Ein Ex-Erwin muss es wissen.

Er blieb straffrei: Schalkes Maskottchen Erwin muss keine Konsequenzen dafür fürchten, dass er Schiedsrichter Felix Zwayer nach dem Derby gegen Borussia Dortmund (1:1) die Rote Karte gezeigt hatte. Heißt das, Erwin kann noch einen Schritt weiter gehen?

Nun wartet gegen den VfL Wolfsburg das nächste Heimspiel auf Schalke und der nächste Auftritt auf Erwin. Was hat er diesmal geplant? Fragen wir ihn doch einfach. Schalke-Fan Simon mimte für S04 über ein Jahr lang den Erwin – er weiß, wie das Maskottchen tickt.

NOIZZ: Hey Simon, Erwin zückte am Samstag Rot, weil er sauer war, dass der Schiri in zwei kniffligen Situationen keine Elfmeter für Schalke gab. Ist Erwin so ein aufbrausender Charakter?

Simon: Nein, würde ich nicht sagen. Erwin ist ein ausgeglichener, lebensbejahender Mensch. Er ist seit seinem ersten Einsatz 1994 immer am Grinsen. Gut, er kann ja auch nicht anders.

Trotzdem sah er am Samstag irgendwie wütend aus.

Simon: Na ja, er darf ja nicht reden. Deshalb muss er mit seinen vier Fingern gestikulieren und seine Emotionen über seinen voluminösen Körper rüberbringen.

Erwin (l.) stapft auf Schiedsrichter Felix Zwayer (3.v.r.) zu Foto: Bernd Thissen / dpa picture alliance

Aber muss man als Maskottchen nicht die Ruhe bewahren und außen vor bleiben?

Simon: Ich muss sagen, ich habe schon ziemlichen Respekt davor, wie ruhig Erwin das ganze Spiel über war. Er stand direkt am Spielfeldrand, da wären bei mir die Hunde durchgegangen. Wenn dann ein Aubameyang mit seiner Nike-Maske auf dem Kopf angekommen wäre, hätte ich ihm wahrscheinlich beide Beine weggegrätscht.

Gibt es von Schalke 04 Vorgaben, wie man sich zu verhalten hat?

Simon: Eigentlich gibt es nur drei Regeln:

1. Du musst die persönliche Unterschrift von Erwin draufhaben. Und das ist gar nicht mal so leicht, mit einem Edding in dem Kostüm auf so eine kleine Autogrammkarte zu kritzeln.

2. Du darfst nicht reden.

3. Bewege dich langsam. Es ist extrem anstrengend, der Kopf wiegt sehr viel. Wenn du dich nicht langsam bewegst, bist du extrem schnell kaputt.

Wer will denn ein Autogramm von Erwin?

Simon: Na, die Kinder. Die finden Erwin am besten. Wenn sie dann so 13, 14 Jahre alt werden, interessieren sie sich nicht mehr so sehr für dich. Aber wenn sie dann anfangen, sich zu besaufen, finden sie dich wieder super und wollen Fotos mit dir.

Du warst vor allem auf Kindergeburtstagen im Einsatz. Wie lief das ab?

Simon: Du versuchst natürlich, die Kinder zum lachen zu bringen und ihnen eine Freude zu machen. Kleinere Kinder kriegen schnell mal Angst vor Erwin, er ist ja auch über zwei Meter groß. Diese Geburtstage sind verdammt anstrengend, du wirst permanent vollgequasselt und darfst immer nur den Daumen hoch oder runter machen.

Aber weißt du, was das schlimmste ist? Wenn du vorher einen Döner oder was anderes mit viel Knoblauch gegessen hast und dann zwei Stunden unter diesem Kopf steckst. Da hatte ich schon ziemlich Schiss, gleich umzukippen.

Hält sich Erwin jetzt zurück oder war das erst der Anfang?

Simon: Der hat Blut geleckt. Sportvorstand Christian Heidel hat ihm ja nach dem Spiel auch den Rücken gestärkt. Vielleicht lässt er sich diesmal einwechseln oder er darf ein Spiel pfeifen. Er darf sich zwar nicht viel bewegen, aber das machen die Schiris ja auch nicht. Und wenn Erwin am Samstag gepfiffen hätte, hätten wir auch 2:1 gewonnen.

Quelle: Noizz.de