Ein Viertel der Spieler soll betroffen sein.

Krebserregend, leistungsfördernd, aber legal: Snus ist eine Form von Tabak, die über den Mund aufgenommen wird, indem man es sich unter die Oberlippe schiebt.

Unter Sportlern ist jener Tabak weit verbreitet. Sie nutzten es als Aufputschmittel, denn das Einnehmen von Snus macht wacher, entscheidungsfreudiger und gedankenschneller. „Snus hat die Wirkung von Nikotin und hat nicht die leistungsschwächenden Nebenwirkungen wie Zigaretten“, so Dopingexperte Fritz Sörgel zu NOIZZ.

Und Snus ist sogar noch stärker: Ein Päckchen Snus enthält so viel Nikotin wie drei Zigaretten. Doch die Gesundheitsrisiken sind immens, denn Snus enthält bis zu 28 krebserregende Stoffe und macht so abhängig wie Opium. Zudem kann es das Zahnfleisch zurückgehen und die Zähne können geschädigt werden.

Ein Spieler des Bundesligisten SC Freiburg sagte anonym gegenüber dem NDR: „In meiner Mannschaft nehmen viele Snus. Ich schätze, ein Viertel aller Fußballer machen das.“

„Es ist natürlich ein Mittel, mit dem man sich einen Vorteil verschafft gegenüber dem, der es nicht einnimmt“, so der Dopingexperte.

Für ihn ist Snus schon lange ein Thema, das er beobachtet. „Es ist immer unter der Decke geblieben, und erst durch ein Foto eines Spielers während der letzten Europameisterschaft ist das Thema a die Öffentlichkeit gerückt“, so Sörgel.

Snus darf europaweit nicht verkauft werden – außer in Schweden. Der Kautabak ist zwar nicht verboten, steht aber auf der Watchlist der Welt-Anti-Doping-Agentur, wo die Entwicklung beobachtet wird. „Die Dopinglabore analysieren alle Stoffe, die verboten sind, aber schauen auch, was Sportler sonst noch einnehmen, und hierbei sehen sie auch, wenn Kautabak eingenommen wird“, so Sörgel zu NOIZZ.

Snus ist also eine hochwirksame Substanz – aber dennoch legal. Auch im Baseball und Football ist Snus verbreitet.

Quelle: Noizz.de

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Sportschau/NDR