Fünf Szenen, die dem Original widersprechen.

Mit den Trailern zum kommenden Kinofilm „Dragon Ball Super: Broly” ist leider genau das passiert, was eben passiert, wenn erfolgreiche Marken kommerziell ausgeschlachtet werden und Kult-Geschichten keinen Abschluss finden: Die Filme sind mit dem Manga nicht vereinbar.

Das ist in doppelter Hinsicht ärgerlich, da das Drehbuch zum Film von Akira Toriyama kommt, der auch der Erfinder und Autor der Original-Manga-Reihe ist. Toriyama widerspricht hier sowohl seinen Büchern, als auch der Serie und hat Dragon Ball damit zu einer unschlüssigen Geschichte gemacht.

Das tut weh. Eine Geschichte, die sich selbst widerspricht, macht keinen Spaß. Hier also die Top five der Szenen aus dem neuen Trailer, die sich mit dem Original-Manga inhaltlich beißen:

In „Dragon Ball Z“ tritt die Ginyu Force als Friezas Sonderkommando auf dem Planeten Namek auf. Die fünf Alien-haften Typen sind unglaublich stark. Im neuen Trailer kämpften sie allerdings schon bei Friezas Eroberung des Planeten Vegeta zusammen. Auf Namek wären sie damit schon seit mindestens 30 Jahren ein Team. Alterserscheinungen sucht man vergeblich. Vielleicht einfach eine gute Anti-Aging-Creme?

Ginyu Force – 4-ever young

Friezas Vater – King Cold – galt immer als Person, über deren Existenz kaum jemand Bescheid weiß. Frieza selbst spricht während „Dragon Ball Z“ nicht ein einziges Mal von ihm. Im Trailer zeigt sich nun, dass King Cold deutlich sichtbar an Friezas Seite steht, während das gesamte Volk der Saiyajin vor ihm auf die Knie fällt. King Cold ist optisch nicht die unscheinbarste Figur im Dragon Ball-Universum, man würde sich es also merken, wenn man ihn nur einmal sehen würde. Komisch, dass auf Namek kein Wort über ihn gefallen ist …

Vegeta wurde in Rückblicken immer als circa fünf Jahre älter als Goku dargestellt. Im neuen Film sieht man beide gleichzeitig als Babys in verschiedenen Versorgungsstationen schwimmen. Das deutet an, Goku und Vegeta wären gleich alt. Das hätte zwar keine besonderen Auswirkungen auf die Geschichte, ist aber trotzdem falsch.

Vegeta als Baby

Lord Frieza ist während „Dragon Ball Z“ in seiner normal-unterdrückten Form in Lila und Weiß designt und sieht damit genauso böse wie cool aus. Der perfekte Antagonist.

Frieza, frisch gestrichen

Im Trailer wütet er allerdings als lila- und pinkfarbenes Monster und ähnelt damit eher einem Regenwurm.

Der Manga beginnt wie folgt: Son Goku wird als Baby auf die Erde geschickt. Er wird von einem alten Mann (seinem „Großvater”) gefunden und aufgezogen.

Als er ankommt, ist er durch und durch böse, aber noch zu schwach, um schon töten zu können. Durch einen Zufall fällt er auf den Kopf und ist fortan lieb. Die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Son Goku als Kleinkind

Im Trailer sieht man Son Goku, wie er im Alter von circa drei Jahren in einer Raumkapsel der Saiyajin auf die Erde geschickt wird. Wäre er bei seiner Landung auf der Erde wirklich schon so alt gewesen, hätte er ohne Probleme bald die gesamte Erde im Alleingang erobert. Kein Fall auf den Kopf, der sein Gemüt ändert. Keine Möglichkeit, ihn im Zaum zu halten. Er hätte einfach alle Menschen getötet und „Dragon Ball“ wäre zu Ende, bevor es überhaupt begonnen hätte.

Dragon Ball ist einer der erfolgreichsten Mangas – beziehungsweise Animes – der Welt. Die Geschichte des Autors Akira Toriyama vereint japanische Mythologie, eine kauzige Märchenwelt und haufenweise coole Kämpfe. Kurz: Sie ist einfach geil. Wer seine Jugend ohne „Dragon Ball“ verbracht hat, der hat nicht gelebt.

R.I.P. alte Zeit, in der die Dragon Balls noch gesucht wurden, weil es eine sau nice Idee war und nicht, um mit dem mittlerweile 20. Kinofilm Millionen zu scheffeln.

Wer bis heute ohne Son Goku gelebt hat und sein Leben in den Griff bekommen möchte, sollte online die Serien „Dragon Ball” und „Dragon Ball Kai” nachholen.

„Dragon Ball Super: Broly” startet am 14. Dezember.

Quelle: Noizz.de