Diese 10 Schulsportarten sind noch schlimmer als Handball

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Wer erinnert sich? Im Sportunterricht musste man unter anderem dieses Seil hochklettern. Foto: Eva Blue / Unsplash

Völkerball. Wir haben es überlebt.

Erinnert ihr euch an den modrigen Geruch der blauen Schulsport-Matten? Oder an die Basketbälle, mit denen man nie spielen konnte, weil sie zu wenig Luft hatten?

Schulsport weckt bei den meisten schlimme Erinnerungen. Einer dieser Schulsportarten: Handball. Mädchen unter 1,60 Meter hatten so oder so keine Chance, und die Jungs sahen das Spiel als Möglichkeit, ihrer Aggressivität freien Lauf zu lassen – und knallten sich den Ball gegenseitig immer wieder schön in die Fresse.

In jeder Stunde hatte dann immer mindestens einer Nasenbluten.

Der Lehrer war genervt. Die Schüler waren genervt. Die Schülerinnen entschuldigen sich aufgrund ihrer Tage und saßen gelangweilt auf der Bank.

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Am heutigen Donnerstag fängt die Handball-Weltmeisterschaft an. Und die wird dieses Jahr sogar in Deutschland – und Dänemark – ausgetragen. Eigentlich wäre heute also der perfekte Tag, um eine Hommage an jene Sportart zu schreiben.

Aber abgesehen davon, dass das vor genau einer Woche schon mal jemand gemacht hat, sind wir zu solch einer Ehrerbietung nicht in der Lage. Dazu haben wir an jenen Sport einfach zu schlechte Erinnerungen. Für einen Hass-Artikel reicht es allerdings auch nicht. Viele Schulsportarten waren nämlich einfach – kaum zu glauben – noch scheißiger als Handball.

Hier unsere Top 10:

1. Tanzen

Jedes Jahr gab es diese fatalen zwei bis drei Wochen im Sportunterricht, in denen „getanzt“ wurde. Am Ende gab es eine Reihe peinlicher „Choreographien“ zu sehen, die zum größten Teil aus Arme heben, hinhocken, aufstehen, drehen und Formationswechsel bestanden.

Diese „Choreo“ mussten wir dann vor allen anderen Sportklassen zeigen, während im Hintergrund „Holding out for a Hero“, die Titelmusik von „Mission Impossible“ oder ein anderes beliebiges Relikt aus der staubigen CD-Kollektion unserer Sportlehrer lief.

2. Geräteturnen

„Geräte?” Was sind Reck, Ringe und Schwebebalken bitte für „Geräte”? Ein Gerät nimmt man in die Hand und macht damit etwas – die Geräteturn-Geräte benutzen Schüler als Geräte, nehmen sie in ihre Hand, machen etwas mit ihnen. Und dieses Etwas nennt man gemeinhin „Quälen”. Über den Kasten springen wollen und mit dem Unterleib hängenbleiben, irgendwas am Barren machen, dabei abrutschen und sich irgendwie wehtun. Das Motto von Geräteturnen: Hauptsache, Schmerz. Geräteturnen ist das Mathe des Sports: Das meiste davon wird man später nie mehr brauchen.

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3. Zombie-Ball

Es gab Momente im Schulsport, wo plötzlich jedes schlaksige, pubertäre Kind in freudige Rufe ausbrach. Das waren die Momente, in denen der Sportlehrer in wahnhafter Naivität vorschlug, ein Spiel zum Aufwärmen zu spielen. „Zombie-Ball!“, hieß es dann immer, und die folgenden 15 Minuten wurde das gesamte Sportfeld zum Schlachtfeld, das aus Streit, Wut, und stolpernden Tollpatschen bestand.

Kleiner Tipp: Gebt einer Horde Kindern nie einen Sack voller Bälle mit dem Befehl, sich gegenseitig damit abzuwerfen. Ganz ehrlich, wer kommt auf solche Ideen?!

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4. Völkerball

Völkerball – der ultimative Hass-Sport für all jene, die Angst vorm Ball haben. Zwei Teams treten in einem unübersichtlichen Abwurf-Chaos gegeneinander an. Solltest du nicht als Strohmann am Rand fungieren, hast du hier als Person mit Ball-Panik schlichtweg verloren.

Die Bälle kommen von allen Seiten, du hast keine Augen im Hinterkopf. Klare Sache: du befindest dich in einer Mental-Breakdown-Situation. Alleine der Gedanke an die panischen Duck- und Wegspringversuche dürfte am Nervenkostüm der meisten Völkerball-Hasser kratzen.

Wikipedia sagt übrigens, dass du folgende Fähigkeiten brauchst, um im Völkerball richtig abzusahnen: Gewandtheit, Treff- und Fangsicherheit, Ausdauer und Schnelligkeit. Wer um Gottes Willen kann im Pubertätsalter eine Kombination aus all diesen Skills vorweisen?! *Schnappatmung*

5. Mattenrutschen

Was soll man mit einer Klasse machen, nachdem man ihnen zum einhundertsten Mal Basketball, Handball, Turnen und Badminton erklärt hat – und sie es immer noch nicht können? Achtung, Sarkasmus: Richtig, Mattenrutschen!

Dazu braucht es lediglich zwei große, fette Schulmatten – jede für ein Team. Die Schülerinnen und Schüler hüpfen dann nacheinander mit Anlauf auf die Matte und versuchen, sie soweit es geht nach vorne ans Ziel zu schieben.

