Eine Partydroge namens "Blis" in hippen Berliner Clubs, ein paar machtgeile Aliens, ein bisschen Intrige – und fertig ist "SPIDES". Wir haben zum Start der Sci-Fi-Thriller-Serie, übrigens die erste deutsche Eigenproduktion von SYFY, die beiden Hauptdarstellern "Game of Thrones"-Star Rosabell Laurenti Sellers und Falk Hentschel getroffen.

Hach, Berlin – Schauort unzähliger Träume, geplatzten Beziehungen, Karrieren, Filmen, Deutsch-Rap-Videos und ja, seit einiger Zeit auch the Place-to-be in Sachen Serien. Nicht nur für deutsche Produktionen, sondern auch internationale. "Homeland", "Babylon Berlin", "4 Blocks" – alle in der Hauptstadt entstanden.

Die hippe Stadt an der Spree hat eben alles, was man braucht: eine florierende Partyszene, ein internationales Flair und Orte, die jeder direkt wieder erkennt. Kein Wunder also, dass sich der Pay-TV-Sender SYFY für seine erste deutsche Eigenproduktion, die eben auch international vermarktet werden soll, Berlin als Schauort für "SPIDES" auserkoren hat.

Noch nie was von "SPIDES" gehört? Hier die Kurzzusammenfassung:

Eine ominöse Partydroge, ein paar creepy Aliens, die Menschen als Wirte benutzen und so uns alle unterwerfen wollen und eine riesige Verschwörung – das ist im Grunde der Kern der Sci-Fi-Serie mit Thriller-Elementen. Dass die Aliens aus ihrer Sicht vielleicht nicht nur Böses im Sinn haben, sei erstmal dahingestellt.

Auf jeden Fall sieht eine Alien-Invasion in Berlin erstmal weit weniger unspektakulär aus, als man sich das vorstellt: Gewohnter Party-Hedonismus. Erst später werden wir Teil der mysteriösen Technologien und Apparaturen, die die Wesen aus einer fremden Welt an uns anwenden wollen.

"SPIDES” erzählt die Geschichte von Nora, gespielt von Rosabell Laurenti Sellers, die in "Game of Thrones" Tyene Sand spielte. Nora genießt das Berliner Nachtleben mit allem, was dazu gehört – solange, bis sie die Partydroge "Blis" nimmt, die ihr ganzes Leben verändern soll.

Nachdem sie die neue Partydroge einwirft, ohne so genau zu wissen, was da drin ist, fällt sie zwei Wochen lang in ein Koma und hat danach keine Erinnerung an ihr früheres Leben. Die Ermittler David Leonhart, den der deutsche Schauspieler Falk Hentschel spielt, und seine Kollegin Nique Navar (Florence Kasumba) gehen der Spur nach und finden eine Verbindung zu zahlreichen anderen vermissten Teenagern.

Nach und nach wird Nora bewusst, was mit ihr passiert ist und deckt eine Verschwörung sowie ihr eigenes Geheimnis auf: Aliens versuchen mit der synthetischen Droge, Menschen zu infiltrieren und deren Körper als Wirt zu benutzen. Der Schlüssel zu der Invasion, die sie zu bekämpfen versucht, ist sie selbst.

Hier kannst du den Trailer zu "SPIDES" sehen:

Showrunner Rainer Mutsitani hat sich für das Science-Fiction-Format, ein für deutsche TV-Macher eher ungewöhnliches Genre, frei vom Klassiker "Body Snatchers – Angriff der Körperfresser" aus dem Jahre 1993 inspirieren lassen. Vor einem platten Remake muss man aber keine Angst haben, nur die Grundidee gilt als Leitfaden.

Ansonsten wird die Handlung, sowie die Umstände in das moderne Berlin verpflanzt und erweitert. Ein Ansatz, den Schauspieler Falk Hentschel besonders spannend fand, wie er uns im Gespräch verrät: "Es war ein geniales Konzept! Es hat mich direkt an 'Body Snatchers – Angriff der Körperfresser' erinnert. Das so etwas dann auch noch nach Berlin mit seiner Partyszene erzählt wird, fand ich wirklich interessant."

Hentschel, der sonst fast ausschließlich in den USA für Serienproduktionen und Filme vor der Kamera steht und auch dort lebt, fand, dass "SPIDES" dadurch im Gegensatz zu vielen internationalen Sci-Fi-Titel eine erfrischende Note bekommen habe: "Es fühlt sich irgendwie bodenständiger an – die Locations in Berlin wirken einfach sehr nah und auch sehr zeitgemäß. Im Gegensatz zu den Sci-Fi-Sachen, die ich bisher gemacht habe. Da habe ich Flügel und all so was!"

