Wissenschaftlich überprüft von der Universität Auckland in Neuseeland.

Die Idee klingt schon verlockend: Jeden Morgen eine Minidosis LSD zum Kaffee und den Tag über konzentriert und fokussiert arbeiten können, ohne sich danach total fertig zu fühlen. Microdosing soll das möglich machen. Im Silicon Valley, dem Epizentrum der US-Start-up und Techszene, ist das schon lange das neue, heiße Ding. Viele schwören drauf.

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Ob die Minidosis LSD, die üblicherweise etwa ein Hundertstel der wirksamen Dosis beträgt, wirklich etwas bringt, ist bisher allerdings noch nicht bewiesen. Microdoser nehmen die Kleinstmenge der Droge und spüren keinerlei berauschenden oder halluzinogenen Effekte. Wohl aber soll sich die Wahrnehmung deutlich verbessern. So zumindest die Eigenberichte von Konsumenten.

Neu ist die Idee aber nicht

Bereits in den 50ern und 60er Jahren experimentierte man in dieser Richtung. Damals wiesen Studien aber eher darauf hin, dass Microdosing eine störende Wirkung auf die Konzentration haben könnte. Aber auch hier waren die Ergebnisse nicht eindeutig. Neuseeländische Forscher der Universität von Auckland wollen das nun ändern und haben eine breite Studie angelegt.

Da LSD in den meisten Ländern dieser Welt illegal ist, ist eine wissenschaftliche Langzeitstudie schwierig umzusetzen. Anstatt auf ein klinisches Umfeld, setzt die neuseeländische Studie auf ein etwas anderes Konzept. Die Teilnehmer sollen ein Rezept für die Mikrodosis-LSD bekommen, damit sie es Zuhause einnehmen können und einen normalen Arbeitsalltag verbringen können.

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Im ersten Studiendesign besteht die Testreihe aus 40 männlichen Probanden – der Grund dafür ist einfach: Da Frauen ihre Periode haben, wird auch ihre Stimmung und Konzentrationsfähigkeit durch den unterschiedlichen Hormonhaushalt stärker beeinflusst als bei Männern. Um einen ersten Überblick zu erlangen, ist die rein-männliche Studiengruppe aussagekräftiger.

Sollte die Auswertung der ersten Studie einen positiven Effekt von Microdosing bestätigen, sollen auch Frauen in die weitere Forschung mit einbezogen werden. In Neuseeland ist LSD eine illegale Droge – deswegen wird die Forschung in diesem Bereich kaum gefördert. Die Forscher der Universität Auckland sind daher auf die Finanzierung durch Crowdfunding angewiesen.

Eine klinische Kurrzeitstudie zum Microdosing mit LSD ergab 2019 Hinweise darauf, dass zumindest kurzzeitig eine verbesserte Reaktionszeit nachweisbar war.

Quelle: Noizz.de