Von der WG-Couch zur 200-Dollar-Luxusoffensive!

Das Bett durchgelegen, das Badezimmer leicht sparkig, die Wände hauchdünn und gelegentlich huscht ein Krabbelvieh über den Fußboden: Ein AirBNB in Venedig. Gut 80 Euro pro Nacht habe ich für die Unterkunft auf den Tisch gelegt – das ist günstiger als viele Hotels in der Stadt. Doch die Einbußen im Komfort tuen richtig weh.

Solche fiesen Erinnerungen sollen bald der Vergangenheit angehören: Denn mit "AirBnb Plus" erklärt der Zimmervermittler nun der Hotelbranche den Krieg! Das Ziel: Die Standards der besten Hotels zu günstigeren Preisen bieten. NOIZZ erklärt euch, was hinter dem Plan steckt und was das für eure Urlaubsplanung bedeutet.

Airbnb Mitgründer und CEO Brian Chesky spricht über das neue Plus Programm auf einer Veranstaltung

Ausgewählte Gastgeber können für eine einmalige Gebühr von 149 Dollar ihre Unterkünfte für "AirBnb Plus" registrieren lassen. Ein Mitarbeiter des Unternehmens kommt vorbei, schießt Fotos und arbeitet eine 100 Punkte lange Checkliste ab – vom Shampoo im Badezimmer bis zum selbstständig möglichen Check-In.

Wer seine Unterkunft hier anbieten will, muss zuverlässig und professionell sein, muss 95 Prozent seiner Gäste annehmen und darf nach Vertragsschluss keine einzige Kündigung aussprechen! Nur wenn ihr bisher 4,8 von 5 möglichen Sternen habt, kommt ihr in Frage.

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Zum Start des Programms sollen 2.000 Gastgeber in 13 Städten zugelassen werden – darunter Shanghai und Los Angeles. Zur Belohnung können die Kurzzeit-Vermieter richtig Kasse machen: 200 Dollar pro Nacht dürfen sie verlagen – 100 Prozent mehr als der aktuelle Durchschnittspreis.

Hinter dem Plan steckt ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2028 will der Anbieter eine Milliarde Übernachchtungen pro Jahr vermitteln. Mit dem neuen Plus-Angebit solen nun etwa auch Geschäftsreisende angesprochen werden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr haben rund 300 Millionen Gäste eine Übernachtung über die Plattform gebucht.

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Doch wenn ihr auf Mini-Wohnungen und Luftmatratzen steht, keine Sorge: Die 2.000 Edel-Gastgeber sind nur ein winziger Teil des Unternehmens. Insgesamt könnt ihr aktuell 4,5 Millionen Unterkünfte beziehen – an 81.000 Orten. 41 Milliarden Euro setzten die Vermieter damit innerhalb von zehn Jahren um.

Um das Gäste-Aufkommen zu bewältigen, sollen auch neue Kriterien eingeführt werden, Gruppenreisen, Familientreffen oder Locations für Hochzeiten angeboten werden. Schon heute vermittelt AirBnb weltweit mehr Übernachtungen als die fünf größten Hotelketten zusammen.

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Zusätzlich führen die Amerikaner auch ein Kundenbindungs-Programm ein. Besonders gute Kunden werden mit Vergünstigungen wie Abholung vom Flughafen oder einer direkten Hotline zu AirBnb belohnt. Besonderes gute Vermieter werden ab sofort prominenter auf der Website und in der App platziert.

Quelle: Noizz.de