Auch Nura, Azad, Nimo und Olexesh spielen in der Serie mit.

Was TNT mit "4 Blocks" vormachte und Netflix versuchte, mit "Dogs of Berlin" nachzumachen, kann als Testosteron-getriebene Gangster-Serie beschrieben werden. Auch die neue Netflix-Serie "Skylines" könnte Gefahr laufen, in diese Kategorie zu fallen. Doch eigentlich geht es um viel mehr als nur um stiernackige Drogen-Bosse. Auch Badass-Frauen prägen den Sechsteiler aus Frankfurt – sowie Ehrgeiz, Liebe, Gewalt und ganz viel Musik.

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Die Serie handelt vom eher sensiblen Jinn, gespielt von Edin Hasanovic, der mit der Street Credibility von harten Rappern eher wenig gemeinsam hat. Doch der Junge aus gutem Haus hat Rhythmus im Blut und denkt in Beats. Als er das Angebot bekommt, als Produzent beim Label Skyline-Records einzusteigen, muss er nicht lange überlegen. Auch die Loyalität zu seinem rappenden und mäßig erfolgreichen Kumpel ist schnell zweitrangig. Da entwickelt Jinn einen ähnlichen Ehrgeiz wie sein Vater, den er als geldgierigen und statusbewussten Banker verachtet.

Musik in Form von Hip-Hop und Rap spielt nicht nur die Hauptrolle im Leben von Jinn, sondern auch in der Serie. Das zeigt sich schon bei der Besetzung: Die Künstler Azzi Memo, Booz, Nimo und Olexesh spielen als Rapper in der Serie mit. Azad, MC Bogy und Nura spielen darin sogar sich selbst. Schauspieler Murathan Muslu in der Rolle des mittlerweile das gute Leben genießenden Gangsta-Rappers und Skyline-Mitinhabers Kalifa kann da durchaus mithalten.

Kalifa ist auch der Mann, der reich geworden ist und nun im Konflikt mit Familienloyalität und der Vergangenheit steht. Sein Bruder Ardan, von Erdal Yildiz bedrohlich gespielt, ist nach Frankfurt zurückgekehrt. Vor Jahren musste er wegen seiner Drogengeschäfte fliehen, das Geld aus den schmutzigen Geschäften ist in die Gründung von Skyline-Records geflossen. Hier will auch Ardan unterkommen – angeblich, um online Klamotten zu verkaufen. Die finsteren Gestalten, die sich bald unter die Musiker mischen, lassen schon bald ahnen: Ardan macht dort weiter, wo er einst aufgehört hat. Seine kriminellen Geschäfte könnten Skyline-Records ruinieren.

Die Polizistin Sara (Peri Baumeister), die für ihren Beruf brennt und darüber Mann und pubertierende Tochter zu vernachlässigen droht, ist Ardan hartnäckig auf der Spur. Das bringt nicht nur sie und ihre Familie in Gefahr, sondern sorgt auch für Gefühlsverwirrungen, ist sie doch die Frau, der Kalifa in seiner Anfangsphase einen romantischen Song widmete.

Schnelle Kamerafahrten zwischen den Straßenschluchten der Frankfurter City, das Glitzern der nächtlich beleuchteten Bürotürme, schmuddelige Ecken im Bahnhofsviertel und das Elend der Junkies – "Skylines" bringt Frankfurt-Klischees und Frankfurter Realität zusammen. Die Handlung der Serie ist vollgepackt mit Geld und Insidergeschäften, Drogen und organisierten Verbrechen, Liebe, Ehrgeiz und Loyalität in einer schnelllebigen Stadt. Die Cliffhangern und offenen Erzählstränge am Ende machen neugierig auf mehr.

Die Frankfurter Skyline war auch für einige der Darsteller Inspiration: "Ich habe es sehr genossen, entlang der Skyline am Main entlang zu gehen, um meine Texte zu lernen", so Yildiz. Baumeister wiederum war vor allem von der Ambivalenz der Metropole am Main beeindruckt. "Man spürt die auseinanderklaffende soziale Schere so deutlich wie in kaum einer anderen Stadt." Das galt ganz besonders für die Drehs im Bahnhofsviertel: "Wir waren um 3 Uhr morgens auf der Crackmeile. Es war schon sehr absurd, neben der Methadonausgabestelle zu drehen und die Abhängigen kamen in dem Moment nicht an ihre Utensilien heran."

Ob es eine Fortsetzung geben wird, wissen auch die Darsteller noch nicht. "Ich wäre total aufgeregt, wenn es irgendwann eine zweite Staffel geben würde", sagt Jinn-Darsteller Hasanovic, der nach eigenen Worten versuchte, bei den Dreharbeiten nicht über die weltweite Reichweite der Ausstrahlung via Netflix nachzudenken. "Das ist Ehre und Fluch zugleich, weil man sich dann viel zusätzlichen Druck macht." Die Arbeit an "Skylines" habe auch seinen eigenen Musikgeschmack verändert: "Durch den Dreh höre ich jetzt tatsächlich sehr viel eher mainstreamigen Rap – ich habe Blut geleckt.“

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[Text: Zusammen mit dpa]

Quelle: Noizz.de