Die Episode „The Master“ hat mich 40 Minuten meiner Lebenszeit gekostet.

Vor einigen Tagen veröffentliche Netflix die diesjährige Musical-Episode von Riverdale. Darin nahm sich der junge Cast einer Musicalversion des 80er-Jahre-Films Heathers an und lockte alle Fans der Teenieserie mit viel Gesang und Tanz. Alle Fans außer mich. Denn ich hasse nichts leidenschaftlicher als Musical-Episoden von Fernsehserien. Lass mich dich mitnehmen auf eine Reise in die Hölle der Fernsehunterhaltung.

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Passiert hier eigentlich noch was?

Okay, okay, okay. Zuerst einmal stört es mich, dass die musikalischen Folgen einfach nie etwas zur Entwicklung der Story beitragen. Das war schon bei der Musical-Episode der letzten Riverdale-Staffel so und hat sich auch in diesem Jahr kaum verändert. Es geht nur darum, dass Jughead, Archie, Betty und Co. möglichst viele Songs aus einem Stück – wie eben Heathers – zum Besten geben. Handlung? Dieses Wort kennt plötzlich niemand mehr. Dabei brennt es in Riverdale doch an jeder Ecke und der Zuschauer verdient verdammt noch mal News von diesen Krisenherden.

Statt detaillierten Storylines werden einem kleine Brotkrümel an Informationen hingeworfen, die kurz bevor sie wirklich spannend werden, in einen Song abdriften, indem mal wieder ein Teenager darüber singt, wie unsicher er oder sie ist. Ach was, hätte ich bei 16-Jährigen nicht gedacht. Ich will doch einfach nur wissen, was hinter der mysteriösen Scheidung von Veronicas Eltern steckt und was mit Bettys Mutter und ihrer Sekte nach der Wiedergeburt jetzt eigentlich los ist. Doch das gibt es nun mal nicht.

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Denn immer wenn dich die Musical-Folge für einen Moment reingezogen hat, spuckt sie dich schon wieder aus wie einen geschmacklosen Kaugummi.

Nicht nur das Fehlen von jeglicher fortlaufender Storyline macht mich sauer, sondern auch wie schlecht die Schauspieler teilweise singen. Don't get me wrong – ich erwarte überhaupt nicht, dass alle Darsteller richtig geil singen können, aber für Cole Sprouses wacklige Gesangsversuche schalte ich bestimmt nicht ein. Dazu kommen natürlich noch Choreographien, die ungefähr so peinlich sind, wie die nackten Teenager in der Bravo. Diese identischen Tanzschritte sind doch seit den Neunzigern nicht mehr angesagt, oder sind Abklatsche der Choreos der Backstreet Boys jetzt echt wieder cool?

Fassen wir noch einmal zusammen:

Komplette Abwesenheit neuer Entwicklungen in Sachen Storyline, schlechter Gesang, sowie peinliche Dance Moves – und dafür müssen wir doch wirklich 40 Minuten unserer Lebenszeit opfern. Denn im Vorfeld kann man das Maß der Enttäuschung ja leider doch nie so richtig einschätzen. Und den kleinen Funken Hoffnung, dass eben doch etwas wichtiges passiert, dass man nicht einfach bei IMDb nachlesen kann, habe ich dann halt doch immer wieder aufs Neue.

Quelle: Noizz.de