Sie ist das neue Gesicht der zweiten Staffel "How To Sell Drugs Online (fast)": Lena Urzendowsky spielt Hackergirl Kira. Wieso sie sich so wahnsinnig auf diese Rolle gefreut hat und warum sie sich dafür einsetzt, dass auch das Film- und Serienbusiness endlich nachhaltiger werden, hat sie uns im Interview verraten.

In diesen Tagen ist ja längst noch immer nicht alles so, wie es einmal war – und das Internet ist nach wie vor unser größter Freund, wenn es darum geht, mit anderen in Kontakt zu treten. Und wenn wir tief ins uns gehen, gibt es ja eigentlich gar kein besseres Kommunikationsmittel, um mit Schauspielerin Lena Urzendowsky zu sprechen, die in "How To Sell Drugs Online (fast)" (HTSDOF) eine extrem talentierte Hackerin namens Kira in eben einer Serie über einen Online-Drogehandel im Darknet spielt.

>> "How to Sell Drugs Online (Fast)": Alles, was du zum Start der zweiten Staffel wissen musst

Also verabreden wir uns in diesem digitalen Raum, um dann völlig unabgesprochen festzustellen, dass wir Matching-Outfits tragen: Schwarz mit roten Punkten beziehungsweise Herzen. Wenn das mal kein gutes Zeichen ist. In der zweiten Staffel der Netflix-Serie spielt Lena Urzendowsky die hyperaktive, an ADHS-leidende Coderin Kira, in die sich der an den Rollstuhl gefesselte Lenny (Danilo Kamperidis) über diverse Internetforen und Multiplayerspiele verknallt. Ziemlich Hollywood-Rom-Com-mäßig, schickt er Kira aber ein Bild von gut aussehenden Dan (Damien Hardung) und arrangiert, um nicht aufzufliegen, ein Blind Date – Hackergirl Kira hat das natürlich längst durchschaut. Und auch sonst sorgt sie für ziemlich viel frischen Wind in der gewohnten Serienkonstellation.

Hier gibt's den Trailer zur 2. Staffel von "How to Sell Drugs Online (fast)":

An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

>> Schülerin mit ADHS landet im Gefängnis, weil sie während Corona Hausaufgaben nicht macht – Rassismus?

Für Lena Urzendowsky ist das eine ganz besondere Rolle. Nicht nur, weil sie ihren Look dafür vollkommen verändern musste, sondern auch, weil es nach ihrem Ausflug in die Serie "Dark" – für drei Folgen – ihre erste richtige Netflixserie war. Als Nachwuchsschauspielerin hat sie sich aber schon einen Namen gemacht. Die jüngere Schwester von Schauspieler Sebastian Urzendowsky ("Babylon Berlin", "Honigfrauen") sorgte mit dem Film "Kokon" an der Seite von Lena Klenke, die ebenfalls bei HTSDOF mitspielt, bei der diesjährigen Berlinale für viel Aufsehen.

Ein Herz für den Klimaschutz

Neben dem Schauspiel liegt Lena aber noch ein Thema ganz besonders am Herzen: der Klimaschutz. Als sie 2019 den Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises und den deutschen Schauspielerpreis in der Kategorie Nachwuchs bekam, äußerte sie sich in ihrer Danksagung positiv über die "Fridays For Future"-Bewegung und appellierte an grünere Filmproduktion. Eine echte Vorreiterin. Vor der Corona-Pandemie postete sie auf ihrem Insta-Account oft, wie sie bei Demos mit dabei war.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram
Um mit Inhalten aus Instagram und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Wir haben nicht nur über ihre neue Rolle bei "How To Sell Drugs Online (fast)" gesprochen, sondern auch, wie viel Luft in der deutschen Film- und Serienwelt noch nach oben ist, was Nachhaltigkeit angeht.

>> Dieses Foto wurde zum Meme für Trump-Hasser: Jetzt spricht Greta Thunberg zum ersten Mal drüber

Schasupielerin Lena Urzendowsky im Interview über "How To Sell Drugs Online (fast)", Veggie-Catering und grüne Serienproduktion

NOIZZ: Du bist die "Neue" im Cast von "How To Sell Drugs Online (fast)" – hast du die Serie schon vorher durchgesuchtet oder erst, als du die Rolle sicher hattest?

Lena: Nein, ich kannte sie vorher schon und fand sie supercool. Deswegen habe ich mich schon auf das Casting alleine megagefreut. Ich bin sehr glücklich, dass ich jetzt mit dabei bin!

Wie hast du dich auf deine Rolle als Kira vorbereitet?

Lena: Ich habe viel recherchiert – auch über ADHS, Bindungsstörungen und so. Einfach all das, was Kira ja auch irgendwo ausmacht neben ihrer Quirligkeit. Ich finde, ganz viel ergibt sich aber auch erst durch Kostüm und Maske. Wenn man dann auf einmal ganz kurze Haare hat und in dem Look dasteht, hat man ein ganz anderes Gefühl. Das hat sehr geholfen!

