In den USA hat sie gerade die Emmys komplett wuschig gemacht ...

Es war mal wieder so weit: Emmy-Zeit! Zum bereits 70. Mal wurde der prestigeträchtige Award für TV- und Serienproduktionen in Los Angeles vergeben. Insgesamt gibt es stolze 122 Kategorien – interessieren tun am Ende aber nur eine handvoll.

Wie das so ist bei Preisverleihungen – es gab ein paar Low- und Highlights. Zum Beispiel hat hat sich Donald Glover, uns besser bekannt als Childish Gambino, dort anscheinend als Teddy Perkins verkleidet – ein Charakter aus der Serie „Atlanta“. Wieso, weiß keiner.

Oder der Heiratsantrag vom Regisseur Glenn Weiss, als er seine Dankesrede hielt.

Natürlich sahnten bei der Serie auch die üblichen Verdächtigen ab: So wurde „Game Of Thrones“ zum wiederholten Male zur besten Drama-Serie gekürt. Der eigentliche Star des Preisverleihung war aber eine andere Serie „The Marvelous Mrs. Maisel“ – die Serie, die man in Deutschland auf Amazon Prime Video schauen kann, gewann nicht nur die Königskategorie „Beste Comedy-Serie“, sondern sahnte gleich sieben weitere Preise ab. So viele, wie kein anderes Format an diesem Abend.

Worum geht es in „The Marvelous Mrs. Maisel“?

Die New Yorker Hausfrau Miriram „Midge“ Maisel Rache Brosnahan“ erobert Schritt für Schritt die Stand-Up-Comedy-Szene der Metropole – und das in den 50er Jahren. Zimelich untypisch für eine Frau. Die sollen in der damaligen Zeit nämlcih lieber am Herd, als aim Rampenlicht stehen.

Die Serie stammte aus der Feder der „Gilmore Girls"-Schöpferin Amy Sherman-Palladino. Rachel Brosnahan (bekannt aus „House Of Cards") gibt dort jüdische Hausfrau, die ihre gescheiterte Ehe auf der Bühne eines New Yorker Clubs mit bitterböser Stand-Up-Comedy kompensiert. An der Seite von Legenden wie Lenny Bruce feiert sie erste Erfolge und wird so zur frühen Vorläuferin von Sarah Silverman und Co. Das ist manchmal ziemlich bissig und witzig, zuweilen aber auch ganz schön melancholisch.

Seit Anfang diesen Jahres sind die Folgen in Deutschland als Stream bei Amazon Prime verfügbar. Geplant ist auch schon eine zweite und dritte Staffel für das kommende Jahr. Die erste Folge gibt es sogar in voller Länge bei YouTube zu sehen – allerdings in der Originalsprache Englisch:

Dass die Jury der Emmy-Awards gerade diese, durchaus emanzipatorische, Serie so oft an Nummer eins in den jeweiligen Kategorien gesetzt hat, kann man durchaus als Zeichen werten. Im Zuge der #metoo-Diskussionen, wurde auch die Frage nach weiblichen Produzenten und Drehbuch-Schreibern, sowie deren offensichtliche Benachteiligung, immer mehr thematisiert.

Die Amazon-Prime-Produktion hat beides: Einen Plot mit einem starken weiblichen Hauptakteur, die sich in einer Welt voller Männer durchsetzen muss – und zugleich auch eine Serienmacherin hinter den Kulissen.

Bei der Dankesrede als beste Hauptdarstellerin einer Comedyserie nutzte Schauspielerin Rachel Brosnahan ihre öffentliche Stimme und rief dazu auf, sich an den kommenden Senatswahlen im Herbst zu beteiligen.

Insgesamt konnte man übrigens keine Übermacht der Streamingdienste ausmachen: Produktionen von Netflix, Maazon Prime und Co. sowie die regulären Fernsehsendern erhielten etwa gleich viele Auszeichnungen: Netflix und der US-Kabelsender HBO (der „Game of Thrones“-Haussender) erhielten je 23 Emmys, der Traditionssender NBC kam auf 16 Auszeichnungen.

Hier habt ihr alle Gewinner im Überblick:

Beste Dramaserie - „Game of Thrones“

Beste Comedyserie - „The Marvelous Mrs. Maisel“

Beste Miniserie - „The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story“

Beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie - Claire Foy für „The Crown“

Bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie - Matthew Rhys für „The Americans“

Beste Regie in einer Dramaserie - Stephen Daldry für „The Crown“

Beste Hauptdarstellerin in einer Comedyserie - Rachel Brosnahan für „The Marvelous Mrs. Maisel“

Bester Hauptdarsteller in einer Comedyserie - Bill Hader für „Barry“

Beste Regie in einer Comedyserie - Amy Sherman-Palladino für „The Marvelous Mrs. Maisel“

Beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie - Regina King für „Seven Seconds“

Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie - Darren Criss für „The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story“

Beste Talkshow - „Last Week Tonight with John Oliver“

Beste Sketchshow - „Saturday Night Live“

Beste Castingshow - „RuPaul's Drag Race“

Quelle: Noizz.de