Er dachte wohl, seine Idee wäre revolutionär … weit gefehlt.

David Schwimmer ist den meisten wohl bekannt als Ross Geller aus der Kult-Serie "Friends". Aktuell spielt er in der neuen Comedy-Serie "Intelligence" mit. Obwohl sich einige der ursprünglichen "Friends"-Schauspieler positiv zu der Idee einer Neuverfilmung äußerten, ist Schwimmer skeptisch gegenüber diesem Vorhaben. Er will eigentlich nicht noch mal in die Rolle von Ross Geller schlüpfen. Stattdessen hat er eine andere Idee: ein "Schwarzes Friends".

Diese Idee bekam Schwimmer im Zuge von Vorwürfen mangelnder Diversität jüngerer Generationen, die die Serie aus den 90ern (dank Netflix) wiederentdeckten. Sie kritisieren die Serie, weil sie zu großen Teilen sexistisch und der Cast überhaupt nicht divers ist.

In einem Interview mit dem britischen Magazin "The Guardian" verteidigt Schwimmer die Show gegen diese Vorwürfe mit dem Einwand, man müsse die Show in den Kontext seiner Zeit setzen. Damals hätte die Serie wohl viele Tabus gebrochen. Er ist der Meinung, dass er selber sehr aufmerksam in Hinsicht auf soziale Ungerechtigkeiten war. In der Show selber hätte er sich wohl auch dafür eingesetzt, mal eine "Asian-American" und eine "African-American"-Schauspielerin als Freundin in der Serie zu bekommen.

Im Interview schlägt er dann vor, ein "Schwarzes" oder "Asiatisches" Friends zu machen, weil es im Original zu wenig Diversity gibt. Eigentlich ein schöner Vorschlag. Außer, dass es ein "Schwarzes Friends" schon gibt – und das "Friends", so wie wir es kennen, eigentlich darauf basiert.

Die Serie, auf der Friends wohl basieren soll heißt "Living Single". In den Hauptrollen befinden sich unter anderem Queen Latifah und Erika Alexander; die Macherin der Serie ist die ebenfalls Schwarze Yvette Lee Bowser. Die Serie handelt von sechs jungen Schwarzen Freunden, zwei Männer und vier Frauen, die zusammen in dem gleichen Wohnhaus in Brooklyn wohnen. Die beiden Männer wohnen zusammen in einer WG, sowie drei der Frauen.

Hört sich irgendwie bekannt an? Klar – die Ausgangssituation von "Living Single" klingt genau wie die von "Friends". Und tatsächlich gibt es viele Anzeichen dafür, dass "Friends" der Weiße Abklatsch von "Living Single" war.

Die erste Folge "Living Single" wurde am 22. August 1993 ausgestrahlt, ein Jahr vor der Erstausstrahlung von "Friends" am 22. September 1994. Einer der ursprünglichen Titel-Vorschläge für "Living Single" war damals sogar "Friends". Wenig später nach der Ausstrahlung von "Living Single" sagte der Präsident des US-Rundfunksenders "NBC" in einem Fernseh-Interview, dass wenn er eine TV-Serie besitzen dürfte, dass es "Living Single" wäre. Ein Jahr später brachte "NBC" "Friends" ins Fernsehen.

Auch Queen Latifah sprach 2016 die augenscheinliche Kopie in einem Interview mit James Corden an. Darin äußert sie auch ihren Verdacht, dass sich "Friends" einiges an "Living Single" abgeguckt hatte.

Eine der Hauptdarstellerinnen aus "Living Single", Erika Alexander reagierte auf Schwimmers Vorschlag eines "Schwarzen Friends" mit einem Tweet, indem sie ihn fragte, ob er je von "Living Single" gehört hätte.

Auch sonst regen sich Fans auf Twitter über David Schwimmers unüberlegten Vorschlag auf.

Schließlich ist genau dieser Kommentar ein weiteres Anzeichen von einer Weißen Ignoranz gegenüber den kulturellen Erfolgen von Schwarzen – auch, wenn Schwimmer es im Grunde nur "gut gemeint" hat.

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Quelle: Noizz.de