Die Webserie soll Frauen für naturwissenschaftliche Studiengänge begeistern.

Es ist einer der wenigen Serien, die du in nur einer Mittagspause durchsuchten kannst: „Technically Single“ ist eine neue Webserie, die gratis auf Sixx und Maxdome zu sehen ist. Die erste Staffel hat fünf Folgen, die jeweils zehn Minuten dauern. Das Drehbuch ist Teil der Abschlussarbeit des Drehbuchautors und Regisseurs Sebastian Stojetz.

Der 29-Jährige hat an der Hochschule für Fernsehen und Film in München studiert. In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München wurde die Serie „Technically Single produziert. Die Serie soll bezwecken, dass sich Frauen mehr für naturwissenschaftliche Studiengänge interessieren.

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Juli möchte an der Technischen Universität Elektrotechnik studieren. Doch direkt zu Beginn des Semesters macht ihr Langzeitfreund Thorsten mit ihr Schluss. Er studiert Jura, möchte nicht, dass seine Freundin Elektrotechnik studiert – und findet Juli generell zu emanzipiert. Die Studentin möchte aber nicht diejenige sein, die verlassen wird. Also erobert sie ihn wieder zurück, um ihn dann wieder abzuweisen.

Sebastian Stojetzt hat mit NOIZZ über emanzipierte Frauen und Naturwissenschaften gesprochen, und was für einen Einfluss Serien auf die Berufswahl haben.

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NOIZZ: Die Technische Universität will die sogenannten „MINT“-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) für Frauen interessanter machen. Deswegen wurde bei „Technically Single“ auf den sogenannten Scully-Effekt gesetzt. Was ist damit gemeint?

Sebastian Stojetz: Dana Scully ist ein bekannter Charakter aus der US-Serie „Akte X“. Sie ist nicht nur FBI-Agentin, sondern auch Rechtsmedizinerin. Ich meine sogar eine der ersten. Anscheinend hat das in den USA dazu geführt, dass mehr Frauen naturwissenschaftliche Berufe ausüben wollten – der Scully-Effekt. Auch zeitgeistige Serien können solche Trends auslösen. So hat beispielsweise die Anwaltsserie „Suits“ Jura als Fach wieder aus der Spießer-Ecke geholt.

In „Technically Single“ ist es Juli, die ein „MINT“-Fach studiert: Elektrotechnik. Die TU will so bezwecken, dass sich mehr Frauen für solche Fächer interessieren. Ob deutsche Serien die gleichen positiven Auswirkungen haben können wie in den USA, müssen aber andere bewerten.

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In der Serie macht Julis Freund mit ihr Schluss, weil er sie „zu emanzipiert“ findet. Aber es ist doch klar, dass Frauen generell viel emanzipierter sind als Männer ...

Definitiv! Uns war es deswegen in der Serie ganz wichtig, eben kein nerdiges Mädchen zu zeigen, die erst die Ellenbogen ausfahren muss, um sich gegen Jungs durchzusetzen. Die Heldin sollte einfach von Beginn an eine coole Socke sein, die sich nichts von ihrem Freund sagen lässt und ihr Ding macht.

So eine Serie braucht aber natürlich einen Konflikt. Deswegen haben wir die Sichtweise von ihrem Freund Thorsten reingebracht, der noch sehr geschlechterspezifisch und konservativ denkt. Er studiert Jura und findet nicht, dass seine Freundin – oder eine Frau generell – Elektrotechnik studieren sollte.

Ich selbst bin ein totaler Fan von starken Frauen. Der Charakter Thorsten – und andere Menschen – kommen mit dieser Stärke und der Emanzipation aber noch nicht zurecht.

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Du sagst „Technically Single“ ist eine Webserie. Was ist der Unterschied zu den Serien, wie wir sie von Amazon und Netflix kennen?

Klassische Pay-TV-Serien, wie die von Amazon oder Netflix, sind meist Highend-Drama-Serien mit längeren Folgen. Webserien sind zwar auch hochwertig produziert, haben aber meist kurze Episoden um die zehn Minuten. Deswegen werden sie mittlerweile auch „short formats“ genannt. Ich habe das Gefühl, dass da gerade ein kleiner Trend startet. Das Schöne ist, dass es für das Format keine Schablone gibt: Jede Webserie ist anders.

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Wird es eine zweite Staffel von „Techniqually Single“ geben – vielleicht auch als „normale“ Serie?

Es gibt genug Ideen für eine zweite Staffel. Die ersten fünf Folgen wurden mit einem kleinen Budget realisiert. Für die zweite Staffel bräuchte man da einfach mehr. Ich bin aber von dem Konzept der Webserie sehr überzeugt. Man kann gerade komödiantische Plots viel schneller und variantenreicher auf den Punkt bringen. Das macht einfach Laune.

Quelle: Noizz.de