Ich habe mit den „4 Blocks“-Stars die Premiere der 2. Staffel gefeiert

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Die Crew von „4 Blocks“ Foto: 4 Blocks / TNT Serie

Veysel, Gzus und Massiv waren am Start.

Zum Start der neuen Staffel der Gangsta-Clan-Serie „4 Blocks“ habe ich für NOIZZ.de die Rapper und jetzt auch Serien-Stars Veysel, Gzuz und Co. am roten Teppich interviewt – und war danach mit ihnen im Avenue-Club auf der Karl-Marx-Allee in Berlin feiern.

Ein kurzer Rückblick: Die finale Folge der ersten Staffel „4 Blocks“ wurde am 12. Juni 2017 ausgestrahlt – seitdem warten Fans sehnsüchtig auf die Fortsetzung.

Wie geht es mit den Hamadys weiter? Der in Berlin-Neukölln lebende Familien-Clan, der sich ein immer größer werdendes Drogen-Business aufbaut.

Das Besondere der Serie: Es spielen Rapper mit – wie bereits in der ersten Staffel Veysel und Massiv. „4 Blocks“ zeigt eine andere Seite von Berlin – mit authentischem Blick auf die Straßen der Hauptstadt, auch auf die Drogen-Geschäfte beispielsweise am Görlitzer Park.

So wurde die TNT-Serie unter anderem mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Ab heute, dem 11. Oktober 2018, geht es auf dem Sender weiter. Ich habe bereits die ersten beiden Folgen der neuen Staffel gesehen, die Crew bei der Premiere interviewt – und war danach mit ihnen in Mitte feiern.

Ein Star war mir dabei besonders sympathisch ...

Zwischen Schiebermütze und Schleifchen-Pumps

Es ist kurz vor null Uhr, Donnerstagnacht. Ich sitze im Avenue-Club auf einer schwarzen Lounge-Couch. Deutschrap-Tracks ballern aus den Boxen. Scheinwerfer beleuchten die Gesichter der Stars: Schauspieler Frederick Lau tänzelt mit seiner Schiebermütze im Backstage-Bereich, Rapper Gzuz pöbelt, sein Rap-Kollege Massiv posiert in seinem schicken Hemd, das sich um seine kräftigen Oberarme spannt.

All die harten Männer, aber neben mir sitzt eine Hammerfrau. Karolina Lodyga. Sie spielt Ewa, die Freundin von Abbas (gespielt von Rapper Veysel) in „4 Blocks“.

Die 34-Jährige Schauspielerin trägt einen schwarzen Versace-Anzug, große, glitzernde Ohrringe und zieht an ihrer Zigarette.

Lodyga schlüpft ein Stück aus ihren roten Schleifchen-Pumps. „Tut trotzdem irgendwann mal weh, oder?“, frage ich und zeige auf ihre Schuhe. Sie lacht. „Natürlich. Auch, wenn sie schön sind“, sagt Lodyga und stupst mich mit einem Zwinkern zur Seite.

So wird die zweite Staffel – kein Spoiler!

Aber zurück zum Anfang:

Vor dem Kino International in Berlin laufen die Serien-Stars wie Kida Khodr Ramadan, Veysel Gelin, Massiv, Maryam Zaree und auch Karolina Lodyga über den ausgerollten roten Teppich.

Es sollen zum ersten Mal die ersten beiden Folgen der neuen Staffel gezeigt werden. So viel sei verraten: Insgesamt sieben Folgen wird es geben.

Es soll noch brutaler und spannender werden – die Serie trotz professioneller Aufmachung aber weiterhin authentisch bleiben.

Dennoch braucht man die erste Folge, um sich wieder in der Serie zu finden: Die zweite Staffel spielt ein Jahr später.

So wird erst einmal gezeigt, wie sich Abbas, Toni oder auch Zeki verändert haben – und wie die Geschäfte laufen.

Veysel und Massiv bleiben nicht die einzigen Rap-Artists: Auch 187-Straßenrapper GZUZ und Eunique haben eine Rolle in der neuen Staffel ergattert. Und ja, sie überzeugen nicht nur am Mic!

Auf dem roten Teppich: Bockige Rapper, Goldketten und Lesebrillen

Bock auf die Presse hat Gzuz trotzdem keine. Der groß gewachsene Hamburger grinst mit dem kiffenden Gringo schief in Richtung Blitzlicht-Gewitter, zeigt das Peace-Zeichen und läuft weiter. „Gzuz, kannst du schnell noch Pressefragen beantworten?”“, fragt eine der Veranstalterinnen. „Nein“, sagt er, würdigt die Presse keines Blickes und schlendert weiter.

Dabei wurde der Ex-Knacki für seine Rolle in „4 Blocks“ so gelobt. „Der Typ ist einfach authentisch, dem muss man nichts mehr beibringen”, sagt Schauspieler Rauand Taleb – der die Rolle des Zekis übernimmt. Zeki: Das ist der kleine, giftige Dealer, der für Latif (gespielt von Massiv) in den Knast wandert. Mit Jogginghose, zerzausten Haaren und Bauchtasche vertickt Zeki im Park Drogen und hängt seine berufliche Zukunft an den Nagel.

