„Dogs of Berlin“-Tour mit Langston Uibel: Ist unser Leben vorbestimmt wie das von Hunden?

Laura Wolfert

HipHop. Popkultur.
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Der Schauspieler hat uns seine alte Hood gezeigt – und erklärt, warum er kein „Dog of Berlin“ ist.

Am Eingang Ost vor dem Olympiastadion ist es still. Normalerweise sieht man hier eine Horde Fußballfans, die pöbeln, jubeln und ihren Verein anfeuern. Auch Langston Uibel hat hier schon gekickt. Nicht für Hertha Berlin – sondern für Red Bull Leipzig. Auch nicht als Sportstar – sondern als Schauspieler.

Der 20-Jährige spielt in der neuen deutschen Netflix-Serie „Dogs of Berlin“ einen Fußballprofi. Langston ist hier nahe dem Olympiastadion aufgewachsen ­– dort, wo ein Großteil der Serie gedreht wurde.

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„Dogs of Berlin“ ist nach „Dark“ die zweite deutschsprachig produzierte Dramaserie von Netflix und handelt von dem Verbrechen an einem deutsch-türkischen Fußball-Nationalspieler, der am Vortag eines Länderspiels ermordet wird. Fahri Yardım (bekannt aus „Jerks“) und Felix Kramer spielen dabei die Hauptrollen: zwei Ermittler, die das Verbrechen aufdecken und sich mit der Berliner Unterwelt, Kriminalität und Clans auseinandersetzen müssen.

Zehn Folgen dauert die erste Staffel, die am 7. Dezember startet. Die zentrale Frage von „Dogs of Berlin“: Inwiefern ist das Leben jedes Menschen vorbestimmt – oder können wir wie Hunde gar nicht entscheiden wie wir leben wollen?

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Langston Uibel spricht mit NOIZZ über die Netflix-Serie und zeigt uns seine Gegend. Foto: Juliane Reuther / Noizz.de

Langston ist in London geboren, lebt seit 2006 aber bereits in Berlin. Er spielt die Rolle des Raphael Bou'penga: ein reicher, erfolgreicher Fußballprofi. Dabei scheint er aber jedem Klischee zu widersprechen, das man von so einem Fußballprofi hat: Langston ist ruhig, höflich – hat keine Star-Allüren. Er ist leger gekleidet, trägt keine teuren Klamotten.

Mit den Händen in der Jackentasche und in Jogginghose schlendert er die Olympiastraße entlang. Er zeigt mit den Fingern hinter das Stadion: „Dort bin ich zur Grundschule gegangen“, sagt er. Und weiter geradeaus, in Richtung Zentrum, soll sich sein Verein befinden. Denn was Langston mit seiner Rolle doch gemeinsam hat, ist die Liebe zu Fußball.

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Hier, im Ortsteil Westend, ist er aufgewachsen und hat lange für den Traditionsverein Tennis Borussia Berlin gekickt. Mit 18 Jahren ist er von Zuhause ausgezogen und wohnt jetzt allein in Charlottenburg. „Ich bin ganz gerne mal nur für mich – habe zwar meine besten Freunde, aber ich muss nicht ständig überall dabei sein.“

Dass Langston bekannt ist, daraus machen sich seine Freunde nichts – ­genauso wenig er selbst. „Wenn etwas beruflich funktioniert, ist das schön. Aber mir würde es so oder so gut gehen.“ Bescheiden, irgendwie.

Dass beruflich bei dem Berliner alles funktioniert, bedeutet, dass er mittlerweile einer der bekanntesten deutschen Nachwuchsschauspieler ist: So übernahm er nach Filmen wie „Freistatt“ und „Hanni und Nanni 3“ auch kürzlich eine Rolle im Kinofilm „High Society“.

Langston sagt aber: „Ich bin kein 'Dog of Berlin'“. Denn vorbestimmt sei für ihn nichts gewesen – zumindest nicht seine Schauspielkarriere. „Meine Eltern haben da nichts mit zu tun. Ich hätte alles machen können.“

Dass er zur Schauspielerei gekommen ist, sei Zufall gewesen. Ein Freund der Familie, ein Kostümbildner, hatte Bilder von Langston und seinen zwei kleinen Brüdern in der Wohnung stehen. Ein Bekannter, der in der Filmbranche arbeitet, hatte ihn besucht, die Fotos gesehen und Langston eine Rolle angeboten. „Ich habe das dann einfach weiterverfolgt.“

Wir überqueren die Olympische Brücke. Auf die Frage, was er hier früher als kleiner Junge angestellt habe, schmunzelt Langston ein wenig. „Gar nichts. Nur nach Hause gelaufen“, sagt er. „Hier kann man nichts anstellen. Diese Gegend ist nicht besonders belebt.“ Langston hat recht. Am Westend scheint alles sehr friedlich. Fast ein wenig langweilig, viel zu sehen und zu zeigen gibt es nicht.

Dabei wird Berlin in „Dogs of Berlin“ als gefährliche, spannende Stadt mit vielen Unterwelten dargestellt. Genauso wie in der preisgekrönten Kultserie „4 Blocks“ werden wieder Clans und Kriminalität thematisiert. Dabei ist Westend auch nur eine Gegend, die wie das Olympiastadion von außen einen ruhigen Anschein macht – aber eigentlich ganz anders ist. „Solange du kein Teil von Kriminalität und Clans bist, bekommst du auch nichts davon mit“, sagt Langston. „Erst die Serien zeigen, was hier wirklich abgeht.“

Was genau, das seht ihr ab dem 7. Dezember, wenn Langston Uibel als Fußballprofi in „Dogs of Berlin“ auf Netflix zu sehen ist.

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