Ein bisschen Weihnachtsstimmung, Drama, Witz und Frauenpower in einer deutschen Miniserie, die erfrischend gut ist!

Es weihnachtet langsam. Das merkt man nicht nur an der Adventsbeleuchtung in den Innenstädten, auch im Kino und auf Netflix und Co. macht sich Weihnachtsstimmung breit. Meistens sind Weihnachtsfilme tendenziell eher etwas kitschig und lullen uns ein in eine wohlig-warme cineastische Kuscheldecke.

>> Emilia Clark im NOIZZ-Interview über Weihnachten, ihre Schlaganfälle und Emma Thompson

Davor muss man bei "Zeit der Geheimnisse", einer deutschen Eigenproduktion von Netflix, keine Angst haben. Zwar ist der Dreiteiler eingebettet in das Fest der Liebe, wird aber eher melancholisch und gefühlvoll inszeniert. Wer jetzt befürchtet Drama, pur zu erleben, der ist hier auch fehl am Platz. Zwischendurch ist trotzdem auch Platz für Witz und ein bisschen Romantik und erzählt fein die Nuancen dazwischen.

Hier kannst du den Trailer sehen:

Aber worum geht es eigentlich?

Im Zentrum der Geschichte stehen Großmutter Eva, Tochter Sonja und Enkelin Vivi und Lara. In der Geschichte geht es um drei sehr unterschiedliche Frauen und ihre Erfahrungen mit der Liebe und dem Leben. Sie müssen sich entscheiden zwischen Freiheit und Aufopferung über einen Zeitraum von fast 100 Jahren.

Vier Generationen von ungewöhnlichen Frauen, die endlich mit den Geheimnissen aus der Vergangenheit aufräumen müssen, um sich miteinander zu versöhnen, bevor es zu spät ist. Und wo kommt die Familie sonst zusammen als an Weihnachten? Und zeigt dabei, auch wenn wir alle glauben, unterschiedlich in unserer Familie zu sein, so zieht es uns doch immer wieder zueinander zurück. Egal, wie verkorkst unsere Familie auch ist – oder eben nicht.

Die Serie ist laut Netflix die erste Eigenproduktion, die für ein vorwiegend weibliches Publikum und von Frauen gemacht wurde. Neben den vier Hauptdarstellerinnen hat die Serie mit Samira Radsi und Katharina Eyssen sowohl eine Regisseurin, als auch eine Showrunnerin an Bord.

"Zeit der Geheimnisse" wird wohl nicht wie "Dark" oder andere deutsche Netflix-Produktionen den Mainstream erobern – eben, weil sie zart erzählt und sich Problemen stellt, die sonst eher selten in den Fokus einer Serie gestellt werden. Trotzdem ist sie ein Riesenschritt für die Serienwelt. Vom Plot her könnte "Zeit der Geheimnisse" genauso gut auch auf der ARD oder dem ZDF laufen.

In seiner episodenhaften Erzählweise und seiner Darstellung von Stereotypen, die wir alle nur zu gut kennen – die nervige, große Schwester, der seltsame Schwäger in spe, die schrullige Mutter, der Schulschwarm und eben der Weihnachtsstress ­– sind die drei Folgen aber erfrischend weniger konstruiert als bei vergleichbaren Formaten. Und weil es wenig Vorhersehbares offenbart.

Das liegt auch am Cast, vor allem aber an den vier Frauen, die gleich vier Generationen abdecken. Mit dabei sind Christiane Paul als Sonja ("Die Welle", "Der Lack ist ab") sowie in der Rolle der Eva Corinna Harfouch ("Das Parfum", "3 Zimmer, Küche, Bad") für die ältere Generation und die beiden Darstellerinnen Svenja Jung ("Beat", "Fucking Berlin") als Vivi sowie Leonie Benesch ("Babylon Berlin", "The Crown") als Lara als junge Generation.

Für jeden ist also etwas dabei

Das ist vielleicht auch der Grund, warum dieser Dreiteiler mit all seinen Abgründen so gut funktioniert. Du kannst die Serie zur Adventszeit genauso gut mit deiner besten Freundin gucken, für dich alleine, mit deiner Mama oder Oma, ja sogar mit deinem Freund oder deiner Freundin – denn die werden die stressige Odyssee und die kleinen-großen Geheimnisse in der eigenen, als auch in der Familie des anderen nur zu gut kennen.

"Zeit der Geheimnisse" kannst du ab sofort auf Netflix streamen.

Apropos Netflix: Du liebst Serien auch so wie wir? Dann schau doch vorbei, bei unserer Facebook-Gruppe "Süchtig nach Serien: Netflix, Amazon, Sky und Co." vorbei. Dort findest du alle wichtigen News und kannst dir neue Serien-Tipps von Gleichgesinnten holen.

Auch spannend für dich:

>> "Frau Jordan stellt gleich": Endlich eine smarte Serie über Feminismus und Almantum

>> Netflix übernimmt geschlossenes Kino in New York

>> Noizz-Interview mit dem "Wir sind die Welle"-Cast – über Fridays For Future und Rechtsextremismus

Quelle: Noizz.de