Juni ist Pride Month – und auch wenn wir dieses Jahr keinen CSD auf der Straße feiern können, so gibt es im digitalen Raum genug Aktivitäten um die LGBTQ-Community angemessen zu zelebrieren. Wie wäre es als glorreiches Ende zum Beispiel mit einem ausgedehnten Netflix-Marathon?

Der Juni geht zu Ende und was sollen wir sagen: Es war ein ganz anderer Pride-Month als sonst. Keine CSD-Paraden, keine Clubnächte, Dragshows, Kinoabende mit Special-Screenings oder coole Konzerte. Dafür aber jede Menge virtuelle Events – natürlich darf da auch die Filmszene nicht fehlen.

>> "Pose"-Fans starten Marvel-Petition, um trans* Star als Superheldin zu casten Zugegeben, es war ein sehr langer Weg bis queere Charaktere in Hollywood Einzug gehalten haben und Teil unserer Film- und Fernsehwelt im Mainstream wurden. Luft nach oben gibt es aber auch hier noch! Nichtsdestotrotz gab es wohl noch nie so viele großartige Repräsentationen der LGBTQ-Community.

Wir haben deswegen für euch eine nice Watchlist zusammengestellt mit den besten LGBTQ-Serien, -Dokus, - Shows und -Filmen, die der Streamingdienst zurzeit zu bieten hat. Leider mit nur ein paar wenigen deutschen Vertretern – hoffentlich kommt da bald mehr!

Und sollten dir diese Tipps nicht reichen, gibt es hier noch einmal Nachschub:

>> 21 LGBTQI*-Filme und -Serien, die du gesehen haben musst

"Disclosure: Hollywoods Bild von Transgender"

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Wo wir schon gerade bei Hollywood waren: Diese Netflix-Doku zeigt den langen, steilen und manchmal herabwürdigenden Weg für trans* Frauen und trans* Männer, bis sie in der Szene mit Respekt behandelt und repräsentiert wurden. Betroffene erzählen, wie es ihnen ergangen ist und auch, wie Filmproduktionen seit Beginn mit dem Thema umgegangen sind.

"Hollywood"

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Nachdem du dich mit "Disclosure:..." mit allen Fakten zur Repräsentation der trans* Community in der Traumfabrik ausgestattet hast, zeigt dir die Serie "Hollywood“ das gesamte Bild der Szene – wie es Schwulen, Lesben, Schwarzen und anderen Minderheiten ging. Die Miniserie von Ryan Murphy und Ian Brennan erzählt von einer Gruppe aufstrebender Schauspieler*innen und Filmemacher*innen nach dem Zweiten Weltkrieg in Hollywood, die um jeden Preis den großen Durchbruch schaffen wollen.

Dabei kommt ein unfaires System voller Vorurteile in Bezug auf Herkunft, Geschlecht und Sexualität ans Licht, das in weiten Teilen bis zum heutigen Tag besteht. "Hollywood" enthüllt und untersucht auf provokante und prägnante Weise Jahrzehnte alte Machtverhältnisse und wie es in der Unterhaltungsbranche aussehen würde, wenn diese umgestürzt worden wären.

"AJ and the Queen"

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"AJ and the Queen" zeigt, dass es egal ist, wo du herkommst oder wer du bist, um einfach nur ein guter Mensch zu sein. Drag-Ikone RuPaul spielt in der Serie die unglückliche Drag Queen Ruby Red. In einem altersschwachen Bus tourt sie durch Amerika von Club zu Club, um wieder etwas Geld zu verdienen, nachdem ihr kürzlich ihre Ersparnisse gestohlen wurden. Als blinden Passagier hat sie die freche und vorlaute zehnjährige AJ dabei, die vor Kurzem zur Waise wurde.

Während die beiden Außenseiterinnen – eine groß und eine klein – von Stadt zu Stadt reisen, sorgt Rubys Botschaft von Liebe und Akzeptanz für Sympathie bei den Menschen und erleichtert ihnen ein bisschen ihr Leben.

"Queer Eye"

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Ja, RuPaul ist eine Legende, wenn es um queere Showformate geht. "RuPaul's Drag Race" hat neue Maßstäbe gesetzt, wenn es darum geht, Drags als Teil der Popkultur die Bühne zu geben, die ihnen schon lange zu steht. Fast ebenso legendär ist inzwischen auch "Queer Eye" beziehungsweise der Vorreiter des Netflix' Reboots, "Queer Eye for the Straight Guy", das vor 15 Jahren das Reality-TV revolutionierte.

Das neue "Fab Five“-Team besteht aus Antoni Porowski, der nicht nur Heteros mehr Geschmack in Sachen Wein und Gastronomie näher bringt, Bobby Berk als Experte für Raumgestaltung, Karamo Brown als Kultur-Spezialist, Jonathan Van Ness kümmert sich um Körperpflege und Tan France Spezialgebiet ist Mode. Ja, "Queer Eye" spielt natürlich mit Klischees, aber zeigt gleichzeitig auch, dass ein queerer Lifestyle sehr viel mehr ist und gar nicht mal so anders von einem "heteronormativen" Lebensstil.

