Vier Wochen lässt er sich dafür Zeit.

Influencer müsste man sein! Jeden Tag ein, zwei Selfies posten, ab und zu eine Insta-Story, und damit übelst abkassieren – so die gängige Meinung.

Diese Frage stellte sich Jan Fritzowsky, Reporter des ProSieben-Magazins „Galileo“. Fritzowsky – Ring am Daumen, Karohemd, Fitness-Uhr, seriös-freche Frisur – wagt den Selbstversuch und will innerhalb von vier Wochen Fitness-Influencer werden. Bisher ist er nur bei Facebook unterwegs, für den Versuch legt er sich ein Insta-Profil an. Name: fitnessfritze.

Für die erste Woche nimmt er sich vor: unterhaltsam sein, Leute adden, kommentieren, fotografieren, Videos hochladen, im Real Life Werbung für seinen Account machen und auch am Wochenende Content liefern. Er strengt sich an, kommt aber erst mal nur auf 50 Follower.

Florian Frech, Experte für Influencer-Marketing, meldet sich bei Fritzowsky und rät ihm, mehr Bilder zu posten – ein bis zwei pro Tag – und Hashtags zu verwenden.

Um mehr Follower zu bekommen, trifft fitnessfritze in der zweiten Woche Fitness-Influencerin anne_bodykiss (140k Insta-Follower). Tipp von ihr: Das Timing ist wichtig. Abends sei ein guter Zeitpunkt für Posts, Freitagabend eher schlecht. Anne verlinkt Fritzowsky ein paar Mal bei sich. Ergebnis: 100 weitere Follower.

Zwischen-Fazit des Galileo-Reporters: „Du musst dauernd hinterherrennen und suchen und gucken, was du fotografieren kannst, wie du dich in Szene setzen kannst. Und es nervt erst mal nur (...). Es ruft noch keiner an und sagt: Hey, Jan! Wir Zahen dir jetzt 5000 Euro, damit du einen Post machst!“

Er trifft einen 19-Jährigen, der Insta-Follower verkauft – Bots, Inder, Südamerikaner. Letztere würden pro Like wenige Cent verdienen. Das Geschäfft mit den Followern sei völlig legal.

Fritzowsky kauft sich für 50 Euro 10.000 Follower.

In der vierten Woche geht's plötzlich rund auf seinem Handy – die gekauften neuen Freunde treffen ein. Allein, sie sind keine echten Fans, posten keine Kommentare, liken keine Bilder. Das erkennen große Firmen natürlich sofort – mit eigenen Programmen! – und zahlen jemandem mit solchen Followern keinen Cent.

Am Ende schafft fitnessfritze es nicht, zum Fitness-Influencer zu werden. „Nur Selfies machen, reicht nicht.“ Und er ist genervt davon, jeden Tag dauernd posten zu müssen. „Das ist richtig Arbeit.“

Quelle: Noizz.de