Das hatte sich "Game of Thrones"-Autor George R. R. Martin in seinen Büchern anders vorgestellt – und auch anders aufgeschrieben: Eine Liebesszene zwischen Daenerys Targaryen und Khal Drogo wurde von den Showrunnern in der ersten Staffel des Fantasy-Epos kurzerhand zu einer Vergewaltigung. Dass er damit alles andere als einverstanden war, hat der 72-Jährige jetzt öffentlich gemacht.

Könnt ihr euch noch an die erste Staffel "Game of Thrones" erinnern? In ihr wird die junge Daenerys – damals noch ziemlich hilflos und weit entfernt von der Drachenkönigin, die sie später wird – mit Khal Drogo verheiratet. Am Ende der Zeremonie folgt die Hochzeitsnacht: In George R. R. Martins Buch handelt es sich dabei um eine romantische Szene, in der der Dothraki-Fürst der die Nervosität der jungen Frau bemerkt und ihre Tränen wegwischt. Langsam nähern sich die beiden an – bis sie schließlich liebevoll miteinander schlafen.

Aus der Liebesszene zwischen Daenerys Targaryen und Khal Drogo wird eine Vergewaltigung

Auf dem Bildschirm sieht das ganz anders aus: Obwohl die verängstigte Daenerys weint und sich sichtlich unwohl fühlt, fängt Khal an, einfach ihr Kleid aufzumachen. Nackt und hilflos steht sie da – und wird von ihm zum Sex gezwungen. Von einer Liebesszene hat das nichts mehr. Es ist eine rabiate Vergewaltigung, die David Benioff und D.B. Weiss da zeigen.

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Es ist nicht das erste Mal, dass "GoT" für sexuelle Gewalt kritisiert wird

Besprochen war das laut George R.R. Martin nicht. "Es hat alles schlimmer gemacht, nicht besser", erklärte er gegenüber dem Autoren James Hibberd, der für sein neu erschienenes Buch "Fire Cannot Kill a Dragon" mit vielen Beteiligten des "GoT"-Universums sprach. Die Szene hätte Martin gerade zu verstört. Mit dieser Aussage gießt er Öl ins Feuer – rund um eine seit Langem entfachte Debatte: Denn die erfolgreiche Serie wird immer wieder für ihre Brutalität und vor allem für ihren Umgang mit sexueller Gewalt kritisiert.

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Und was sagen die Showrunner David Benioff und D.B. Weiss dazu? "Hier ist ein Mädchen, das absolut Angst vor diesem barbarischen Kriegsherrn hat, mit dem sie verheiratet ist. Es ist das Letzte auf der Welt, was sie will, aber irgendwie scheint sie am Ende dieser Hochzeitsnacht eine völlig freudige sexuelle Beziehung zu ihm zu haben. Das hat bei uns nicht ganz funktioniert", versucht Benioff die Vergewaltigung von Daenerys zu rechtfertigen.

Außerdem habe man in der Serie "einfach nicht so viel Zeit und Zugang zu den Gedanken der Charaktere" gehabt, wie das im Buch möglich war, beschreibt Weiss die Entscheidung.

Eine plausible Erklärung? Naja. George R.R. Martin ist jedenfalls nicht der Einzige, der von der Änderung enttäuscht ist – auch auf Twitter äußerten viele "GoT"-Fans ihren Frust.

  • Quelle:
  • Noizz.de