7 Tricks, die ihr kennen müsst.

Fliegt, wenn niemand sonst es tut

Das gilt in dreierlei Hinsicht!

  1. Uhrzeit: Flüge, die unangenehm früh am Morgen stattfinden, kosten meistens weniger.
  2. Wochentag: Die meisten Reisenden bevorzugen das Wochenende, weshalb Tickets für Flüge mitten in der Woche billiger sind.
  3. Jahreszeit: Die Hauptsaison eures Urlaubsziels und die Ferienzeiten eurer Herkunftsregion können die Flugpreise in die Höhe treiben.

Am besten bucht ihr dabei frühestens sechs und spätestens zwei Monate vor Antritt des Fluges. Vorher lauft ihr Gefahr, Rabattaktionen zu verpassen, danach gehen die Preise in der Regel nur noch hoch. Die Zeiten, in denen man mit „Last Minute“ noch etwas reißen konnte, sind weitgehend vorbei, weil Airlines lieber Geschäftskunden melken, die kurzfristig Flüge buchen müssen, als leere Plätze billig zu verramschen.

Wenn ihr einen guten Tarif seht, bucht ihn also am liebsten sofort, anstatt zu warten. Im Internet hält sich hartnäckig das Gerücht, nach dem es die billigsten Tickets an Dienstagen gibt, was aber ein Mythos ist. Früher haben viele Airlines dienstags ihre Preise aktualisiert, was aber heute längst automatisiert und tagesunabhängig geschieht.

Sucht nach Preisen, nicht nach Zielen

Seid flexibel, was das Urlaubsziel angeht, und sucht lieber nach dem besten Angebot. Dass ihr gleich an eurem präferierten Datum euer Lieblingsziel zum Top-Preis anfliegen könnt, kommt so gut wie nie vor. Meistens kann man in eine Stadt in der Nähe oder in einer ähnliche Klimazone oder Weltregion für viel weniger Geld fliegen. Man sollte also immer die Augen nach guten Angeboten offen halten und nicht erst dann, wenn man sich schon auf ein klares Ziel versteift hat. Insbesondere bei Fernreisen kann das nützlich sein.

Lest fleißig Newsletter

Viele starke Angebote von Airlines sind begrenzt verfügbar; wer nicht immer auf dem neuesten Stand ist, dem entgehen die besten Schnäppchen. Meldet euch bei den Newslettern all jener Airlines an, die in Sachen Region und Preisklasse für euren Bedarf infrage kommen, und fackelt nicht lange, falls es heiße Angebote gibt. Insbesondere Billig-Airlines setzen auf diese Art der direkten Werbung und verkaufen oft Tickets zu einstelligen Eurobeträgen.

Achtet auf die Währung

Sollte der Euro gerade stark sein und die Währung eures Ziellandes schwach, versucht die Buchung am besten über die ausländische Version der Seite; insbesondere bei teuren Interkontinentalflügen kann der Unterschied groß sein – muss er aber nicht. Manche Buchungsverfahren verhindern diesen Trick sogar.

Um euch zu verdeutlichen, wie so etwas aussehen kann, haben wir einen zufälligen Flug von Norwegian Air am 7. August von Oslo nach New York gewählt, den wir knapp vier Monate im Voraus über sechs verschiedene Versionen der Website aufgesucht haben. Bei der deutschen Variante kostet ein Ticket der günstigsten Kategorie 226,64 Euro. Auf den übrigen Varianten variierten die Preise:

  • 309,90 US-Dollar = 251,27 Euro
  • 202,10 Britische Pfund = 233,23 Euro
  • 951,00 Polnische Złoty = 227,78 Euro
  • 359,10 Singapur-Dollar = 221,74 Euro
  • 2099,00 Norwegische Kronen = 218,70 Euro

Hier wäre, wie in den meisten Fällen, die Währung im Ursprungsland der Airline die günstigste Wahl. US-Kunden könnten bis zu 32,57 Euro sparen, wenn sie in Norwegischen Kronen bezahlen. Für uns in der Eurozone bleiben immerhin 7,94 Euro, was zwar nicht viel ist, aber bei größeren Buchungen (mehrere Passagiere, Hin- und Rückflug, höhere Klasse) durchaus lohnenswert sein kann.