KIra (Lena Urzendowsky) in ihrem Wohnwagen bei HTSDOF

Wie würdest du Kira denn mit deinen eigenen Worten beschreiben?

Lena: Kira ist sehr wild und quirlig. Sie weiß nicht genau, was sie will, sondern immer nur punktuell – aber in den Momenten fühlt sie es total. Bei Lenny fühlt sie zum ersten Mal in ihrem Leben richtige Liebe – was sie durch ihr Elternhaus ja nie wirklich erfahren hat. Das ist total bereichernd und schön für sie, gleichzeitig macht es ihr aber auch Angst. Sie merkt zum ersten Mal, dass sie nicht alleine ist.

In der Serie kommt es voll so rüber, als seist du auch ein echtes Hacker-Girl …

Lena: Haha – darum haben sich eher die Leute im Hintergrund vom Team gekümmert, also Regie, Editing und Co., damit alles ziemlich echt aussieht mit den Codes. Für das Schauspiel war es mir eher wichtig, Kiras Gefühlswelt zu erfassen – und gar nicht so, welche Codesprache jetzt wichtig ist.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram
Um mit Inhalten aus Instagram und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Was hat dich an Kira besonders fasziniert?

Lena: Erst mal ist es so, dass ich diese wilde Seite auch ein bisschen in mir trage. Das war zum ersten Mal so eine Rolle, wo ich die richtig nach außen kehren konnte. Dadurch hat es einfach unglaublich viel Spaß gemacht – ich hatte so Bock auf die Szenen!

Ist denn beim Dreh irgendwas Krasses passiert?

Lena: Also mir geht es ja oft so, dass man beim Dreh auch gewissen Eigenheiten seiner Rolle nach einiger Zeit übernimmt. Und gerade wenn man eine junge Schauspielerin ist, dann möchte man irgendwie auch versuchen, möglichst seriös rüberzukommen. Da gab es dann aber lauter Momente, wo es so unkonventionell am Set war, dass es eine ganz besondere Stimmung entstanden ist, man war viel alberner als sonst. Das war sehr schön.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram
Um mit Inhalten aus Instagram und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Du setzt dich sehr für die "Fridays For Future"-Bewegung ein und auch dafür, dass Filmproduktionen endlich nachhaltiger werden. Wie nachhaltig war deine Dreherfahrung bei "How To Sell Drugs Online (fast)"?

Lena: Also da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben, aber ich merke schon, dass es nicht mehr ein Thema ist, für das man sich entschuldigen muss, wenn man es anspricht. So nach dem Motto: „Oh, du nervst!“ Das war eher das genaue Gegenteil. Man wurde schon gefragt, ob man sich vegan oder vegetarisch ernährt und darauf wurde auch Rücksicht genommen. Es wurde auch darauf geachtet, dass wir Becher hatten und nicht jedes Mal mit einer neuen Plastikflasche rumgerannt sind oder das wir mit dem Zug fahren, statt zu fliegen. Es fängt an. Das ist ein langer Prozess, wo man sich auch erst mal finden muss. Der Klimawandel ist nur zu brisant, als dass man der Umgewöhnung zu viel Zeit zum Prozessieren gibt.

Wie sehe den dein nachhaltiges Traum-Set aus, wenn du es frei gestalten dürftest, was wünscht du dir dann?

Lena: Ich bin natürlich keine Produzentin und auch nicht die absolute Expertin – aber zum Beispiel in Sachen Technik, glaube ich nicht, dass die Meisten Naturstrom beziehen. Das könnte man aber sehr leicht umsetzen. Ich blick da aber natürlich nicht so tief rein – ich kann als Schauspielerin vor allem davon berichten, was ich am Set bemerke. Und da fände ich es schon cooler, wenn sieben Tage die Woche Veggie-Day wäre und nicht nur einer. Man muss ja irgendwo anfangen. Es ist ein Thema geworden und es gibt mehr Bewusstsein dafür, das ist ein notwendiger Fortschritt.

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Instagram
Um mit Inhalten aus Instagram und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Hast du eine Lieblingsfolge aus der zweiten Staffel von "How To Sell Drugs Online (fast)"?

Lena: Uh, gute Frage, aber echt schwer. Ich liebe Kiras Einführung! Sie kommt ins Bild und sie ist sofort da. (Anm. d. Red.: Das wäre dann Staffel 2, Folge eins)

Mehr von Lena Urzendowsky kannst du auf Netflix in der zweiten Staffel von "How To Sell Drugs Online (fast)" sehen und ab dem 13. August im Kino, da startet "Kokon".

  • Quelle:
  • Noizz.de