"The Home Edit: Jetzt wird aufgeräumt" macht Schluss mit Unordnung – als Netflix-Reality-Show auf deinem Fernseher. Besser als Marie Kondo, weil irgendwie alltagsnäher und weniger minimalistisch. Und mal ehrlich: Wer hat nicht in den Corona-Tagen angefangen, seine Wohnung auszumisten?

Langsam haben wir uns an den neuen Alltag inklusive Pandemieregeln gewöhnt: Ohne Maske rausgehen fühlt sich inzwischen total seltsam an, Homeoffice ist gar nicht mehr so ungewöhnlich und Desinfektionsgele, die deine Hand nicht trocken wie Sandpapier machen, sind der Verkaufsschlager. Bis wir soweit waren, vergingen aber Monate – und bei Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten mussten wir uns alle wohl oder übel auch den ein oder anderen Zeitvertreib suchen.

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Manch einer ist in allergrößter Verzweiflung wohl auch unter die Ordnungsfanatiker gegangen. Dachboden ausmisten, Keller aufräumen, Kleiderschrank neu sortieren – alles wundervolle, zeitraubende Beschäftigungen. Während man das Chaos sonst mit größter Perfektion irgendwie versteckt, wurde es nun zur Lebensaufgabe, endlich einmal für wirkliche Ordnung zu sorgen. Das kann allerdings ziemlich schwer fallen. Wo soll man nur anfangen?

Clea Shearer und Joanna Teplin wissen es ganz genau. Die beiden sind wahre Ordnungsspezialisten. Sie machen nichts anderes. Und sie haben keine minimalistische Lebensphilosophie oder arbeiten nach esoterischen Prinzipien. Nein, sie räumen einfach auf und schaffen Ordnung mit Boxen, Kleidersäcken, Regalen. Wie herrlich erfrischend! Obwohl eine Lieblingsbeschäftigung haben sie: Alles nach Regenbogenfarben sortieren. Bücher, Kleidung, Gläser – alles. Aber damit kann man leben oder?

Hier kannst du den Trailer zur Netflixserie "Get Organized with the Home Edit" sehen:

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Clea Shearer und Joanna Teplin sind nicht nur Ordnungsspezialistinnen und haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, in dem sie das Aufräum-Unternehmen "The Home Edit" gegründet haben. Beide folgen dem Credo "Form folgt Funktion" – Bauhaus lässt grüßen – und können Promis wie Reese Witherspoon, Rachel Zoe, Khloe Kardashian, Eva Longoria, Neil Patrick Harris und Jordana Brewster zu ihren Kund*innen zählen. Tja, auch Promis haben Probleme, ihre Ordnung zu halten.

Marie Kondo und ihr "Joy" können einpacken!

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Diese Popularität nutzt das Aufräum-Duo natürlich auch für einige Bestseller-Bücher und nun eben auch: Netflix. Wer jetzt glaubt, in "Get Organized With The Home Edit" eine Ausmist-Anleitung frei nach Marie Kondo 2.0 zu bekommen, liegt vollkommen falsch. Bei Shearer und Teplin geht es eben nicht nur ums stupide Aussortieren, Falten, Reduzieren und die Frage nach dem großen Sinn von allem. Viel mehr geht es darum, ein bisschen mehr Struktur und Ordnung in deinen Alltag und dein Zuhause zu bringen. Klar, von manchen Sachen muss man sich auch trennen. Aber manchmal tut es eben auch ein gut durchdachtes Ordnungssystem.

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In acht Folgen bekämpfen als die "Home Edit"-Girls das Chaos mit etwas Innendekoration (denn wer sagt, dass man auf Deko verzichten muss, nur damit es ordentlich ist?), Pragmatismus und Humor. Von ihrem Heimatstaat Tennessee über New York bis nach Kalifornien präsentieren sie in jeder Folge jeweils ein Promi- und ein normales Projekt. Das inspiriert nicht nur wahnsinnig, sondern ist auch megainspirierend. Denn wo kann man sonst in die vier Wände und den Kleiderschrank von Reese Witherspoon blicken und sehen, dass auch ein Hollywood-Star nicht ganz so gut organisiert ist, wie man immer denkt. Da kommt fast ein bisschen "MTV"-Cribs-Feeling auf.

Anders als Marie Kondo nutzt "The Home Edit" nicht nur das, was bereits da ist und minimiert es, indem es aussortiert. Nein, Shearer und Teplin bringen eine ganz neue Obsession in dir zum Vorschein: Organisationssystem. Für alle gibt es Boxen, Kartons, Trenner, Regalsysteme, Aufhängungen und Co. Das sieht im Idealfall nicht nur gut aus, sondern erleichtert es dir, in Zukunft tatsächlich auch wirklich Ordnung zu halten. Statt einem Riesenregalfach im Kleiderschrank hast du auf einmal gleich vier Miniabteile, die du perfekt nutzen kannst, ohne dass sich T-Shirts mit Langarmshirts und Radlerhosen mischen. Jackpot.

Das Problem ist nur: Diese Netflix-Sendung hat ein Sponsoring vom US-amerikanischen Einzelhandeslkette "The Container Store". Dort kann man eigentlich alle verwendeten Regalsysteme und Aufbewahrungen nachkaufen. In den USA ist seit dem Start von "The Home Edit: Jetzt wird aufgeräumt" am 9. September 2020 der Umsatz der Container-Store Filialen deutlich gestiegen, fast alles, was in der Show verwendet wird, ist ausverkauft. Das ist verlockend und inspirierend, aber auch recht teuer.

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Heißer Tipp: Viele Dinge lassen sich so ähnlich auch beim schwedischen Konkurrenten Ikea einkaufen oder einfach selbst nachbauen. Aber eins steht fest: "The Home Edit" versprüht mehr "Joy" als jede einzelne Folge Marie Kondo. Weil es näher an unserer Lebenswelt ist und mir noch mehr Aufgaben gibt, meinen Corona-Ordnungswahn zu perfektionieren.

In Deutschland kannst du "Get Organized With The Home Edit" als "The Home Edit: Jetzt wird aufgeräumt!" streamen.

  • Quelle:
  • Noizz.de