Besser so, wirft man einen Blick ins Drehbuch ...

Ach, geliebtes „Sex and the City“, irgendwie weiß ich gar nicht, wie ich diesen Text anfangen soll. Denn auf die Nachricht, dass die Verhandlungen zu einem dritten Kinofilm nun endgültig abgebrochen wurden, kann man eigentlich nur mit einem lachenden und einem weinenden Auge reagieren.

Weinend, weil deine Fortsetzung mich ästhetisch sicher wieder umgehauen hätte: So viele Designertaschen und Couture-Outfits die zur Schnappatmung geführt hätten, so viele atemberaubende Looks, die bestimmt wieder als ikonisch in die Filmgeschichte eingegangen wären.

So viele High-Heels-Träume, die meine Sneaker ganz schön alt hätten aussehen lassen. Weinend auch, weil das Powersquad rund um Carrie einem über die Jahre so ans Herz gewachsen ist, dass man stundenlang mit seinen Freundinnen diskutieren konnte, welchem SATC-Charakter man am ähnlichsten sei.

Weil ich sicherlich nicht die einzige Frau im Journalismus bin, die in Carrie und ihrem perfekten Sex-Kolumnistinnen-Leben ein Vorbild gesehen hat. Und über meine Teeniefantasien mit Smith aka. Jerry Jerrod will ich gar nicht ernst anfangen.

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Doch vor dem Hintergrund des Rosenkriegs, der in den letzten Monaten zwischen Sarah Jessica Parker und Kim Cattrall wütete, ist es vielleicht besser, dass das Filmprojekt nun offiziell ad acta gelegt wurde. Alleine schon, um die Illusion der perfekten Samantha-Carrie-Freundschaft aufrecht zu erhalten.

Wer es nicht mitbekommen hat: Die Verhandlungen über einen möglichen, dritten „Sex and the City"-Kinofilm zogen sich seit 2016. Vor gut einem Jahr, im Herbst 2017, ließ Kim Cattrall aka. Samantha öffentlich verlauten, dass sie keine Lust habe, an einem neuen SATC-Film mitzuwirken – aus gutem Grund.

Auf Instagram schrieb die mittlerweile 61-Jährige: „Ich kann nicht. Ich bin nicht mehr mit Herzen dabei, ich bin darüber hinweg. 61 ist nicht 53 oder 41. Ich habe so viel von unserer Sam gelernt. Sie war meine Heldin – aber ich möchte mich ausruhen und nicht mehr so viel arbeiten, wie ich es seit Jahren tue. Ich möchte ein weniger hektisches Leben. Meine Entscheidung reflektiert, wo in gerade in meinem Leben stehe und das kann ich nicht ändern, ohne unglücklich zu werden. Ich hoffe, ihr könnt das verstehen.“

Eine aufrichtige Erklärung – die der ehemalige „Sex and the City“-Cast, allen voran Sarah Jessica Parker aber wohl nicht verstehen wollten oder konnten: Immer und immer wieder wurde von Zickereien und Kommentaren gegen Kim Cattrall berichtet, die das „divenhafte" Verhalten der Schauspielerin für das Scheitern des Projektes verantwortlich machten. Irgendwann kam dann noch Heidi Klum als mögliche neue Samantha in's Spiel, aber die Details will ich euch ersparen – denn auch diese Gerüchte stellten sich letztendlich als heiße Luft heraus.

Umso spannender sind neue Details zum Drehbuch, die jetzt an das Licht gekommen sind – und die die Entscheidung Kim Cattralls so viel verständlicher machen:

So hätte sich die Storyline hauptsächlich um den Tod (!) Mr. Bigs gedreht und wie Carrie mit dem Verlust ihres Mannes umgeht. So weit so tragisch. Was von Sarah Jessica Parker allerdings als „wunderschöne, lustiges, Herzen brechendes, tolles Script“ beschrieben wurde, hat auch die ein oder andere Szene inne, die ich wirklich, wirklich nicht sehen möchte.

So wäre „E! News“ zufolge Mirandas Sohn Brady – den man als süßen, kleinen, rothaarigen Jungen kennt – am Anfang des neuen Films beim Masturbieren erwischt worden. Dem nicht genug: Später im Film hätte der nun 14-Jährige Samantha Dickpics geschickt. Äh was? Eine 61-Jährige und ein 14-Jähriger? Mindfuck! Wer will das denn sehen?

Einer namentlich nicht genannten Quelle zufolge soll das ein Hauptgrund gewesen sein, warum Cattrall nicht mehr in die Rolle der Samantha schlüpfen wollte: „Kim wollte den Film von Anfang an nicht machen. Es war die Kombination aus einer nicht besonders guten Gage und einer furchtbaren Storyline für Samantha. Es war ein schlechtes Drehbuch.“

Nachdem ich das gehört habe, bin ich Kim Cattrall wirklich dankbar, dass sie uns diesen Dreh erspart hat – und wir mit reinem Gewissen und viel Nostalgie-Gefühlen die alten Serienstaffeln anschauen können. Denn auch wenn früher nicht alles besser war: Lieber aufhören, als einen enttäuschenden Nachdreh zu liefern, der das Erbe unserer liebsten Serienclique zum Wackeln bringen würde.

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Quelle: Noizz.de