Die Serie handelt von der Schülerin Hannah, die nach sexuellem Missbrauch Suizid begeht.

Es war eine grundlegende Debatte, die durch die Ausstrahlung der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" (Original: "13 Reasons Why") ausgelöst wurde: Wie behandeln wir Suizid in der Popkultur? Wie drastisch und realitätsnah dürfen Selbstmordszenen sein?

Jetzt haben die National Institutes of Health aktuelle Studienergebnisse veröffentlicht, die zeigen, dass die Selbstmordrate unter US-amerikanischen Jugendlichen im April 2017 um 28,9 Prozent gestiegen ist. Die Wissenschaftler betonen zwar, dass sie keinen direkten Zusammenhang zwischen der Serie und der erhöhten Selbstmordrate beweisen könne und die Studie an ihre Grenzen stoße. Aber seit 31. März 2017 war die erste Staffel "Tote Mädchen lügen nicht" auf Netflix verfügbar. Außerdem waren die Suizide in den folgenden Monaten nach Ausstrahlung der Serie zwischen April und Dezember 2017 wesentlich höher, als basierend auf bisherigen Daten erwartet wurde.

Disclaimer: Hier bekommst du umgehend Hilfe, wenn du selbst betroffen bist. Wenn du selbst depressiv bist, Selbstmord-Gedanken hast, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Viele Eltern und Mental-Health-Einrichtungen hatten den Streamingdienst und die Macher der Serie kritisiert, da die Selbstmordszenen suizidgefährdete Menschen triggern würden – insbesondere in der jungen Zielgruppe. Andere Eltern nutzten die Chance, die Serie mit ihren jungen Kindern zusammen anzuschauen und mit ihnen präventiv über Mobbing, Missbrauch und Selbstmordgedanken zu sprechen.

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Co-Produzentin Selena Gomez verteidigte die Serie, Cast und Crew erinnerten an die Relevanz von Dialog über diese Tabu-Themen. Die Sängerin leidet selbst an Depressionen und Angstzuständen und setzt sich öffentlich für mentale Gesundheit auf Social Media ein.

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Die Kritik hat Netflix trotzdem zum Anlass für Anpassungen genommen. So wird seit der zweiten Staffel vor jeder Folge ein Disclaimer gezeigt, der auf potenziell triggernde Inhalte und explizite Gewaltdarstellungen hinweist. Außerdem werden am Ende weiterführende Links und Hilfsangebote eingeblendet, die wiederum zu internationalen Hotlines führen, wo es Hilfe und Beratung gibt. Auf www.13reasonswhy.info gibt es weiterführende Infos, Materialien und Kontext zu den Themen Mobbing, sexueller Missbrauch, Konsens, Drogenmissbrauch und Depressionen. Darunter auch einen kostenlosen Gesprächsleitfaden für Schulen, Eltern und alle, die "Tote Mädchen lügen nicht" schauen wollen.

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Die dritte Staffel ist bereits fertig gedreht und soll laut Netflix noch 2019 erscheinen.

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  • Quelle:
  • Noizz.de