"Eine geheime Liebe"

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Stell dir vor, du hältst mehr als 60 Jahre lang geheim, wer du bist und wen du liebst. Genau das ist Terry Donahues und Pat Henschels Lebensgeschichte. Erst als sie beide alte Frauen sind, beide um die 80 Jahre alt, trauen sie sich, sich zu outen. Die Doku zeigt ihre Geschichte – und ist besonders stark, wenn sie Einblicke in die repressive Zeit der 1950er Jahre in den USA gibt.

"Feel Good"

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Stand-up-Comedian Mae will voll durchstarten: Gerade erst hat sie sich von ihrer Drogensucht befreit. Dann trifft sie auf die pragmatische und zumindest bislang heterosexuelle George. Sie beginnen eine leidenschaftliche Beziehung, wodurch Mae große Probleme mit ihren Eltern, den anderen Süchtigen in ihrer Drogentherapiegruppe und den Kollegen aus ihrem Stand-up-Umfeld bekommt, während sie versucht, aus der toxischen Beziehung zu George eine normale zu machen.

"Noch nie in meinem Leben"

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Wie gut wir die Serie an sich finden, haben wir euch ja bereits ausführlichst erklärt. Darüber hinaus, zeigt die Teenieserie aber auch auf ganz fantastische Art und Weise, wie schwer es als queerer Jugendliche*r ist, offen mit der eigenen Sexualität umzugehen. Devis beste Freundin Fabiola merkt nämlich, dass sie eigentlich viel eher auf Frauen steht, als auf irgendwelche Boys.

"Sex Education"

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Das "Sex Education" wohl eine der diversesten Serien ist, die jemals produziert wurden, steht natürlich außer Frage. Dementsprechend geht die Serie auch mit allen Spielarten queerer und homosexueller Liebe als auch Sex so fantastisch sensibel und ehrlich um, wie man es von ihr gewohnt ist. Eine Serie, die jeden bereichert.

"Nur die halbe Geschichte"

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"Nur die halbe Geschichte" ist eine ungewöhnliche Rom-Com, die zeigt, dass Liebe eben nicht immer ganz so einfach ist, sondern viele Facetten kennt – und dass es natürlich auch vorkommen kann, dass man sich in das gleiche Geschlecht verliebt, auch wenn der oder die andere nicht so fühlt. So wie bei Ellie: Die scheue Einserschülerin wird von dem netten, aber ungeschickten Sportler Paul gebeten, ihm dabei zu helfen, eine Mitschülerin für ihn zu gewinnen. Die ungewöhnliche Freundschaft der beiden wird kompliziert, als Ellie klar wird, dass sie in dasselbe Mädchen verliebt ist.

"Berlin, Berlin"

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Die deutsche Kultserie aus den Nullerjahren ist eigentlich eine ARD-Produktion, läuft aber exklusiv auf Netflix. Darin geht es um Charlotta Holzmann, die von allen nur Lolle genannt wird und ihrer großen Liebe Tom nach Berlin folgt. In der Großstadt angekommen, muss sie herausfinden, dass ihr Liebster eine Neue hat. Von Tom verlassen findet sie Unterschlupf bei ihrem Cousin Sven.

Was das jetzt mit LGBTQ zu tun haben soll? Zugegeben, wenn ich die Serie nun 15 Jahre später noch einmal schaue, kommt sie mir unglaublich aufgedreht vor, aber auch: unglaublich divers. Mit Rosalie hat Lolle eine lesbische Mitbewohnerin und beste Freundin, die sich nicht in ihrer Szene versteckt: Zu ihrem Freundeskreis gehören Drags genauso wie eben Lolle. Doch in ihrem Job als Schauspielerin wird Rosalie ihre sexuelle Orientierung manchmal zum Problem. In Staffel zwei kommt mit Sarah eine bisexuelle Figur hinzu.

"Dark"

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In den deutschen Netflix-Originals finden sich bisher wenige queere Charaktere. Eine Ausnahme bildet die erste deutsche Netflix-Eigenproduktion, die Mysteryserie "Dark", in der es ums Zeitreisen geht. Dort wurde in der ersten Staffel eine lesbische Affäre zwischen Doris Tiedemann und Agnes Nielsen in der Nachkriegszeit angedeutet. In Staffel zwei werden Doris und Agnes dann tatsächlich als Liebespaar gezeigt, wenngleich die Geschichte nur am Rande erzählt wird. Staffel drei startet am 27. Juni, vielleicht wird die Geschichte dort noch ausgebaut.

>> Marsha P. Johnson: Wer war die Schwarze trans* Frau, der wir den Pride-Month verdanken?

  • Quelle:
  • Noizz.de