Mehr als 30 mutmaßliche Opfer erheben gegen ihn schwere Vorwürfe.

Update, 8 Januar 2019: In einem Antrag vor Gericht sagt Kevin Spacey aus, er habe dem 18-Jährigen in die Hose gefasst

Kevin Spaceys Anwalt hat am Montag einen Antrag gestellt, in dem der Angeklagte aussagt. Damit bezieht der Schauspieler erstmals schriftlich Stellung zu dem Vorwurf eines damals 18-jährigen Teenagers, Spacey habe ihm 2016 in einer Bar in die Hose fasst. Das stehe in Dokumenten, die Daily Mail vorliegen. In dem Bundesstaat gilt man mit 21 Jahren als volljährig. In Spaceys Sicht der Situation habe er drei Minuten lang seine Hand in der Hose des Studenten gehabt. Er bestätigt damit teilweise die Vorwürfe des Klägers. Dieser habe laut Spacey aber angeblich nie „Stopp“ gesagt. Der Teenager habe sich angeblich als 23-jähriger Student ausgegeben, habe aktiv mit ihm geflirtet und sei nie vor ihm geflüchtet, sondern habe ihm stattdessen angeblich seine Handynummer zugesteckt, davor hätten sie zusammen getrunken, gesungen und geraucht. All das habe Spacey als Einverständnis für sexuelle Berührung gedeutet.

Das mutmaßliche Opfer schickte angeblich später via Snapchat seiner Freundin ein Beweisvideo, nachdem diese ihm zunächst nicht geglaubt hatte. Mehrere Zeugen bestätigen den Vorfall. Vor Gericht wird jetzt entschieden, ob es einvernehmlicher sexueller Kontakt war (Spaceys Sicht), oder sexuelle Belästigung (Sicht des mutmaßlichen Opfers).

UPDATE, 7. Januar 2019: Polizei zieht Kevin Spacey aus dem Verkehr – nach seiner Gerichts-Anhörung wegen sexueller Belästigung

Sein Anwalt saß neben ihm, als der Schauspieler mit zu viel Speed hinterm Steuer über die Straßen bretterte und in Washington, D.C. von einem Streifenwagen gestoppt wurde. Die Polizisten führten, laut anwesenden Fotografen, mit dem Promi routiniert die Führerschein-Überprüfung durch, registrierten US-Star. Aber: Ein Ticket habe es laut Infos von TMZ nicht für Spacey und seine Tempo-Überschreitung gegeben. Er kam mit einer Verwarnung davon. Promi-Bonus?

Die Chronologie der Causa Kevin Spacey

Es sind viele Vorwürfe, die den US-Schauspieler Kevin Spacey als Sexual-Straftäter belasten. Und seit diese Vorwürfe laut wurden, hat der 59-Jährige immer wieder versucht, sein Verhalten zu rechtfertigen und seinen Ruf zu retten. Damit hat er seiner Reputation oft zusätzlich geschadet, mehr, als es die Zwischenfälle allein hätten schaffen können.

Es gab Zeugenaussagen, Twitter-Statements, Interviews, die Abschaffung seiner Hauptrolle in der Netflix-Serie „House of Cards“ und, angeblich, eine Therapie.

Wie bei dem Missbrauchsskandal in Hollywood durch den Produzenten Harvey Weinstein kann man schneller den Überblick verlieren, als es einem lieb ist. Wer 2017 wen sexuell belästigt haben soll, hatten wir damals zusammengefasst.

Das passierte ja quasi in einem Schlagzeilen-Atemzug: 2017 startete die #MeToo-Bewegung als Reaktion auf mittlerweile mehr als 100 Frauen, die der heute 66-jährige Harvey Weinstein über Jahrzehnte bedrängt, sexuell belästigt, genötigt und vergewaltigt haben soll.

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Wenig später wandten sich auch männliche mutmaßliche Opfer an die Öffentlichkeit, die Kevin Spacey ähnliche Übergriffe vorwerfen. Mindestens acht Quellen berichten, dass Spacey auch während der Netflix-Produktion von „House of Cards“ permanent Set-Mitarbeiter belästigt haben soll.

Es laufen aktuell Ermittlungen in Nantucket, Los Angeles und London gegen den Schauspieler („American Beauty“, „House of Cards“, „Die Jury“).