Ein anderes Beispiel haben wir bei Avianca gefunden, der größten kolumbianischen Airline. Die dortige Währung, der Kolumbianische Peso, ist hochinflationär und wesentlich größeren Schwankungen unterworfen als „starke“ Währungen wie der Euro oder der US-Dollar. In solchen Fällen ergibt sich am häufigsten ein Preisvorteil.

Wir haben uns einen Flug von London nach Bogotá am 17. August angeschaut. Besucht man die Eurozonen-Version der Website, kostet der Flug 464,63 Euro.

Besucht man allerdings den kolumbianischen Ticketshop, geht der Preis ein gutes Stück runter. Zum Zeitpunkt unserer Suche betrug er – nicht erschrecken! – 1.512.500 Kolumibanische Pesos. Sieht nach viel aus, sind aber nur 447,57 Euro. Und damit exakt 17,06 Euro weniger.

London – Bogotá in Pesos Foto: NOIZZ / Screenshot/Avianca

Es kann jedoch sein, dass die Seite der Airline diese Summe automatisch vor dem Kauf in Euro umwandelt, wenn sie merkt, dass ihr in der Eurozone surft und mit einer Karte bezahlen wollt, die an ein Euro-Konto gekoppelt ist. Tut Sie das allerdings nicht, wird eure Bank die Konversion zum aktuellen Kurs übernehmen – und die Ersparnis bleibt euch weitgehend erhalten.

Seid aber vorsichtig. Manche Banken verlangen bei Transaktionen in Fremdwährungen eine Gebühr! Die beträgt zwischen 0,5 und maximal 2 Prozent. Informiert euch am besten vorher, wie es um eure Kreditkarte bestellt ist. Wenn ihr Glück habt, entfällt diese Gebühr komplett.

Solltet ihr Probleme beim Zugriff auf die ausländischen Seiten haben: Mithilfe eines VPN-Zugangs könnt ihr allen Internetseiten vortäuschen, dass ihr nicht aus Deutschland, sondern einem beliebigen anderen Land auf sie zugreift.

Weicht auf Inlandsflüge aus

Inlandsflüge sind häufig billiger als internationale; falls ihr also in der Nähe einer Landesgrenze wohnt, solltet ihr schauen, ob sich auf der anderen Seite eventuell ein Flughafen befindet.

Das gilt zum Beispiel für alle Bewohner Berlins, die sich gerne Mal Warschau anschauen würden. Laut Skyscanner kostet euch ein Direktflug zwischen den beiden Hauptstädten Anfang Juni mindestens 129 Euro.

Berlin – Warschau auf Skyscanner Foto: NOIZZ / Screenshot/Skyscanner

Inlandsflüge aus der polnischen Küstenstadt Stettin gibt es dagegen bereits ab äußerst schlanken 8 Euro. Zwischen Berlin und Stettin fährt ein Direktzug, der zwei Stunden braucht und zum Festpreis 11 Euro kostet. Ihr könnt also über 100 Euro sparen – und habt den Vorteil, noch eine weitere polnische Stadt besichtigen zu können.

Stettin – Warschau auf Skyscanner Foto: NOIZZ / Screenshot/Skyscanner

Im dicht gedrängten Europa gibt es viele solcher Beispiele. Wenn ihr zum Beispiel in Wien seid und nach Košice in der Slowakei fliegen wollt, kostet euch ein Direktflug-Ticket in den ersten Junitagen laut Skyscanner mindestens 266 Euro.

Wien – Košice auf Skyscanner Foto: NOIZZ / Screenshot/Skyscanner

Falls ihr allerdings aus Bratislava, der slowakischen Hauptstadt, fliegen solltet, findet ihr für denselben Zeitraum schon Tickets ab 64 Euro. Wien und Bratislava liegen sowohl mit dem Zug als auch mit dem Auto nur eine Stunde auseinander. Die Zugfahrt kostet in der Regel 10,50 Euro, sodass euch immer noch zirka 190 Euro mehr auf dem Konto erhalten bleiben.

