Seit 2013 ist in Uruguay der Konsum von Cannabis erlaubt. Eine Studie belegt nun, dass diese Legalisierung sich nicht auf die Cannabis-Nutzung von Teenies ausgewirkt hat. Ist diese Studie ein Argument gegen Deutschlands Cannabis-Kritiker*innen?

Seit sieben Jahren ist Cannabiskonsum von Erwachsenen auf nationaler Ebene in Uruguay erlaubt. Genügend Zeit, um wissenschaftliche Bilanz zu ziehen und die langfristigen Auswirkungen der Legalisierung von Cannabis zu beurteilen.

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Cannabis-Konsum bei Jugendlichen wird untersucht

Eine Forschungsgruppe hat sich mit dem Thema mal auseinandergesetzt. Ihre Studie erscheint vollständig in der Juni-Ausgabe des "International Journal of Drug Policy" und hat für Legalisierungsbefürworter*innen eher gute Nachrichten. Laut der Studien-Ergebnisse wirkt sich die Legalisierung von Cannabis nicht darauf aus, wie viel Jugendliche kiffen.

Die Forscher sammelten Daten aus Umfragen, in denen Oberschülern aus Montevideo und den zentralen Regionen des Landes ihren Cannabiskonsum selbst angaben. Außerdem wurden sie dazu befragt, wie sie Cannabis in der Öffentlichkeit wahrnehmen und wie präsent der Stoff für sie sei.

Sieht es neuerdings so in Uruguays Teenie-Zimmern aus?

Drogenkonsum von Teens in Uruguay mit Chile im Vergleich

Das Forschungsteam verglich die Ergebnisse dieser Umfrage mit ähnlichen Daten, die bei Jugendlichen in Chile erhoben wurden, wo Cannabis nach wie vor verboten ist. Nach der Analyse der Daten kamen die Autoren der Studie zu dem Schluss, dass es "keine Beweise" dafür gibt, dass die Entscheidung Uruguays, Gras zu legalisieren, negative Auswirkungen auf den Cannabis-Konsum von Jugendlichen hat. Die Forscher fanden auch keinen Unterschied in den wahrgenommenen Risiken des Cannabis-Konsums zwischen uruguayischen und chilenischen Teenagern.

Zwar gaben 58 Prozent der Teenager in Uruguay an, dass sie Cannabis und seine Nutzung um sich wahrnehmen würden – im Vergleich dazu: in Chile sind es nur 51 Prozent. Dennoch sind die Teens in Uruguay nicht häufiger high oder konsumieren entschieden mehr als in Chile.

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Legalisierung in Deutschland?

Eine der häufigsten Bedenken, die von Gegnern einer Cannabis-Reform geäußert werden, ist die Möglichkeit, dass die Legalisierung des Cannabis-Konsums bei Erwachsenen dazu führen könnte, dass mehr Jugendliche mit dem Rauchen von Gras beginnen. Die hier genannte Studie ist eine von mehreren, die diese Bedenken zurückweisen. Im amerikanischen Denver etwa ist die Nutzung von Cannabis für Erwachsene erlaubt. In Studien wird bestätigt, dass dies keinerlei negative Auswirkung auf Jugendliche habe.

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Könnte sich hierzulande auf Grundlage dieser Ergebnisse bald auch was ändern? Bisher ist in Deutschland der Konsum von Cannabis noch verboten. Es wird seit Jahren dafür gekämpft, die Gesetze zu lockern. Der Jugendrichter Andreas Müller aus Bernau bei Berlin etwa, gab kürzlich bekannt, dass er das deutsche Cannabisverbot prüfen lassen will. Unterstützt wird er hierbei vom Deutschen Hanfverband. Es geht ihm darum, den Besitz geringer Mengen zu legalisieren. Nach Artikel 100 des Grundgesetzes kann ein Gericht ein Gesetz überprüfen lassen, wenn es dieses für verfassungswidrig hält. Das Ergebnis ist noch offen.

Quelle: Noizz.de