In England ermittelt Scotland Yard gegen ihn – wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung eines 23-jährigen Schauspielers in Spaceys Londoner Wohnung im Jahr 2017.

Wir haben deshalb noch einmal recherchiert, was in der Causa Kevin Spacey bislang alles passiert ist. Aufgrund der Aktualität rollen wir die Ereignisse dabei vom Ende her auf.

4. März 2019: Der nächste Verhandlungstag für Kevin Spacey

An diesem Datum findet der nächste Gerichtstermin statt. Laut Richter-Anordnung müsse Spacey nicht persönlich anwesend sein, aber für mögliche Rückfragen per Telefon zur Verfügung stehen.

7. Januar 2019: Kevin Spacey drohen bis zu 5 Jahre Haft

Persönlich musste sich Spacey am heutigen Montag vor Gericht in Nantucket, Massachusetts, USA verantworten, weil er einen 18-Jährigen sexuell belästigt haben soll. Der Schauspieler hatte bis zuletzt darum gebeten, dass er nicht persönlich vor dem Gericht an der US-Ostküste erscheinen muss. Sein Anwalt hatte dementsprechend schriftlich Antrag gestellt. Das Gericht machte aber keine Ausnahme.

Während der Anhörung schweigt Spacey zu allen Vorwürfen. Er hatte dem Gericht jedoch bereits mitgeteilt, dass er auf „nicht schuldig“ plädieren werde. Der Richter hat vorerst angeordnet, dass Spacey keinen „direkten oder indirekten Kontakt“ zu dem mutmaßlichen Opfer haben dürfe.

30. Dezember 2018: Kevin Spacey kauft Paparazzo eine Pizza – mit doppeldeutigem Schriftzug auf seiner Cap

Der Promi-Fotograf folgt dem Schauspieler für Schnappschüsse, während Kevin Spacey in Baltimore auf seinen Prozess wartet. Also kauft er dem Fotografen eine Pizza bei Dominos und bedankt sich für seine Bemühungen und wünscht ihm ein „Frohes Neues Jahr“. Auf dem Kopf trägt Spacey dabei eine Cap, auf dem steht: „Retired since 2017.“

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Eine makabere Anspielung auf seine Arbeitslosigkeit seit den Vorwürfen der sexuellen Belästigung, die Spacey aus seiner Sicht anscheinend zum Rentner gemacht haben.

27. Dezember 2018: Polizei bestätigt ein Beweis-Video, das das mutmaßliche 18-jährige Opfer auf Snapchat geteilt hat

Die angebliche Tat hat der junge Mann teilweise gefilmt. Ein Video soll zeigen, wie Spacey 2016 dem damals 18-Jährigen in einem Restaurant namens Club Car in Nantucket, Massachusetts in die Hose fasst. Das mutmaßliche Opfer schickte es später via Snapchat seiner Freundin, nachdem diese ihm zunächst nicht geglaubt hatte. Die Mutter des mutmaßlichen Opfers hat ausgesagt, Spacey haben ihrem Sohn bei einer Party mehrere alkoholische Drinks eingeflößt, um ihm dann in die Hose zu greifen. Der Junge soll geflüchtet sein, als Spacey aufs Klo musste.

24. Dezember 2018: Privat-Video zeigt Kevin Spacey als „Frank Underwood“, der die Vorwürfe als Verleumdung abtut

Kevin Spacey veröffentlicht nach knapp einem Jahr Social-Media-Abstinenz ein bizarres Kurz-Video. Darin gibt sich der Schauspieler als „Frank Underwood“ aus, der fiktive US-Präsident aus der Netflix-Politik-Thriller-Serie „House of Cards“. Als Hauptdarsteller war Spacey kurz nach den Vorwürfen gefeuert worden. Der Titel „Let Me Be Frank“ ist doppeldeutig – einmal bezieht er sich auf den Vornamen der Rolle, die er nicht mehr spielen darf. Aber übersetzt bedeutet der Satz auch: „Lasst mich offen sein“ („to be frank“).

