gute Siegchancen hat, freut sich schon.

„Die Belgier sind verrückt. Für die ist speziell die Flandern-Rundfahrt wie ein Rockkonzert und wir sind die Band. Eine Atmosphäre, die keinen im Feld kalt lässt.

Und der Grund dafür, dass ziemlich viele von uns auf diese Rennen hinfiebern. Auch wenn wir auf Pommes und das belgische Bier (meistens) verzichten müssen ...”

Harte Anstiege und ein eigenes Rad-Desgin

Auf dem Weg zum Sieg muss John nicht nur seine Gegner bezwingen, sondern auch die „Hellingen", die legendären Anstiege. „Kopfsteinpflaster, kurz, aber teilweise brutal steil - das ist schon eine Mischung, die schnell dicke Beine macht.

Erst Recht, weil jeder vorne drüber fahren will und das Tempo entsprechend gnadenlos ist”, so beschreibt Dege die mythischen Anstiege wie die Mauer von Geraardsbergen oder den Koppenberg.

Solche Rennen liegen John Degenkolb und damit es für ihn ganz nach vorne geht, hat sein Teamsponsor und -ausrüster Trek-Segafredo ein spezielles Rad gebaut - genau abgestimmt auf ihn, seine Stärken und seinen Style.

Die Lackierung ist angelehnt an sein Cafe Racer-Motorrad, dazu gibt es unter anderem eine kleine Plakette mit seinem Namen. Auf Facebook hat sich Dege gefreut:

„Nichts ist größer und aufregender als Arbeitsmaterial, das schnell ist, aber auch nur für dich designt ist. Ich bin so glücklich und auch ein bisschen sprachlos. Ich werde es mit Stolz fahren.” Für Interessierte: Für etwa 12.000 Euro könnt ihr euch das Rad auch kaufen.

Doch das Rad allein wird nicht reichen. Die Favoriten müssen am Sonntag ab 10:30 Uhr voll konzetriert sein, um nicht schon vorzeitig alle Chancen zu vergeben.

„Bei den Klassikern (bedeutende und harte Eintages-Rennen) musst du die Hände immer am Lenker haben. Schon um nicht plötzlich genau das Loch zu treffen, in dem der Pflasterstein fehlt”, erklärt Dege.

„Was Radsport und gerade die Klassiker so besonders macht, ist der extrem harte Kampf. Gegen die Gegner, gegen die Streckenbedingungen, oft gegen das Wetter. Und das über Stunden.” Sonntag, ab 13:45 könnt ihr auf Eurosport mit dabei sein.

Knapp 260 Kilometer lang ist der Kurs der Flandern-Rundfahrt, die heute startet Foto: Guilty76

Quelle: Noizz.de