Auch richtig: Dieses Spiel ist wahnsinnig diskriminierend. Jeder sieht völlig bescheuert aus, wenn er mit seinem Po auf die Matte klatscht. Und sobald ein etwas kräftigeres gebautes Kind nach vorne hüpft und die Matte weiter nach vorne rückt, wird es sofort als fett bezeichnet. Kinder können gemein sein? Lehrkräfte sollten das eigentlich wissen!

6. Shuttle-Run – oder auch „Beep-Test“

Wenn an einem Schultag plötzlich die halbe Klasse krank war und alle Mädchen ihre Tage hatten, konnte das nur eins bedeutet: Der Shuttle-Run steht an.

Dieser „Run“ ist neben dem Coopertest eine weitere bescheuerte Möglichkeit, die Schnelligkeit von Schülerinnen und Schüler zu testen. Dabei fühlt man sich wie eine Ratte in einem Versuchslabor. Der Sportlehrer legt eine CD auf. Dann bekommt man von einer einschläfernden Computerstimme erklärt, was man machen muss: Von Hütchen zu Hütchen rennen, eine Strecke mit 20 Meter Entfernung. Doch erst wenn es piept, darf man wieder von dem jeweiligen Hütchen starten.

Dumm: Das Piepen wird von Level zu Level immer schneller. Wer es vor dem nächsten Ton nicht ans Ziel schafft, muss aufhören. Von Schlendern zu „Run, Forest, run!“ in wenigen Minuten. Der Spaß wird auch noch benotet. Die meisten hören bei Stufe zwei von elf auf – und streiken.

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7. Ball-über-die-Schnur

Allein dieser Name! Genau so dämlich, wie es klingt, ist es auch. Quasi die Billig-Variante für alle, die nicht Volleyball spielen können. In der Theorie spannt man eine Schnur, ein Seil oder ein Netz auf Kopfhöhe. In der Praxis ist jeder unterschiedlich groß, und so ist das Spiel auch alles andere als fair.

Ziel ist es, den Ball im Spielfeld (Größe kann man sich aussuchen) auf dem Boden zu versenken. Wer zuerst eine bestimmte Punktzahl hat (kann man sich aussuchen) hat gewonnen. Ein schreckliches Spiel für alle, die Angst vor Bällen haben und einfach nicht fangen können. Für alle, die keine Angst Bällen haben, der Horror, weil sie vor Langweile fast Umkippen, sich wie Kindergarten-Kinder vorkommen und den Ball lieber schmettern, statt schleudern wollen. In Wahrheit immer ein riesiges Chaos, weil sich in diesem Spiel der beliebigen Regeln niemand an die Regeln hält.

8. Schwimmen

Nichts gegen Schwimmen! Doch für den alltäglichen Schulsport ist es einfach nicht geeignet. Aus dem ganz einfachen Grund, dass nicht jede Schule eine Schwimmhalle hat. Schülerinnen und Schüler müssen also erst mit dem Bus irgendwo hinfahren, sich umziehen, danach duschen, die Haare trocknen – und das in nur zwei Schulstunden.

Ist es dem Lehrer wichtig, dass es alle pünktlich zu ihrem nächsten Unterricht schaffen? Nö! Dem Sportlehrer ist es nämlich scheißegal, ob die ganze Klasse wegen Zuspätkommens einen Klassenbucheintrag bekommt. Oder mit nassen Haaren und Handtücher im Winter sich dann wieder in die Schule setzen muss und krank wird. Oder dass sich manche Kinder sich vielleicht einfach nicht so in Badeklamotten zeigen möchten. Besonders geil wird es nämlich, wenn sich jeder Junge eine Eier-Quetsch-Badehose und Mädchen Badeanzüge kaufen müssen. Love it!

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9. Feldhockey

Fußball kann jeder, und selbst einen Basketball schafft man irgendwie Richtung Korb zu werfen: Man muss ihn ja nicht gleich auch treffen. Aber Feldhockey? Welche trunkene Gottheit hat sich diesen Sport ausgedacht? Was sollen die Stöcke, wenn man einen Ball doch auch sehr gut mit den Händen oder Füßen ins Tor bewegen kann? Selbst ein Sport namens Kopfball – man darf nur den Kopf benutzen, alle anderen Körperteile sind verboten – wäre sinnvoller.

Aber nein. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Das Ergebnis: Wer ungeübt ist – jeder Schüler, außer die drei notorischen Sport-Cracks –, für den zerfällt Feldhockey in zwei Untersportarten: 1. Schienenbeine-der-Mitschüler-mit-dem-Schläger-blutig-schlagen. 2. Sich-aus-Angst-vor-dem-Puck-das-halbe-Spiel-lang-wegducken. Feldhockey? Sorry, ich hab heut’ meine Tage!

10. Kugelstoßen

Wie kommen Lehrer auf den Gedanken, es könne Schülern irgendwas bringen, Kugeln, die fast so schwer sind wie man selbst, in einen Sandkasten zu schmeißen? Komplett ballaballa. Wir brachen uns regelmäßig unsere Handgelenke oder Schädeldecken oder Schulterblätter oder Füße – je nachdem, worauf jenes mittelalterliche Folterinstrument runterkrachte. Wenn wir Glück hatten, landete die Kugel hinter uns.

Allerdings fanden nicht alle Schüler Kugelstoßen scheiße. Es war der große Augenblick der Schwergewichte. Wer auch immer sonst ob seines imposanten Body-Mass-Index' gemobbt wurde: Hier konnte er zeigen, dass ein nicht übersehbarer Körper auch Vorteile hatte – zum Beispiel, die Metallkugel weiter zu stoßen als das Mathe-Ass den federleichten Gummiball beim Weitwurf.

Quelle: Noizz.de

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