Eine kleine Revolution.

Das alljährliche Bade-Special der US-Zeitschrift "Sports Illustrated" ist legendär. Auf dessen Titelseite posierten schon Topmodel Heidi Klum und Popstar Beyoncé. Immer mit viel medialer Aufmerksamkeit. Nun geht das Blatt noch einen Schritt weiter und zeigt erstmals ein Model im Burkini – ein Ganzkörper-Schwimmanzug für Musliminnen mit Hijab, der alle wichtigen Körperteile bedeckt.

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Diese Ehre wurde nun dem somalisch-amerikanische Model Halima Aden zu Teil. Sie ist gläubige Muslimin und teilte ihr Foto nach Erscheinen der Ausgabe auf Instagram.

Zu dem Post schrieb sie:

"Ladies, alles ist möglich. In 'Sports Illustrated' zu sein, ist so viel größer als ich. Es sendet eine Botschaft an meine Gemeinschaft und die Welt, dass Frauen mit unterschiedlichem Hintergrund, Aussehen, Erziehung zusammenstehen und gefeiert werden können."

Für Aden ist ihre Modelkarriere etwas sehr Besonderes.

Sie wuchs im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia auf und kam mit sieben Jahren in die USA. Und genau in der Nähe dieses Ortes fand ihr Shooting statt. Die Burkini-Fotos entstanden am Strand Watamu Beach nördlich von Mombasa. Für Aden eine ganz besondere Erfahrung, wie sie im Interview mit der "Sports Illsutarted" erklärt:

"Ich denke daran zurück, wie ich als Sechsjährige in dem Land in einem Flüchtlingslager war. Ich glaube nicht, dass das eine Geschichte ist, die sich irgendjemand ausdenken kann."

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Aden ist eine Vorreiterin in Sachen muslimischer Fashion. Im April 2018 zeigte die britische "Vogue" sie als erste Frau mit Hijab auf ihrem Cover. Auch bei der Wahl der Miss Minnesota in ihrer US-Heimat hatte sie als 19-Jährige als erste Frau einen Hijab getragen und internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. 

[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: dpa