Ab dem 11. Oktober ist die dritte Staffel von "Babylon Berlin" für alle in der ARD zu sehen. Auch diesmal geht es um politische Intrigen zum Ende der Goldenen Zwanziger – und Kommissar Rath muss eine Mordserie im Filmpark Babelsberg aufklären. Zum Start der neuen Staffel hat der Cast der Kultserie außerdem elf Filme ausgesucht, die dir zeigen, wie es in den Zwanzigern damals wirklich war.

Selten wurde eine deutsche Serie international so krass gefeiert wie "Babylon Berlin". Kein Wunder, denn schließlich war die erste Staffel mit einem Budget von 25 Millionen Euro auch das teuerste deutsche Serienprojekt aller Zeiten. Auch ungewöhnlich und beispiellos war damals die Kooperation von ARD und Pay-TV-Sender Sky. Inzwischen sind Koproduktionen zwischen ZDF, Netflix und Co. ja gar nicht mehr so ungewöhnlich.

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Anfang des Jahres konnten Sky-Abonnenten die neuen Folgen der dritten Staffel bereits sehen, jetzt kommen die Folgen endlich in die ARD. Und was könnte man an einem verregneteren Herbsttag Besseres machen, als Kommissar Rath und Charlottes Ermittlungen durch das Berlin 1929 zu folgen? Eben. Und es wird wieder spannend: Die Staffel basiert auf dem Volker-Kutscher-Roman "Der stumme Tod" und spielt im Jahr 1929. Berlin ist eine Metropole in Aufruhr: Politik, Kultur und Wirtschaft befinden sich in radikalem Wandel. Und mittendrin: eine brutale Mordserie in den Filmstudios Babelsberg.

Hier kannst du den Trailer zur neuen Staffel "Babylon Berlin" sehen:

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In den Hauptrollen kehren Volker Bruch als Gereon Rath und Liv Lisa Fries als Charlotte Ritter auf die Bildschirme zurück. Wie schon bei den ersten beiden Staffeln hat wieder Tom Tykwer zusammen mit Henk Handloegten und Achim von Borries Regie geführt und das Drehbuch zu den zwölf Folgen geschrieben, die wieder auf einzigartige Weise Geschichte und Fiktion spannend und erschreckend nah am Puls der Zeit inszenieren.

Zum Auftakt zeigt die ARD nicht nur drei Folgen am Stück sowie eine begleitende Dokumentation, sondern auch zwölf Filmklassiker der 1920er und frühen 1930er Jahre, die Cast und Macher von "Babylon Berlin" zusammengesucht haben. Damals war Babelsberg nämlich angesagter als Hollywood und der Shit, wenn es um neue Filme ging. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Der Ruhm und Glamour in Babelsberg und Berlin endete mit den Nazis.

Und ich als Filmwissenschaftlerin und Kinojunkie empfehle jedem von euch, sich diese Stummfilme reinzuziehen: Das Zusammenspiel aus Film und Musik in einer Zeit, in der das Medium gerade erst entwickelt wurde, ist megafaszinierend – und total spannend. Außerdem sagt es auch eine ganze Menge über den damaligen Zeitgeist aus – bevor die Nationalsozialisten das Ruder 1933 übernahmen. Die Weimarer Republik war damals ziemlich progressiv: Die LGBTQ-Community konnte sich in Berlin frei emanzipieren, Frauen konnten sich erstmals außerhalb von Heim und Herd beweisen.

Die Filme haben sich alle Schauspieler*innen, Kameramänner und -frauen sowie die Showrunner übrigens zur Vorbereitung angeschaut, um möglichst authentisch das Gefühl von damals einzufangen. Das sind die elf Filme, die du alle auch in der ARD-Mediathek sehen kannst:

"Dr. Mabuse. der Spieler" Teil 1 und 2 (1921)

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Der Stummfilm von Regisseur Fritz Lang besteht aus zwei Teilen in sechs Akten und ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans des Luxemburger Schriftstellers Norbert Jacques. Dr. Mabuse ist Arzt und Psychoanalytiker. Hinter seiner gutbürgerlichen Fassade mit eigener Praxis führt er ein kriminelles Doppelleben: Er ist Anführer einer mafiösen Verbrecherbande, die sogar die Polizei unterwandert hat.

Nachts erscheint Mabuse in wechselnden Masken und Verkleidungen in Nachtclubs sowie legalen und illegalen Spielcasinos, wo er beim Kartenspiel seine Mitspieler durch Hypnose manipuliert, zu hohen Einsätzen verleitet und verlieren lässt.

"Menschen am Sonntag" (1930)

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Das fast schon dokumentarisch anmutende Filmwerk von Robert und Curt Sidomak, Edgar G. Ulmer und Billy Wilder ist einer der bekanntesten Vertreter des Genres "Neue Sachlichkeit". Es zeigt das Leben von fünf Berliner*innen Ende der Zwanzigerjahren und war einer der ersten Indiefilme.

"Metropolis" (1927)

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Das Sci-Fi-Stummfilm-Drama gehört zu meinen Lieblingsfilmen und ist ebenfalls von Fritz Lang. Schauplatz ist eine futuristische Großstadt mit ausgeprägter Zweiklassengesellschaft. Es ist der erste Sci-Fi-Film in Spielfilmlänge. Er war einer der teuersten Filme der damaligen Zeit und gilt als eines der bedeutendsten Werke der Filmgeschichte.