Bratislava – Košice auf Skyscanner Foto: NOIZZ / Screenshot/Skyscanner

Sucht nur nach Tickets für eine Person

Solltet ihr mit mehreren Personen reisen, werden manche Suchmaschinen und Airline-Websites versuchen, euch zusammengehörige Tickets zu verkaufen. Sollten die nur noch in teureren Klassen vorhanden sein, entgehen euch Schnäppchen. Deshalb: Verzichtet in der Luft ein paar Stunden auf eure Liebsten und spart das Geld fürs Urlaubsbudget.

Nutzt den Hidden-City-Trick – auf eigene Gefahr

Der Hidden-City-Trick ist eine kontroverse Angelegenheit. Hier geht es darum, einen Flug mit Zwischenstopp zu buchen, den zweiten Teil der Reise jedoch gar nicht anzutreten. Manchmal ergeben sich Preislagen, in denen das günstiger ist, als nur den einfachen Flug zu buchen, den man braucht. Um das leichter verständlich zu machen, haben wir über Google Flights ein Beispiel gefunden. Wenn ihr am 28. April von München nach Madrid fliegen wollt, kostet euch der Flug um 12:15 Uhr mit Iberia satte 260 Euro.

München – Madrid Foto: NOIZZ / Screenshot/Google Flights

Bucht ihr aber einen Flug nach Palma de Mallorca mit Zwischenstopp in Madrid, kostet euch die Gesamtstrecke nur 164 Euro. Von München nach Madrid würdet ihr dabei denselben 12:15-Uhr-Flug nehmen.

München – Palma de Mallorca Foto: NOIZZ / Screenshot/Google Flights

Wenn ihr also einfach dort bleibt, bezahlt ihr 96 Euro weniger! Das klingt zunächst unlogisch, aber Flugpreise werden nun mal nicht anhand der Distanz der Stecke ermittelt. Sie richten sich vielmehr nach der Marktlage; für Iberia ergibt es mehr Sinn, für Mallorca einen guten Preis anzubieten, weil die Konkurrenz hier größer ist.

Die Sache hat allerdings mehr als nur einen Haken. Erstens sind Hidden-City-Glücksfälle selten. Man findet sie eigentlich nur dann, wenn man den Hub einer großen Airline anfliegen möchte, also im Falle von Iberia: Madrid. Für KLM wäre das Amsterdam-Schiphol, für Air France ist es Paris-Charles-de-Gaulle. Generell haben die meisten Airlines ihre Hubs in der entsprechenden Hauptstadt.

Zweitens sind Airlines allergisch gegen diese Praxis und verbieten sie auch in ihren AGBs. Natürlich wird euch kein Iberia-Mitarbeiter verhaften und in den Flieger nach Mallorca zerren. Aber es sind Fälle bekannt, in denen Airlines Hidden-City-Betrügern nachträglich den Aufpreis in Rechnung stellen. Auch andere Sanktionen, zum Beispiel der Rauswurf aus Bonusprogrammen, sind gängig.

Außerdem könnt ihr natürlich kein Gepäck aufgeben, da das in jedem Fall zum Endziel geliefert wird. Wer Pech hat, wird beim Boarding gebeten, sein Handgepäck doch noch aufzugeben. Mit diesem Risiko müssen Hidden-City-Bucher leben. Und: Der Trick klappt natürlich nicht, wenn ihr nur den zweiten Teil der Reise antreten wollt. Falls ihr zum ersten Teil nicht erschienen seid und beide Flüge als Kombination gebucht habt, verfällt das zweite Ticket in der Regel automatisch.

Als wäre das alles noch nicht genug, bleibt immer noch die ethische Komponente: Verfahren wie diese sorgen dafür, dass Airlines Kostenausfälle zu beklagen haben und dies kompensieren, in dem sie das allgemeine Preisniveau anheben. Ihr tut euren Mitreisenden also keinen Gefallen – und nehmt ihnen auch noch die Plätze weg. Und falls das Flugzeug in Madrid noch auf euch wartet, während ihr längst Selfies vorm Königspalast schießt, geht auch noch die Verspätung auf eure Kappe.

Die 96 Euro könnt ihr also sparen, aber das schlechte Gewissen gibt es gratis dazu.

Quelle: Noizz.de