Auch für Rosabell Laurenti Sellers war der Dreh für "SPIDES" eine völlig neue Erfahrung. Zwar hat sie schon bei wirklich großen Drehs mitgewirkt – aber "SPIDES" sei dann doch ziemlich anders im Vergleich zu "Game of Thrones": "Ich habe vorher nie wirklich Si-Fi gemacht, "Game of Thrones“ hat keine Aliens … das ist mein erstes Mal mit Aliens! Es war eine großartige erste Begegnung mit ihnen."

Überhaupt zeigen sich beide Schauspieler als ziemlich eng verbunden mit der Serie. Mehr als man es sonst gewohnt ist von vielen Seriendarstellern. Das liegt wohl auch an der langen Entstehungsgeschichte der Serie. Hentschel etwa hat bereits etwa drei Jahre vor Beginn der Dreharbeiten das erste Mal das Skript in der Hand gehabt, danach Ideen mitentwickelt und gemerkt, wie viel sich ständig geändert habe.

Dadurch sei auch eine sehr familiäre Stimmung am Set bei den Dreharbeiten entstanden: "Was ich an diesem Set so toll fand, war das neben der kreativen Zusammenarbeit und der technischen Umsetzung, sehr viel Liebe vorhanden war. Jeder hat geholfen, damit Dinge auch in letzter Minute noch funktioniere. Es gab wenige Eiteleien, alle haben nur überlegt, wie sie das Beste daraus machen konnten – weil wir einfach einen sehr engen Zeitplan und ein festes Budget hatten."

Für Laurenti Sellers hingegen, die erst etwas später zu dem Projekt dazu gekommen ist, war "SPIDES" eine echte Wundertüte, wie sie erzählt. Zwar fand sie das Konzept von Anfang an megaspannend, hatte aber, als sie die Rolle angenommen hatte, nur Auszüge des Skripts lesen können. "Ich hatte nicht realisiert, dass ich gleich zwei Rollen spielen würde. Und dann war ich in der Kostümprobe und sie stellten mir die Looks vor: Das ist Sara und das ist Nora", erinnert sie sich, während Falk Hentschel auch ganz ungläubig nachfragt in unserem Gespräch: "Erst in der Kostümprobe?! Davor wusstest du es nicht? Oh …"

Was die Aliens mit uns zu tun haben?

Wer das Sci-Fi-Genre kennt weiß, das zwischen all den Zukunftsvisionen, Dystopien und vermeintlich irrealen Fantasien immer eine Art Parabel steht. Also, was sagt "SPIDES" denn nun über unsere Gesellschaft aus? Das wir zu viele Drogen nehmen, wäre vielleicht ein bisschen zu platt. Laurenti Sellers denkt lange nach und kommt dann zu folgender Erkenntnis: "Ich will nicht so klingen, als würde ich ein großes Statement machen à la 'Unsere heutige Gesellschaft ist so und so …' – aber ich habe das Gefühl, dass uns irgendwas fehlt, dass uns antreibt."

Allein die Tatsache, wie abhängig wir von Social Media seien einfach so zwei Stunden an unseren Telefonen damit verbringen könnten, sei ziemlich verrückt. "Ständig halten wir nach etwas Ausschau, das uns einen Kick gibt. Ich glaube, vieles in der Partyszene geht darauf zurück. Das wir ständig alles verneinen, um vielleicht etwas Neues zu finden", sagt die Schauspielerin.

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Pläne für eine zweite Staffel sind noch nicht bestätigt

Die beiden Hauptdarsteller würden sich auf jeden Fall freuen – und haben auch schon Pläne für ihre Figuren. Während Rosabell Laurenti Sellers sich wünscht, dass in einer möglichen Fortsetzung der Fokus vielleicht ein bisschen mehr auf Sara gelegt wird, hat Falk Hentschel für seine Figur, Komissar David Loenhart, ziemlich große Pläne:

"Ich fände es reizvoll, wenn David mit dem Gedanken spielen würde, auch ein Spides zu werden. Außerdem mag ich den Gedanken, dass die Aliens vielleicht doch nicht falsch liegen. Ich meine, wir zerstören diesen Planeten im echten Leben ohnehin in so vielen Weisen, fühlen uns abgehängt, nicht vernetzt. Ich fände es interessant zu sehen, wie David diese Seiten auskundschaftet und Seiten wechselt." Na dann, steht der Plot für eine mögliche Staffel Zwei ja bereits.

Die acht Folgen der ersten Staffel “SPIDES” kannst du ab dem 5. März 2020 auf SYFY über Sky schauen.

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Quelle: Noizz.de