Rauand tickt persönlich aber anders. Im Interview zückt er seine runde Lesebrille: „Zeki mit Brille? Glaubt man kaum. Gibt es aber auch.“ Er wird von allen Seiten von seinen Schauspielerkollegen gedrückt. Von dem garstigen Gangster aus Neukölln: keine Spur.

Rauand Taleb (Zeki) Foto: Laura Wolfert / Noizz.de

Anders wiederum Veysel. Der Rapper hat kein Schauspiel gelernt, er spielt in „4 Blocks“ sich selbst: Ein Mann von der Straße, der im Knast landete, dessen Stolz und Ehre aber unantastbar sind.

Ob man ihn wieder in seiner legendären Versace-Boxershort sehen wird? „Vielleicht“, entgegnet er auf dem roten Teppich und zwinkert zu.

Der Proll mit den Goldkettchen hat in der Serie eine Frau namens Ewa, die in der ersten Staffel nach einem Streit verschwindet. Sie ist Ex-Stripperin, klackert mir ihren Schuhen in der Wohnung, schmatzt Kaugummi und bringt immer unangebrachte Sprüche zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt.

Endlich ist Ewa ist in der zweiten Staffel wieder zu sehen. Auf dem roten Teppich steht sie vor mir – also die Schauspielerin Karolina Lodyga. Sie schüttelt mir die Hand. „Super Kleid!“, sagt sie. „Geile Schuhe“, entgegne ich. Lodyga scheint offen und interessiert.

Anders als Gzuz nimmt sich Karolina Zeit, lobt Kollegin Eunique für ihre Rolle und stolziert nicht einfach wortlos an der Presse vorbei. Trotzdem wirkt Lodyga irgendwie so fern, so perfekt: Das Make-up sitzt, die Zähne strahlen, das Haare wellt sich leicht zur Seite – und die roten Pumps passen perfekt zu den Schottenkaro-Streifen ihres Hosenanzugs. Krasser Kontrast zu ihrer Rolle.

Karolina Lodyga (Ewa) Foto: Laura Wolfert / Noizz.de

Während Karolina mit den anderen „4 Blocks“-Stars am Rand des Roten Teppichs Selfies in schicken Klamotten macht, kommt die Hauptrolle ganz legere an: Kida Khodr Ramadan, der Clan-Chef Toni Hamady spielt.

In Nike-Sportjacke und dunkelgrauer Jogginghose lächelt Kida in die Kamera, küsst den schwangeren, runden Bauch seiner Frau und hält seine Tochter an der Hand. Nach der Premiere der ersten beiden Folgen verschwindet Kida sofort – Familie geht für ihn auch im echten Leben offensichtlich vor.

Der Rest der Crew gibt aber bei der Premierenparty im Avenue-Club Vollgas.

Zurück im Avenue Club: Feiern wie beim Klassentreffen

LX von der 187 Straßenbande verweilt auf der Couch, renkt seinen Nacken ein, trinkt sein Glas Whisky-Cola und pöbelt, wenn jemand mit Blitzlicht fotografiert.

Währenddessen lässt Gzuz den Gazi raus: Trotz des harten Bass’, der aus der Anlage wummert, hört man seine dreckige Lache durch den ganzen Raum. Ich beobachte, wie er aus seiner linken Hosentasche ein fettes Bündel Geldscheine zieht. Ich fühle mich wie in einem seiner Musikvideos.

Nur Sorge, dass er sich gleich eine Flasche gegen die Stirn schlägt, oder einen Schwan klatscht, habe ich nicht. Dafür ist die Stimmung hier zu friedlich.

Wo sind die Koks-Lines? Wo sind die Pillen?

Wo sind die nackten Frauen, die sich wie in der Serie an der Stange rekeln? Fehlanzeige. Selbst der Geruch von Gras schwebt nur selten vor meiner Nase. Die Party wirkt eher wie ein Klassentreffen – mit Versace-Kleider und Joints im Jacket.

Überall tummeln sich Stars: Oliver Masucci, der den Polizisten „Kutscha“ spielt, steht an der Bar und nippt mit seiner Frau am Sektglas. Hassan Akkouch, der in der neuen Staffel neben Zeki Drogen vertickt, tanzt so derbe, dass sein weißes Hemd nach wenigen Minuten nass durchgeschwitzt ist.

Während ich an meinem Glas Whisky-Cola nippe und beobachte, wie die „4 Blocks“-Stars tanzen, trinken und tuscheln, setzt sich Karolina Lodyga neben mich. Sie schnauft einmal durch und nickt jemanden grinsend zu.

Sie schlüpft ein Stück aus ihren Schuhen – und irgendwie wirkt sie mir dadurch noch sympathischer. Sie, ja die ganze Crew von „4 Blocks“ sind so authentisch – der Grund, wieso die Serie auch so erfolgreich ist.

Gzuz, Veysel und Massiv sind genau die geilen Prolls, wie ich sie mir vorgestellt habe. Zeki ist eigentlich nur ein schicker Kerl mit Lesebrille und Karolina Lodyga ist eine bodenständige, schöne Frau – selbständiger und taffer, als die zerbrechliche und abhängige Ewa, die sie so glaubwürdig spielt.

Eine Frau, die wie jede andere irgendwann mal ihre hohen Hackenschuhe ausziehen möchte – roter Teppich hin oder her.

Eine Frau, die den Abend auch für sich alleine genießt.

Quelle: Noizz.de

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