Hertha BSC gründet als erster Bundesligist eine eigene eSports-Akademie.

Fußball und eSports - passt das zusammen? Für den Bundesliga-Club Hertha BSC auf jeden Fall! Der Hauptstadtclub gründet als erster Bundesligist eine eigene eSport-Akademie. NOIZZ war beim Startschuss des Turniers dabei.

Mehr als 2.100 FIFA-Talente werden für die zwei bis vier Plätze in der eSport-Akademie gesichtet Foto: Hertha BSC eSport-Akademie / Hertha BSC eSport-Akademie

Starke Anspannung und Wettkampfatmosphäre

An insgesamt 32 Spielkonsolen sitzen die Spieler verteilt und liefern sich packende Duelle auf der Playstation 4. Schon beim Betreten der Halle in Berlin-Kreuzberg, die vor über 100 Jahren mal eine Eisfabrik war, merkt man, dass es hier um etwas geht. Sobald der virtuelle Schiedsrichter die Partie anpfeift, herrscht absolute Konzentration. Die Anspannung unter den Teilnehmern ist deutlich zu spüren. Vereinzelt hört man Spieler laut brüllen, während man daneben in tief betrübte Gesichter blickt.

Einer der Unterstützer kann die letzten Minuten des Spiels seines Schützlings kaum ertragen. Kurz vor dem ersehnten Abpfiff rauft er sich die Haare, schaut angestrengt und rennt ungeduldig hin und her. Als der Gegentreffer dann doch noch fällt, ist seine Enttäuschung deutlich anzuerkennen. Würde er nicht seit einigen Minuten auf den Bildschirm starren, könnte man meinen, er stünde in einem Fußballstadion und zittert mit seiner Lieblingsmannschaft mit. Doch auch er scheint dem eSports verfallen.

Ausbildung statt teure Transfers

In der Akademie des Bundesligisten sollen besondere FIFA eSports-Talente aus der Region gefördert und ausgebildet werden. Anders als andere Vereine setzt Hertha auf junge Talente, die Stück für Stück durch professionelle Trainer aufgebaut werden sollen. Die Teilnehmer sind im Alter von 12 bis 18 Jahren.

Über die Qualifikationsturniere können sich zunächst zwei bis vier FIFA-Talente für die Hertha BSC eSport-Akademie auf dem Vereinsgelände der Berliner empfehlen.

Die 12-bis 18-Jährigen sitzen angespannt vor den Bildschirmen. Nur wenige schaffen den Schritt ins Finale Foto: Hertha BSC eSport-Akademie / Hertha BSC eSport-Akademie

Ein eSports-Profi muss Fleiß und viel Zeit mitbringen

Dennis Nirtl ist eSports-Scout. Seit über zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema. Er weiß worauf es bei der Talentsuche ankommt: "Eine gute Hand- und Augenkoordination und das Erfassen von Spielsituationen sind Grundvorraussetzung eines FIFA-Profis. Zudem müssen die Jungs fleißig sein und viel Zeit aufwenden, um sich mit dem Spiel zu beschäftigen." Es sei vor allem wichtig, dass der Athlet niemals aufgibt. Denn wie auch auf dem wahren Spielfeld, kann ein Spiel jederzeit gedreht werden.

Fußball und FIFA sind sich gar nicht so unähnlich

Unter den zahlreichen Bewerbern tummelt sich auch Hertha-Youngster Maxi Mittelstädt. Er sitzt auf einem weißen Stuhl, lehnt sich weit nach vorne und spielt konzentriert gegen einen Mitstreiter. Der Abwehrspieler unterhält sich reglmäßig mit seinen Team-Kollegen über FIFA. Auch er hat bemerkt, dass FIFA immer beliebter wird. Im Gespräch mit NOIZZ erklärt er die Paralle zum Fußball: "Sowohl bei FIFA als auch im Fußball muss man immer höchst konzentriert sein. Wenn du einmal nicht aufpasst, kann der Gegner ein Tor machen. Genauso ist es auch im eSports."

Unter anderen YouTuber Ben 'NoHandGaming' Paul (l.) und Fußballprofi Maximilian Mittelstädt (r.) zockten an der Konsole gegeneinander Foto: Hertha BSC eSport-Akademie / Hertha BSC eSport-Akademie

"Fußball verbindet und ist unsere Leidenschaft"

Das der eSports längst bei den Jugendlichen angekommen ist, zeigt der Andrang für dieses Turniers. Viele Spieler kommen mit Freunden und Familie. Die Akzeptanz für den Sport scheint hier längst angekommen zu sein. "Ich will sehen, wie gut ich wirklich bin und mich mit anderen messen," sagt Armin Rossmann. Der 15-Jährige ist einer der 250 FIFA-Bewerber des Turniers. Am Ende reicht es für den Berliner jedoch nicht.

Auch Mike Krüger vesucht sein Glück bei den Turnier. Der 18-Jährige erzählt, warum er sich bei dem Turnier angemeldet hat: "Fußball verbindet und ist unsere Leidenschaft. Hier gemeinsam FIFA zu zocken, bringt einfach nur Spaß." Der Schüler könnte sich vorstellen einmal professionell als FIFA-Profi durchzustarten. Doch auch er scheidet kurz vorher aus.

Am Ende schnappen sich William und Mikel das Finalticket! Beide sind glühende Hertha-Fans und können weiter auf den Traum hoffen, eSports-Profis zu werden...

Das Finale findet am 16. und 17. Juni statt. Dann treffen die Besten 20 Talente aufeinander, die sich in den Turnieren in Berlin, Potsdam und Schwerin durchgesetzt haben.

Alle Termine der Turniere gibt es hier im Übersicht:

11.04.: ab 18 Uhr: Online-Qualifier 1 (512 Teilnehmer)

21.04.: 11 - 18 Uhr: Schinkelhalle Potsdam (128 Teilnehmer)

25.04.: ab 18 Uhr: Online-Qualifier 2 (512 Teilnehmer)

29.04.: 11 - 18 Uhr: Eventloft Berlin (128 Teilnehmer)

26.05.: ab 18 Uhr: 11 - 18 Uhr: Sport- und Kongresshalle Schwerin (128 Teilnehmer)

30.05.: Online-Qualifier 3 (512 Teilnehmer)

16.06./17.06.: Finale eSport-Akademie (20 Teilnehmer aus den Scoutings)

Hier könnt ihr euch noch bewerben!

Quelle: Noizz.de