"Berlin Alexanderplatz" (1931)

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Der deutsch-niederländische Film von Burhan Qurbani basiert auf dem gleichnamigen Roman von Alfred Döblin aus dem Jahr 1929. Er erzählt die Geschichte des Lohnarbeiters Franz Biberkopf, der nach seiner Haftentlassung eine neue Existenz aufbauen möchte. Im stilisierten Kampf gegen die Metropole Berlin droht der unbelehrbare Biberkopf unterzugehen. Nach seinem Scheitern, ein geregeltes Leben zu führen, schließt er sich der Bande um Reinhold an.

Ein Anschlag im Fluchtauto lässt ihn verkrüppelt zurück, doch er schließt sich erneut der Bande an und beginnt eine Beziehung zur Prostituierten Mieze. Ihre Ermordung durch Reinhold fügt ihm den entscheidenden Schlag zu. Er gerät unter Tatverdacht, wird verhaftet und gelangt schließlich als Patient in eine Irrenanstalt. Dort wird er vom Tod geläutert und erkennt seine eigenen Verfehlungen an. Nach der Entlassung beginnt Franz ein neues Leben als Hilfsportier. In diesem Jahr kam übrigens eine Neuverfilmung mit Jasna Fritzi Bauer in der Hauptrolle ins Kino – sie spielt im heutigen Berlin.

"Tagebuch einer Verlorenen" (1929)

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Regisseur Georg Wilhelm Pabst orientiert sich hier lose an dem Roman von Margarete Böhme aus dem Jahr 1905. Es ist eine krasse Geschichte: Die junge Thymian wird von dem Gehilfen ihres Vaters geschwängert. Nach der Geburt des unehelichen Kindes steckt ihre Familie sie in ein Heim. Sie flüchtet schließlich mit der Hilfe ihres Freundes, des Grafen Osdorff, und landet in einem Bordell. Eines Abends trifft sie zufällig auf ihren Vater in einem Nachtclub – es soll das letzte Zusammentreffen vor seinem Tod bleiben. In der Hoffnung auf ein Erbe beschließt Thymian, ihr Leben zu ändern.

"Die Büchse der Pandora" (1929)

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Wie "Tagebuch einer Verlorenen" ist auch dieser Film eine Literaturverfilmung von Pabst, die auf Frank Wedekinds Erzählung mit demselben Titel beruht. Die amoralische, aber naive Tänzerin Lulu verdreht allen Männern den Kopf. Der wohlhabende Redakteur Dr. Ludwig Schön ist derzeit ihr Liebhaber, obwohl er mit der noblen Charlotte verlobt ist. Lulu übernimmt eine Rolle in einem Musical, das Schöns Sohn Alwa produziert. Als Ludwig und Charlotte eine Vorführung besuchen, beschließt Lulu, ihre Beziehung zu manipulieren.

"Der Blaue Engel" (1929)

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Wieder eine Literaturverfilmung, diesmal "Professor Unrat" von Heinrich Mann nach der Vorstellung von Regisseur Josef von Sternberg für die UFA. Der Film zeigt Schauspieler Emil Jannings als Professor Immanuel Rath, einen älteren Lehrer, der sich in die von Schauspielikone Marlene DIetrich gespielte Varietésängerin Lola Lola verliebt und daran zugrunde geht. Mit dieser Rolle wurde Dietrich berühmt.

"M – eine Stadt sucht einen Mörder" (1931)

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Der Krimi von Fritz Lang hat Geschichte geschrieben, denn er war einer der ersten deutschen Tonfilme in Spielfilmlänge. Außerdem löste er heftige Kontroversen aus: Er handelt von einem Kindermörder, der in einer Großstadt sein Unwesen treibt. Die Morde führen zu Angst bei Eltern und zu Misstrauen unter den Einwohnern. Den organisierten Kriminellen missfällt, dass die Polizei ihre Wachsamkeit erhöht hat. Darum jagt nicht nur die Polizei, sondern auch die Unterwelt den Mörder.

"Der letzte Mann" (1924)

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Der Film von Regielegende Murnau erzählt die tragische Lebensgeschichte des aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Hotelportiers des Hotels Atlantics. Weil er sehr alt ist, wird er vom Hotelbesitzer zum Toilettenwärter degradiert. Der Portier fühlt sich erniedrigt und vermittelt Familie und Freunden zunächst den Eindruck, dass alles unverändert ist und stiehlt aus diesem Grund extra die alte Portiers-Uniform. Als seine Tochter ihren Bräutigam heiratet, fliegt die Lüge auf und alle wenden sich von ihm ab.

"Aschenputtel" (1922)

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Ja, es gab damals auch Animationsfilme und dieser Film ist von einer Frau: Lotte Reiniger kreierte die Scherenschnitte für die Märchenverfilmung. Faszinierend schön.

>> Neue „Babylon Berlin"-Doku zeigt die True-Crime-Fälle der 20er

Die dritte Staffel von "Babylon Berlin" kannst du ab dem 11. Oktober in der ARD sehen – jeden Sonntag- und Mittwochabend um 20.15 Uhr im Oktober sind zwei Folgen zu sehen. Oder aber du suchtest ab dem 11. Oktober gleich alle Folgen auf einmal in der ARD-Mediathek durch.

  • Quelle:
  • Noizz.de