Ballermann adé!

Jedes Jahr zieht es Millionen von Urlaubern auf die Balearen. Auch 2017 werden mehr als 10 Millionen Gäste erwartet. Diesen Mai kamen bereits so viele Touristen nach Mallorca wie sonst nur im August. Wir verraten dir, wieso der Dauerbrenner Mallorca in Wahrheit ausgebrannt ist.

Jedes Jahr kommen mehr Touristen nach Mallorca. Die Hotels sind hoffnungslos überfüllt. Infolgedessen steigen auch die Preise für die Bleibe. Noch stärker als bei den Hotels ist dieser Trend bei Ferienwohnungen bemerkbar.

Der Mietpreis für Wohnraum im Bereich Palma steigt seit dem Jahr 2013 kontinuierlich an. 2016 lag er ganze 15 Prozent höher als im Vorjahr.

Der Trend seit 2013 kennt nur einen Weg, nach oben

Die touristischen Hotspots der Insel sind an ihrer Belastungsgrenze angekommen. Am Strand zu liegen, kann sich zum Teil so anfühlen, wie früh morgens in der U-Bahn zu sitzen. Selbst die Hoteliers stöhnen bereits über die Touristenwellen, können diese nicht mehr vollständig auffangen.

Ein Grund für diesen Trend: Beliebte Reiseziele wie die Türkei, Ägypten oder Tunesien werden aufgrund der politischen Lage weniger stark frequentiert als früher. Für viele von ihnen heißt die Alternative Mallorca.

Und natürlich hinterlassen die Urlauber an den Stränden jede Menge Müll. Nicht nur lästig, sondern auch schlecht für die Umwelt.

Ein Platz an der Sonne, könnte eng werden

Neben den populären Billigflügen ins liebste Urlaubsparadies der Deutschen gehören Kreuzfahrtschiffe zu den wichtigsten Transportmitteln auf die Insel. Mit der Zahl der Passagiere steigt auch die Zahl der Schiffe, die regelmäßig dort anlegen.

Die Schiffe spucken leider nicht nur Heerscharen von Touristen an Land, sondern auch jede Menge Schweröl. Die Luft wird schlechter, der Meeresboden belastet.

Hinzu kommt der Bauboom. Schon lange reichen die Bestände an Ferienwohnungen und Häusern nicht mehr aus. Wer es sich leisten kann, baut einfach neu, ein Garten und ein Pool dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen.

Mittlerweile wachsen die Feriendomizile wie Pilze aus dem Boden. Die Folge: Mallorca bekommt langsam aber sicher ein Energie- und Trinkwasserproblem. Die Zahl der Einfamilienhäuser hat sich in den letzten dreißig Jahren verfünffacht.

Die schwimmende Paläste legen täglich an

Dass unter den vielen (teils neuen) Gästen nicht nur Sympathieträger dabei sind, ist klar. Gerade deutsche und britische Touristen haben auf Mallorca einen sehr zweifelhaften Ruf. Saufen, rumpöbeln und sich an keine Regeln halten – Eskalation in Perfektion – auf viele trifft es zu.

Im Juni sorgte eine Gruppe rechtsradikaler Touristen für Aufsehen. Die 13-köpfige Truppe aus Deutschland wollte sich im „Bierkönig“ amüsieren. Die Freude hielt aber nicht lange an. Spätestens als eine Reichskriegsflagge ausgerollt und „Ausländer raus“-Parolen durch den „Bierkönig“ dröhnten, war der Spaß vorbei. Der Sicherheitsdienst warf die Unruhestifter raus.

Das eigentliche Problem bleibt aber bestehen, denn der Insel kann man solche Leute nicht verweisen. Die Regierung fordert zurzeit aber genau das.

Der Bierkönig ist ein Touristenmagnet

Die vier bisher genannten Punkte betreffen nicht nur die Urlauber, sondern natürlich auch die Mallorquiner. Bei ihnen herrscht nicht nur wegen der Umweltbelastung durch Kreuzfahrtschiffe dicke Luft.

Jedes Jahr mehr Gäste, die sich nicht benehmen können, zugemüllte Strände und unbezahlbare Wohnungen. Wohnungen, die sie nicht nur zwei Wochen, sondern 365 Tage im Jahr brauchen.

Das Hospital Can Misses hat sogar bereits eine Etage in Wohneinheiten umgebaut, um dem Personal bezahlbaren Wohnraum bieten zu können. Nun reicht es den Mallorquinern. In Palma kam es zu Protesten gegen Massentourismus.

Als Urlauber verkleidet gingen die Anwohner durch die Straßen, um auf die genannten Missstände hinzuweisen. Die Regierung will reagieren, den Tourismus stärker reglementieren und eingrenzen. Ein schwieriger Spagat. Mallorca nimmt pro Jahr rund 12 Milliarden Euro durch den Tourismus ein und ist auf das Geld angewiesen.

Für den Urlauber, der sich auf Mallorca vom stressigen Alltag erholen will, gibt es bessere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Erholung als überfüllte Strände, steigende Preise und protestierende Anwohner. Und da die Sangria-Eimer auch bereits verboten wurden, kann man sich das noch nicht mal schönsaufen.

Quelle: Noizz.de