Erfahrungen mit häuslicher Gewalt, Rausch und Religion.

Lindsay Lohan ist in vielerlei Hinsicht ein Phänomen. Ihre Geschichte, ihr Aufstieg und sozialer Fall im Rampenlicht berührte häufig Probleme, die uns voyeuristisch voll interessieren: ein Ex-Kinder-Star, der abrutscht. Rich-B*tch, die ihr ganzes Geld verprasst. Das IT-Girl, das plötzlich out ist. Ihre dysfunktionale Familie, die sie vor Gericht verklagt, nur um sich dann unter Krokodils-Tränen wieder mit ihrer Mutter zu vertragen.

Ihr Fame, der ihr plötzlich so wehtut, dass sie öfter in stationärer Behandlung ist, auf Entzug von Drogen und Aufmerksamkeit. Ihre Gewalt-Ausbrüche. Ihre Konvertierung zum Islam.

Mit ihren gerade mal 32 Jahren hat Lindsay Lohan so ziemlich alles öffentlich überstanden, was geht. Ihr Name steht für Exzess, High Life und Absturz. Aber 2019 auch, mehr denn je, für eine Millionen-schwere Marke. 1998 eroberte Lindsay mit ihrer Doppel-Hauptrolle in der Kinder-Kult-Komödie „Ein Zwilling kommt selten allein“ die Herzen aller Zuschauer. Da war sie gerade mal 12 Jahre jung. 2004 sorgte sie als naiver Rotschopf in der Kult-Komödie „Girls Club – Vorsichtig, bissig!“ dafür, dass rote Haare bei Frauen plötzlich wieder sexy sind.

Der Highschool-Streifen wurde Kult und ist immer noch so aktuell, dass sogar Pop-Star Ariana Grande in ihrem Hype-Video „thank u, next“ die „Mean Girls“-Optik wieder lostritt.

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Heute ist Lindsay Lohan ein Pop-kulturelles Phänomen wie Britney Spears

Vorbild, Anti-Ikone, Trash und Kult zugleich. Sie ist Schauspielerin („Georgias Gesetz“), Sängerin („Rumors“), Model („Ford Model Agency“) und jetzt auch Unternehmerin. Und damit ihr neues Kartenhaus aus kalkuliertem Ruhm und kontrollierbaren Ausbrüchen nicht wieder zusammenbricht, inszeniert sie sich jetzt als selfmade Work-Woman.

In der neuen MTV-Reality-Show „Lindsay Lohans Beachclub“ sucht sie neue VIP-Gastgeber für ihren Hotel-Club in Mykonos, Griechenland. Hier geht's zur Website. Die Episoden sind nach der Ausstrahlung wöchentlich kostenlos auf Youtube verfügbar.

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Die Kameras zeigen Lindsay Lohan in einem neuen Licht, das ihr sogar schmeichelt. Wir haben uns die erste Folge von „Lindsay Lohans Beachclub“ für euch angesehen.

Das müsst ihr über die Wiedergeburt der von LiLo wissen!

1. Am Mykonos Beach wurde Lindsay Lohan angeblich von ihrem Ex-Freund geschlagen

In einer Szene flüstert die Schauspielerin zu ihrem Geschäftspartner und BFF, dass sie ja vor vier Jahren an genau diesem Strand Opfer von häuslicher Gewalt wurde. Als Reaktion auf die Schläge von ihrem mittlerweile Ex-Freund habe sie nur ein Ziel gehabt: „Diesen Grund und Boden irgendwann zu besitzen.“ Gesagt, getan: Vier Jahre später bebt die Tanzfläche unter der Ekstase neureicher Kids Ü-18, die sich mit Margaritas besaufen. Mykonos, Yamas!

2. Lindsay Lohan flucht „verf*ckt“ gerne

Nichts für zarte Gemüter: „fuck“, „fucked up“ and „shit“ sind ihre Lieblingswörter. Bei allem, was ihr angehendes Personal so vor ihren Augen und hinter ihrem Rücken – auch miteinander – treibt, hat Lindsay auch guten Grund zu fluchen und ihr Umfeld zu verteufeln. Dabei steckt hinter ihrer Kotter-Schnauze ein Herz aus Flüssig-Gold.

3. Lindsay Lohan ist lieber „good cop“ als „bad cop“

Denn dass es ihren Gästen und ihren Mitarbeitern gut geht, ist ihre Nummer 1 Prio. Und natürlich ihr selbst. „Naiv“, findet ihr bester Freund und Co-Chef Panos und stellt schon in ersten Episode klar: „Ich bin eiskalt. Mich interessiert nur Geld. Mich kann keiner verarschen oder um den Finger wickeln.“ Das sorgt natürlich wie die richtige Beef-Spannung und lässt Lindsay erfolgreich wie ein Engelchen rüberkommen. Die beiden sich selten einig – am Anfang haben sie sich angeblich gehasst. Glaubt man ihnen auf's Wort.

4. Lindsay Lohan hat ihren eigenen spirituellen Glauben gefunden

Sie meditiert 3-Mal am Tag, behauptet sie und läuft deshalb auch im geerdeten Hippie-Style barfuß, in Tunika und behangen mit etlichen Ketten (Glücksbringer?) rum, ein Sombrero-Hut auf dem Rotschopf-Kopf und schon mittags einen Coktail im Glas in der grazilen Hand. „Meditieren ist meine Art der Religion“, beschwört Lindsay, „Energie ist mir das wichtigste“. Die ganze Zeit checkt sie, ob die „vibes“ auch wirklich „good and loving“ sind. Wer's glaubt, wird selig. Wie Lindsay.

5. Lindsay Lohan kann modeln, singen, schauspielern – aber nicht schnipsen

Es ist irgendwie zu seltsam, um es zu ignorieren. Aber diesem Starlet dabei zuzusehen, wie sie immer und immer wieder versucht, die richtige Bewegung für den befriedigenden Sound zu machen, es aber nicht schafft, sorgt für skurrile Schadenfreude. „Ich kann auf der linken Seite einfach nicht schnipsen“, stellt die Boss-Bitch staunend fest. Macht nix. Zwinkern kann sie.

7. Lindsay Lohan enttäuscht in der Rolle als klassischer Reality-Show-Star

Die Show schafft es, dass sie sweet und irgendwie auf ihre eigene Art gescheit rüberkommt. Wenn sie ihren Co-Workern eine zweite Chance gibt, obwohl diese sich beim Spontan-Vorstellungsgespräch klitsch-nass, besoffen im BH vor sie setzen. In diesem ganzen Beach-Club-Zirkus wirkt sie wie die Direktorin, die alles erstaunlich solide im Griff hat.

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Klar, in kurzen Momenten blitzt es natürlich auf, das ehemalige Party-Girl, das keinen Cocktail auslässt. Die Trendsetterin, die nur top gestylt an den Strand geht. Dann sammelt sie sich schnell, mutiert wieder zur Chefin, die man sich immer gewünscht hat. Imitiert die enge Freundin der Sorte, der du früher immer die Haare beim Kotzen halten musstest und die sich jetzt revanchiert, in dem sie auf dich aufpasst, wenn du mal drohst, über die Stränge zu schlagen. Wenn man ihr als Zuschauer dabei zusieht, erblickt man manchmal das verlorene kleine Mädchen in ihr, das zu früh erwachsen werden musste.

Macht euch selbst ein Bild von LiLos glorreicher Wiederauferstehung:

Quelle: Noizz.de