Macht es auf jeden Fall!

Obwohl Litauen nur einen Katzensprung von Deutschland entfernt liegt, ist es für viele weiterhin unbekanntes Territorium. Hier sind zehn Gründe, warum du unbedingt mal übers Wochenende vorbeischauen musst!

Während eine (!) Zugfahrt nach Köln (aus Berlin) mit dem ICE bereits 89 € kostet, bezahlt man für einen Hin- und Rückflug zwischen Berlin und Vilnius meistens weniger. Trotz einer spontanen Buchung bezahlte ich gerade mal 57 €. Das nennt sich supergünstig – auch wenn man dafür von Berlin Schönefeld aus mit Ryanair fliegen muss.

Immerhin dauert der Flug keine 1 1/2 Stunden, so ist auch die Dauerbeschallung durch die Flugcrew auszuhalten. „Jemand Lust auf geile Rubbellose?“ Für einen Wochenendetrip ist es optimal – dazu lernt ihr endlich ein neues, spannendes Land kennen.

Vilnius ist eine Studentenstadt. Nicht grundlos liegt die 500.000-Einwohner-Stadt im Ranking der beliebtesten Erasmus-Städte auf Platz 4. Und genau deshalb spricht das Nachtleben für einen Wochenende-Aufenthalt.

Studenten sind überall, jeder spricht englisch, die Menschen superfreundlich. Ob Karaoke, Club, gemütliche Bar, Abriss-Schuppen oder kommuniaktiver Pub-Crawl, Bilnius bietet für jeden etwas.

Dazu sind die Preise – nach europäischen Standards – wirklich entspannt. Wo bekommt man sonst einen Long Island Iced Tea, der zu 95 Prozent aus Schnapps besteht, für 3,50 €? Oder Craft-Beer für 2,20 Euro?

Im Herzen der vilniussschen Altstadt befindet sich der kleine Stadtteile „Uzupis“. Der Name bedeutet „Jenseits des Flusses“. Mittlerweile handelt es sich um ein sehr beliebtes Szenequartier der Künstlerszene. Künstler stellen ihre Werke aus, Workshops werden angeboten, die Cafès überrannt.

Im Herzen des Viertels befindet sich das Denkmal für den Musiker Frank Zappa. Vor ein paar Jahren riefen Bewohner von Uzupis in einer Kunstaktion die freie Republik Uzupis aus. Sie verfügt über eine Verfassung, eine eigene Flagge und sogar einen Präsidenten. Die Armee – immerhin zwölf Mann stark – wurde mittlerweile aufgelöst.

An einer Mauer in der Nähe des Präsidentenpalastes (eigentlich: das Cafè von Uzupis) hängt jene Verfassung der freien Republik in mehreren Sprachen. Credo: „Jeder hat das Recht, hier zu leben.“

Uzupis muss unbedingt besucht werden!

Wenn du die Zeit haben solltest, musst du unbedingt zum „Berg der drei Kreuze“. Nachdem das Monument in den 50er Jahren von den Besatzern aka Sowjets zerstört wurde, errichteten die Litauer 1989 es ein weiteres Mal. Das Besondere an diesem Ort ist jedoch die Aussicht über die Altstadt.

Ein absolutes Muss! Tipp: Geh hoch, wenn die Sonne scheint oder aufgeht. Der Blick ist atemberaubend ... und kostenlos.

Du liebst Kaffee? Dann ist Vilnius dein neues Paradies. Große Café-Ketten (zum Beispiel Vero Kafe, Kaffeine) wechseln sich stetig mit kleineren und gemütlicheren Etablissements ab. Kostenloses WLAN ist obligatorisch (ohnehin gibt es in Litauen – NO-ROAMING sei Dank – überall [!] LTE).

Übrigens: Wenn ihr fünf Minuten lang kein Café mehr entdeckt habt, seid ihr mit Sicherheit nicht mehr in Vilnius. Dazu sind die Bedienungen unfassbar nett, der Kaffee sehr lecker (Standardfrage: Wollen sie brasilianischen oder kolumbianischen Kaffee) und die Preise mehr als human. Die Reise verkommt so zu einer Tour-de-Kaffee. Tipp: Einfach an die Straße setzen, Kaffee schlürfen und den Alltag beobachten!

Kopfsteinpflaster, keine Autos, nette kleine Restaurants und Cafés. Die restaurierte Altstadt von Vilnius ist ein Traum. Auf den kleineren Plätzen verkaufen ältere Babuschkas Nippes und Souvenirs, in den kleinen Gässchen finden sich Manufakturen. Ein Spaziergang durch die Straßen gehört zum absoluten Pflichtprogramm. Kleiner Nachteil: Touristengruppen sind hier dauerpräsent.

Die Geschichte Litauens ist bücherfüllend. Als Teil des Molotov-Ribbentrop-Paktes wurde das Land 1939 zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion aufgeteilt. Dreimal besetzten alleine die Sowjets Litauen, Deportationen und eine diktatorische Gräuelherrschft inklusive. Ein Fakt, der bis heute in fast jedem Gespräch mit Litauern aufkommt und das Selbstverständnis der Litauer und Litauerinnen prägt. Schließlich erlangte der junge Staat erst 1991 die Unabhängigkeit von der Sowjetunion.

Diese Geschichte des langen Partisanen-Kampfes um die Loslösung vom „großen Bruder“ wird im „Museum der Opfer des Genozids“ ausgiebig behandelt. Ein spannendes Museum im Zentrum von Vilnius, das besucht werden MUSS. Der Eintritt liegt bei 4 Euro. Tipp: In den Keller gehen. Dort befindet sich das ehemalige Gefängnis des KGB! Sehr bedrückend!

In der Nähe von Siauliai (circa 250 Kilometer von Vilnius entfernt) befindet sich einer der faszinierendsten Orte Osteuropas. Auf einem Hügel befinden sich Kreuze, Heiligenfiguren und Rosenkränze. Mittlerweile hat sich das Areal auf eine Größe von mehr als ein Hektar vergrößert.

Angehörige bringen Kruzifixe für Verstorbene, wollen ihren Dank gegenüber ihrem Gott Ausdruck verleihen oder einfach nur sehnlichste Wünsche ausdrücken. Besonders zu Geburten, Hochzeiten und Todesfällen wird dieser Ort besucht.

Studenten versuchten die Kreuze zu zählen, sie beendeten diese Zählung jedoch bei 50.000. Leider wird kein Foto dem Ort gerecht. Tipp: Ein Besuch in der Nacht. Spooky!

Eine halbe Stunde von Vilnius entfernt, befindet sich eine der schönsten Sehenswürdigkeiten des ganzen Baltikums. Die im 14. Jahrhundert errichtete Wasserburg von Trakai.

Sie liegt in einer malerischen Landschaft und ist ein sehr beliebtes Foto-Objekt. Auch für Wassersportler wird hier viel geboten: Wasserski, Tretboot-Fahrten, Kanu-Verleih. Der Preis variiert je nach Besucherandrang und Jahreszeit.

Tipp: Einfach mal unter der Woche hinfahren! Mit dem Bus dauert es keine 40 Minuten. Ohnehin kosten Busfahrten maximal einen Euro!

An vielen Ecken der Stadt finden sich Graffitis. Besonders das obige hat sich zu einem Hotspot der Tourismus-Szene etabliert. Die Präsidenten Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin teilen sich einen Joint und kommen sich körperlich näher.

Kein Wunder: Allzu beliebt sind die beiden in Litauen nicht!

Quelle: Noizz.de