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In der Aufnahme sagt er: „Wir sind noch nicht fertig hier. Und nebenbei: Ich weiß ganz genau, was Du willst, Du willst mich zurück.“

Dann: „Natürlich gab es einige, die alles geglaubt haben und jetzt den Atem anhalten, weil sie hören wollen, wie ich alles zugebe. Sie möchten, dass alles wahr ist und ich das bekomme, was ich verdient habe.“

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16. November 2017: 20 mutmaßliche Opfer werfen Kevin Spacey „unangemessenes Verhalten“ in seiner Zeit am Londoner Vic Theater vor

Die Übergriffe sollen zwischen 1995 bis 2013 stattgefunden haben, teilte das Theater nach internen Ermittlungen mit. Man habe 14 mutmaßlich betroffene Mitarbeiter ermutigt, bei der Polizei Anzeige zu erstatten, wisse aber nicht, wer darauf hin ausgesagt habe. Betroffen soll auch der mexikanische Theater-Schauspieler Roberto Cavazos sein, der mutmaßlich zweimal von Spacey belästigt wurde. Laut Theaterleitung führte der Einfluss des berühmten Hollywoodstars dazu, dass vor allem junge Mitarbeiter das Gefühl hatten, sie könnten nicht über die Vorfälle reden.

1. November 2017: Spacey begibt sich in therapeutischer Behandlung – laut einem Sprecher

„Kevin Spacey nimmt sich die nötige Zeit für eine Analyse und Behandlung“, sagt ein Sprecher des Schauspielers Anfang November in einem Statement gegenüber The Hollywood Reporter. „Weitere Informationen“ werde es demnach nicht geben.

Ende Oktober/ Anfang November: Netflix kündigt bei „House of Cards“, Regisseur Ridley Scott schneidet Kevin Spacey aus Film „Alles Geld der Welt“

Der Streaming-Dienst verkündet, dass Kevin Spacey nach fünf Staffeln nicht mehr in seiner Rolle als Frank Underwood in dem Serien-Original „House of Cards“ zu sehen sein wird. Auch der Regisseur Ridley Scott schneidet Spacey aus dem Film „Alles Geld der Welt“ raus – nur sechs Wochen vor offiziellem Kinostart wird er durch Christopher Plummer ersetzt. Ein einmaliges Verfahren in der bisherigen Kino-Historie.

Anders „Billionaire Boys Club“: Der vorerst letzte abgedrehte Film mit Kevin Spacey in einer Hauptrolle läuft im August 2018 in den Kinos an und floppt gewaltig. Am ersten Tag spielt der Streifen nur 126 Dollar ein.

30. Oktober 2017: Kevin Spacey reagiert via Twitter auf Anthony Rapps Vorwürfe – und outet sich als schwul

Das Timing seines Outings wird als verheerender Versuch einer Ausrede kritisiert. Der Schauspieler versuche damit kläglich, einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und pädophiler Neigung herzustellen, um keine Verantwortung für seine mutmaßlichen Straftaten tragen zu müssen. Denn er hatte sich bis dato jahrelang geweigert, sich auch auf Nachfrage zu seiner Sexualität zu äußern.

>> Kevin Spacey outet sich als schwul – nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung

30. Oktober 2017: Das erste mutmaßliche Opfer belastet Kevin Spacey mit Belästigungs-Vorwürfen

In einem Interview gegenüber Buzzfeed News sagt der Schauspieler Anthony Rapp (46, „The Star Trek: Discovery“), dass Kevin Spacey ihn 1986 sexuell belästigt habe, als er noch minderjährig war. Damals war Rapp 14 Jahre jung, Spacey 26 alt. Laut Rapp habe ein betrunkener Spacey ihn damals bei einer Party in seinem Haus ins Bett getragen, als andere Gäste bereits gegangen waren, sich dort auf ihn gelegt und ihm sexuelle Avancen gemacht. Der 14-Jährige habe ihn weggestoßen und sei geflüchtet.

Anfang September 2017: Rückwirkend ermittelt die Staatsanwaltschaft Los Angeles wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung eines 14-Jährigen

Für eine mutmaßliche Vergewaltigung eines damals 14-jährigen Broadway-Darstellers am Theater im Jahre 1992 soll Spacey laut Gesetz nicht mehr belangt werden können. Die Klage der Staatsanwaltschaft in Los Angeles musste Anfang September fallen gelassen werden. Der mutmaßliche Missbrauch soll Mitte der 80er Jahre stattgefunden haben, müsse deshalb zu den Akten gelegt werden – Fall ungültig.

Die meisten der mutmaßlichen Missbrauchsfälle, die Kevin Spacey von über 30 Männern vorgeworfen werden, sind laut Gesetzt inzwischen verjährt.

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  • Quelle:
  • Noizz.de